Forschungsschwerpunkte
Der Forschungsschwerpunkt der Trierer Ägyptologie liegt auf den ägyptischen Schriftquellen der griechischen und römischen Zeit (ca. Ende viertes Jahrhundert vor Christus bis Anfang drittes Jahrhundert nach Christus).
Das Spezialgebiet des Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Sven P. Vleeming sind die demotischen dokumentarischen Papyri und Inschriften. Besondere Erwähnung verdient das von ihm 1998 in Trier begründete, auf mehrere Teile angelegte Sammelbuch demotischer Texte. Ein erster Band ist bereits erschienen, ein weiterer befindet sich kurz vor der Fertigstellung. Zudem führt er das Unternehmen "A Berichtigungsliste of Demotic Documents" durch die Veröffentlichung von Supplementa fort.
Seit Mitte der 70er Jahre ist in Trier zudem das Projekt "Edition der hieroglyphischen Tempelinschriften von Philae" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, beheimatet, das von Prof. Dr. emer. Erich Winter geleitet wird.
Forschungsprojekte von Frau Dr. Heidi Köpp:
Forschungs- und Publikationsprojekt „Entwässerungsverfahren im pharaonischen Ägypten“ (Habilitationsvorhaben im Fach Ägyptologie): Das Projekt dient der Untersuchung der verschiedenen ägyptischen Entwässerungsverfahren, d.h. der Ableitung von Niederschlagswasser aus Tempeln und Gräbern sowie von gebrauchtem oder verunreinigtem Wasser aus Haushalten und Gewerbebetrieben.
Die Dokumentation und Interpretation der verschiedenen ägyptischen Entwässerungsverfahren im pharaonischen Ägypten von der Frühzeit bis in ptolemäische Zeit wird daher eine Forschungslücke schließen und einen neuen Einblick in einen kulturgeschichtlich sehr relevanten, aber bisher nicht beachteten Bereich der altägyptischen Alltagskultur ermöglichen. Die Untersuchung liefert wichtige Erkenntnisse zu fundamentalen Problemen einer antiken Hochkultur und leistet daher nicht nur in Bezug auf Kulturgeschichte wie Wohnkultur und Alltagsleben Grundlagenforschung, sondern zudem in den Bereichen Baukunst, Hygiene und Wasserwirtschaft.
Die Untersuchung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung Göttingen, der TA Hannover, Dr. Andreas Heege/ Bern sowie Dr. Ulrike Fauerbach, Deutsches Archäologisches Institut Kairo.
Forschungs- und Publikationsprojekt „Das Grab des Chasechemui – Die Keramik“. Bearbeitung des Materials aus dem Grab des Chasechemui in Abydos, des letzten Königs der 2. Dynastie; Projektleitung und regelmäßige Grabungsteilnahme mit zwei Mitarbeitern seit 2001. Die Ausgrabung Abydos ist eine Grabung des Deutschen Archäologischen Institutes und wird von Prof. Dr. G. Dreyer geleitet. Das Grab zeigt einen beachtliches Spektrum an Formen von Kult-, Opfer- und Gebrauchskeramik. Überraschend ist z.B. die Tatsache, dass auffallend wenige Weinkrüge im Grab des Chasechemui vorhanden sind, im Gegensatz zu allen anderen in Abydos und Sakkara bestatteten Königen der Frühzeit und der prädynastischen Zeit. Weitere Grabungsergebnisse lassen Schlüsse zur politischen Entwicklung innerhalb der 2. Dynastie zu. Zu den bisher erschienen Vorberichten siehe unten.
Forschungs- und Publikationsprojekt „Die Rote Pyramide des Snofru in Dahshur – Die Keramik des Pyramidentempels“. Bearbeitung des Materials aus dem Pyramidentempel der Roten Pyramide des Snofru in Dahshur; Projektleitung und regelmäßige Grabungsteilnahme von 1994-1998 mit bis zu 5 Projektmitarbeitern (Dr. Claudia Näser u.a.). Die Ausgrabung Dahshur ist eine Grabung des Deutschen Archäologischen Institutes und wurde von Prof. Dr. R. Stadelmann geleitet. Derzeit obliegt die Grabungsleitung Prof. Dr. Seidlmayer und Dr. Nicole Alexanian. Zum Fundinventar gehört nicht nur Material aus der Zeit des Baubeginns der Roten Pyramide, sondern insbesondere Keramik aus der 5./ 6. Dynastie.








