Der offene Brief an alle Senatoren wurde von 182 Studierenden der Kunstgeschichte unterzeichnet und ging heute raus.
Am Montag gehen wir in schwarz auf den Rosenmontagszug. Mittwoch findet eine neue Vollversammlung statt und zum Donnerstag rufen wir alle Studierenden auf, mit uns um 14 Uhr in die öffentliche Senatssitzung in V 302 zu gehen.
Folgt uns auf Facebook für die neusten Infos: https://www.facebook.com/fachschaft.kunstgeschichte.trier

Wir haben eine Petition für den Erhalt der Kunstgeschichte in Trier eingerichtet. Dies ist nicht der offene Brief, den wir im Namen der Studierenden der Kunstgeschichte verfasst haben. Sagt allen euren Bekannten bescheid: http://chn.ge/XWaA8g

Aktionen in den nächsten Tagen

Tag Aktion
11.2. Wir gehen in Traueroutfit auf den Rosenmontagszug und machen auf die Lage der Kunstgeschichte aufmerksam. Treffen: 11:30 am Subway am Hauptmarkt
13.2. Vollversammlung der Kunstgeschichtsstudierenden in A246
14.2. Verhüllung der Kunstwerke auf dem Forum der Universität
14.2. 14:00 Besuch der Senatssitzung in V302

Proteste der Studierenden der Kunstgeschichte

Liebe Studierende, Liebe Interessierte,

seit der Fachbereichsrat des FB3 am 30.1. öffentlich beschloss, was seine Strukturkommission am Freitag zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits festgelegt hatte, haben wir im Fach zu Protesten aufgerufen. Diese Seite möchten wir nutzen, um euch über den aktuellen Stand der Dinge auf dem Laufenden zu halten und über die Hintergründe unseres Protestes zu informieren. Es geht schneller, aktuelle Informationen über Facebook zu verbreiten, daher ist unsere Website möglicherweise nicht immer so frisch wie unsere Facebook-Page. Letztere erreicht ihr auch ohne eigenes Facebook-Konto unter http://www.facebook.com/fachschaft.kunstgeschichte.trier.

Informationen

Im Zuge des universitätsweiten Zwanges, jährlich ca. 1,5 Millionen € einzusparen, wurden im letzten Jahr auf Ebene der Fächer, der Fachbereiche und des Senats der Universität sogenannte "Strukturkommissionen" eingerichtet. Von unten nach oben sollte jedes Fach Vorschläge machen, wie es dazu beitragen kann, eine bestimmte Zahl Stellen (im Fachbereich 3 waren das drei halbe Mitarbeiterstellen) einzusparen. Außerdem sollten die Fächer ihre Perspektiven auf eine zukünftige Neuausrichtung präsentieren, auch dies mit dem Hintergedanken, die Fächer auszudünnen.

Im Fachbereich 3 teilen sich die Kunstgeschichte, die Geschichte und die Politikwissenschaft die Einsparung je einer halben Stelle. In der Kunstgeschichte fehlt dadurch die EDV-Stelle, die seit dem Weggang von Dr. Schelbert durch Lehraufträge kompensiert wird.
Strukturforderungen fallen hingegen allein zu Lasten der Kunstgeschichte. 2016 soll nach der Pensionierung von Dr. Dörrbecker dessen Stelle an die Politikwissenschaft fallen und dort das Betreuungsverhältnis, welches zu den universitätsweit schlechtesten zählt, ein bisschen aufbessern. Prof. Dr. Dr. Tacke scheidet bis 2019 aus dem Universitätsbetrieb aus; seine Professur soll zunächst an den Fachbereich fallen und von diesem dann einem seiner Fächer, das theoretisch auch die Kunstgeschichte sein könnte, zugewiesen werden. Gehen wir davon aus, dass letzteres nicht geschieht, so stünde die Kunstgeschichte in 6 Jahren mit nur noch 2 akademischen Hilfskräften und 2 Professuren da, das von allen Lehrenden leistende Veranstaltungsangebot würde um mehr als ein Drittel schrumpfen.

Spätestens mit der letzten Strukturmaßnahme wäre es dem Fach nicht mehr möglich, die Lehrkapazitäten für alle Studiengänge aufzubringen, wie sie im Moment (BA HF/NF, MA HF/NF bzw. KF/NF) angeboten werden. Mit dem nach diesem Szenario entstehenden neuen Betreuungsverhältnis könnte sich die Kunstgeschichte dann unter den schlechtesten der Universität einreihen.

