25.06.2012 - 14:32

Wenn Latein in Fleisch und Blut übergeht

Prof. Wilfried Stroh erhielt den Ausoniuspreis 2012

Foto: Ausonius-Preisträger Prof. Dr. Wilfried Stroh

Foto: Ausonius-Preisträger Prof. Dr. Wilfried Stroh

„Latein ist tot, es lebe Latein!“ Es ist das besondere Verdienst des Münchener Professors Wilfried Stroh über sein populärwissenschaftliches Buch mit diesem Titel hinaus kontinuierlich lebenserhaltende Maßnahmen für die „tote“ Sprache Latein zu ergreifen. Das gelingt dem nunmehr 72-Jährigen über seine wissenschaftliche Arbeit hinaus durch unkonventionelle Auftritte mit Theater und Gesängen, als römischer Priester oder mit Reden gegen Atomkraftwerke – stets in lateinischer Sprache. An seiner Wortgewalt und Rhetorik ließ Stroh auch die Gäste der Ausoniuspreis-Verleihung am 22. Juni an der Universität Trier teilhaben: Mehrere Minuten lang begrüßte er sie in fließendem und äußerst „lebendigen“ Latein.
Mit dem Ausonius-Preis werde der „geradezu feurige Einsatz für Latein“ und die Verknüpfung von fachwissenschaftlichem Wirken und Engagement für die Sprache zu einem herausragenden Gesamtwerk gewürdigt, hob der Trierer Latein-Professor Dr. Stephan Busch in seiner Laudatio hervor. Der ausgewiesene Cicero-Kenner Wilfried Stroh beschäftigte sich in seinem wissenschaftlichen Wirken mit den bedeutenden römischen Autoren und dramatischer Dichtung. Er verfolgt zudem, wie die antiken Schriftsteller, aber auch die lateinische Sprache bis heute rezipiert werden. In diesem Zusammenhang setzt er sich intensiv mit dem bayerischen Dichter Jakob Balde und dessen in Latein verfassten Werken auseinander. Dieses Forschungsinteresse hob auch  der Germanistik-Professor und Dekan des Fachbereichs II, Ulrich Port, in seinen Begrüßungsworten hervor.
In seinem Festvortrag an der Universität Trier beleuchtete Prof. Stroh die Rolle, Bedeutung und das Verhältnis von Rhetorik und Philosophie in der antiken Jugendbildung. Konkret stellte er die Frage, ob die Rhetorik in der Antike eine „ars“, also eine  Wissenschaft gewesen sei. Stroh widersprach der These Hans von Arnims, der die Philosophie als bedeutendste antike Wissenschaft sieht, von der die Rhetorik an den Rand gedrängt worden sei. Nach Strohs Auffassung hat vielmehr die Rhetorik in der Ausbildung der Jugend eine weitaus bedeutendere Stellung eingenommen als die Philosophie.
Cicero habe erstmals die bis dahin getrennten beiden Disziplinen in Personalunion vereint. Eine Leistung ganz im Sinne des Ausoniuspreisträgers 2012. Stroh bekundete seine Sympathie für den römischen Gelehrten und Politiker mit einem Cicero-Konterfei auf seiner Krawatte. „Mir ist es wichtig zu zeigen, dass beide Disziplinen wichtig sind: Die Philosophie, um zu wissen, was richtig ist und die Rhetorik, um andere zu gewinnen“, schloss Stroh seinen Vortrag, der von Einlagen eines Bläser-Trios des Collegium Musicum eingerahmt wurde.




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