Hospitations-und Unterrichtspraktika: Anforderungen und Inhalte

Praktikantinnen und Praktikanten erhalten einen Einblick in die Unterrichtssituation vor Ort, werden einbezogen in das „Tagesgeschäft“ und übernehmen schrittweise Lehraufgaben. In der Regel werden die Praktikanten von einer Lehrkraft der Gasteinrichtung, die während des Praktikums als Mentorin / Mentor fungiert, fachlich betreut und begleitet.

Aufgaben der Praktikanten vor Ort:

  • Hospitationen in verschiedenen Lernergruppen und auf verschiedenen Lernstufen
  • Erteilung von eigenem Unterricht: oft zunächst im Team-Teaching, später eigenständig
  • Mitwirkung an anderen Aufgaben der Gastinstitution, wie z.B. Mitwirkung an Korrekturen und Prüfungen, Unterstützung von Lehrerfortbildung, ...
  • Organisation und Durchführung eines kleinen Projektes: Deutschstammtisch, Filmreihe, Klassenpartnerschaft ....
  • Möglich ist ggf. auch eine Mitarbeit an laufenden wissenschaftlichen Projekten

Die Schwerpunkte beim Hospitieren liegen auf der Unterrichtsbeobachtung und -analyse. Ziel ist es, Unterrichtsgeschehen bewusst wahrzunehmen und durch Reflexion über die durchgeführten Beobachtungen Schlüsse für das eigene spätere Unterrichten zu ziehen. Während des Praktikums sollen Stundenverläufe zur Vermittlung verschiedener Kenntnis- und Fertigkeitsbereiche protokolliert sowie verschiedene Strukturmomente des Unterrichts (z.B. didaktische Phasen, Sozialformen, Lehrer- und Lerneraktivitäten) und Unterrichtstechniken (z.B. Aktivierungsverhalten, Medieneinsatz, Formulieren von Aufgabenstellungen, Fehlerkorrektur) gezielt beobachtet werden.

Darüber hinaus dienen die Hospitationen der Vorbereitung auf den eigenen Unterricht: es wird ein Kontakt zur Lerngruppe hergestellt, die Praktikanten bekommen Einblicke in Lernbedürfnisse und Lernbiographien innerhalb der Gruppe.

Beim eigenständigen Unterrichten werden Unterrichtseinheiten oder kleinere Stundenabschnitte nach Vorgaben des Lehrwerks – oder auf der Grundlage eigener Unterrichtsentwürfe – entwickelt, geplant und gehalten. Die Planung, Vorbereitung und Auswertung der eigenen Lehrtätigkeit erfolgt in Absprache und Zusammenarbeit mit der Mentorin / dem Mentor.

 

Anforderungen für eine Anerkennung als Studienleistung:

Praktikumsdokumentation

Für die Anerkennung des Hospitations- und Unterrichtspraktikums als Studienleistung ist eine Dokumentation notwendig, die Folgendes enthalten sollte:

  • Allgemeines
  • Rahmenbedingungen zum Praktikum:
  • Praktikumsort und kurze Beschreibung der Praktikumsinstitution;
  • Stellung des Deutschunterrichts / Rolle der deutschen Sprache vor Ort;
  • Charakteristik der Lerngruppe:
  • Anzahl der Lernenden, Muttersprache(n), Alter und Geschlecht der Lernenden, Kulturkreise, Vorkenntnisse, Ziel des Deutschkurses, angestrebtes Niveau – evtl. mit Prüfungstyp, Mittlersprache, dominierende Lehr- und Lernmethode(n), Lerneinstellung u. ä.
  • Hospitationsteil:
  • Stundenverlaufsprotokolle und Beobachtungen zu selbst gewählten Einzelaspekten (z.B. Medieneinsatz, Fehlerkorrektur, Motivationstechniken)
  • Unterrichtsteil:
  • Stundenvorbereitungen und zwei ausführliche Stundenentwürfe (inkl. Kopien eigenständig erarbeiteter bzw. zusammengestellter Arbeitsblätter / Folien, verwendeter Lehrbuchseiten, Darstellung der Tafelbilder usw.) sowie eine
  • Persönliche Reflexion:
  • Bericht über weitere Aktivitäten (landeskundliche Projekte ...)
  • Einschätzung des „Nutzens“, den das Praktikum für das eigene Fachstudium, berufliche Perspektiven oder die eigene Persönlichkeit mit sich gebracht hat
  • Praktische Tipps und Hinweise für potentielle Nachfolger

 

Institutionen, die Praktikanten aufnehmen

Praktika an Partneruniversitäten im Ausland

In den zurückliegenden Jahren hat die Abteilung Deutsch als Fremdsprache Praktikumskontakte zu den Partneruniversitäten und Hochschulen der Universität Trier im Ausland aufgebaut. Dank der Praktika entstanden viele fachliche und institutionelle Kontakte, vertiefte sich die Arbeit mit vielen Deutschabteilungen im Ausland. An allen am Netz beteiligten Institutionen konnten Kolleginnen und Kollegen gewonnen werden, die Praktikanten während ihres Gastaufenthaltes als Mentoren fachlich beraten und begleiten.

Für die Praktikanten bietet dieses Netz eine Reihe von Vorteilen:

  • Die Praktikanten können vor Praktikumsbeginn mit ihrer Mentorin / ihrem Mentor Kontakt aufnehmen und das Praktikum inhaltlich vorbereiten.
  • Die Praktikanten können sich über ihre Lerngruppen informieren: Lernstand, Sprachniveau, Zusammensetzung, Interessen.
  • Auf der Grundlage dieser Infos können die Praktikanten gezielt bestimmte Materialien (Texte, Videos, Filme, Dias) beschaffen, die sie im Unterricht bearbeiten wollen.
  • Die Praktikanten können mögliche Projekte ausloten und vorbereiten
  • Das Kontaktnetz umfasst derzeit Partneruniversitäten und Hochschulen auf vier Kontinenten und wird ständig erweitert.

 Praktika an Institutionen im Inland

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