Aber schon die Streichungen der EDV-Stelle und der Stelle von Dr. Dörrbecker bringen das Fach in große Schwierigkeiten. Die Arbeiten, die diese beiden Stellen abseits der Lehre leisten (Betreuung von Forschungsdatenbanken, Fachstudienberatung, Ankauf von Bibliotheksbeständen, Bafög-Beratung, etc.), können nicht auf die bleibenden beiden wissenschaftlichen Mitarbeiter abgewälzt werden; einer hat als Kustos der Graphischen Sammlung des Faches einen fest definierten Aufgabenbereich, Frau Dr. Münch arbeitet an ihrer Habilitation und beide sind bereits ausgelastet.

Die Strukturmaßnahmen sind nicht losgelöst von den Sparzwängen an der Universität zu verstehen. Die Universität spart am einen Fach, um bei einem anderen die Not zu lindern. Wenn es einigen Fächern gut ginge und anderen schlecht, wäre daran nicht viel auszusetzen, in der Lage der Universität gibt es allerdings keine wohlhabenden Fächer. So lange die Universitäten unterfinanziert sind, kann von Strukturveränderungen nicht die Rede sein: Es geht höchstens um die gleichmäßige Aufteilung von Elend. Mit den Strukturbeschlüssen des Fachbereichs steht die Kunstgeschichte vor dem Abgrund. Es hätte auch jedes andere Fach treffen können. Zum Beginn des Sommers redete man von einer Streichung der Papyrologie, seitdem hörten wir Gerüchte aus vielen andern Fächern.

In viel zu kurzer Zeit wird gerade ein Sparvorhaben durch die Instanzen geschickt, dessen Folgen die Verantwortlichen nicht bedacht haben oder billigend in Kauf nehmen. Von der öffentlichen Sitzung des Fachbereichsrates bis zu der nächsten und vermutlich letzten wichtigen Hürde in der universitären Selbstverwaltung, der Senatssitzung, liegen gerade mal drei Wochen. Momentan sind Klausurphase und Karneval, bald ist veranstaltungsfreie Zeit. Der Fachbereichsrat hatte am 30.1. von der letzten Sitzung noch kein Protokoll, ein schriftlicher Vorschlag mit den Sparbeschlüssen der Strukturkommission lag nicht vor, Spar- und Strukturforderungen werden ohne Trennung an den Senat weitergegeben.

Aktionen

Unsere Anstrengungen laufen im Moment auf zwei Ziele hinaus: Zunächst wollen wir die akute Bedrohung abwenden. Auf der Senatssitzung darf den Beschlüssen des Fachbereichs nicht zugestimmt werden. Hierfür wenden sich die Studierenden der Kunstgeschichte in einem offenen Brief an die Senatsmitglieder, in dem auf die Bedeutung der Kunstgeschichte und die akute Bedrohung hingewiesen wird.
Die Senatssitzung am 14.2. um 14 Uhr s.t. ist für Gäste geöffnet. Wenn über die Zukunft unseres Faches abgestimmt wird, wollen wir zeigen, dass es auch uns Studierende interessiert.

Im zweiten Schritt versuchen wir, gemeinsam gegen die Ursachen der Unterfinanzierung der Universitäten vorzugehen. Wir stehen in Kontakt mit dem AStA und den Fachschaften der anderen Fächer und haben noch einiges vor...

Mitmachen!

Seit der Vollversammlung der Studierenden am 4.2. arbeitet ein Arbeitskreis täglich fast rund um die Uhr daran, vorerst das Schlimmste zu verhindern. Wir schreiben Briefe, informieren die Medien, entwerfen Flyer und Plakate, sammeln Unterschriften, diskutieren viel und organisieren Protestaktionen. Jede helfende Hand, egal aus welchem Fach, ist bei uns gern gesehen. Die nächsten Sitzungstermine haben wir bisher jeden Tag spontan festgelegt. Im Medienzentrum in A 109 ist meist eine gute Adresse, in der letzten Woche war dort zu fast jeder Zeit jemand vom Arbeitskreis anzutreffen. Auf unserer Facebook-Seite stehen die aktuellen Termine auch so schnell wie möglich.

Kontakt könnt ihr mit uns per Facebook-PN und über aufnehmen.

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