1. Kurzprofil

Sascha Stadtler, 29 Jahre Seit Dezember 2007 Trainee in der KfW Entwicklungsbank (www.kfw-entwicklungsbank.de)

2. Studium

Wann habe ich in Trier Politikwissenschaft studiert? Mit welcher Fächerkombination? Mit welchem Thema für die Abschlussarbeit? Aus welchen Gründen habe ich das Studium der Politikwissenschaft gewählt? Was war ausschlaggebend für die Wahl des Standorts?

Ich habe von April 2000 bis Juni 2007 Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre(Schwerpunkt: Internationale Beziehungen / Entwicklungsländer) studiert. Der (durchaus etwas sperrige) Titel meiner Magisterarbeit lautet „Die Global Compact Initiative der Vereinten Nationen und ihre Möglichkeiten zur Eindämmung von Menschenrechtsverletzungen im Zuge der Rohstoff- und Energiepolitik der Volksrepublik China in Afrika“ (Betreuer: Dr. Jörn-Carsten Gottwald).

Die Gründe für die Wahl des Studienfaches und des Studienortes sind nicht voneinander zu trennen, da ich dem guten Ruf des Faches Politikwissenschaft in Trier und der Möglichkeit, sich in Volkswirtschaftslehre auf Entwicklungsländerfragen zu spezialisieren, gefolgt bin.

3. Werdegang

Wie sieht meine derzeitige berufliche Tätigkeit aus? Was tue ich genau in meinem Job und wie intensiv? Wie viel Freude macht es mir? Wie gut gelang der Übergang von der Universität in den Beruf? Über welche Stationen bin ich in meinem jetzigen Beruf angekommen? Wie sehe ich meine weiteren Perspektiven in meinem Berufsfeld?

Ich arbeite seit Dezember 2007 als Trainee in der KfW Entwicklungsbank. Die KfW ist im Auftrag der Bundesregierung für die finanzielle Durchführung der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit zuständig. Ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Partnerländer finanziert, berät und begleitet die KfW Entwicklungsvorhaben weltweit (z.B. in den Bereichen Ernährungssicherheit, Grundbildung, Umweltschutz und Finanzdienstleistungen).

Als Trainee durchläuft man in einem Zeitraum von 15 Monaten verschiedene Abteilungen und prüft, gewissermaßen als „Gesellenstück“, die Durchführbarkeit eines Finanzierungsvorhabens. In diesem Zusammenhang erhielt ich Gelegenheit, nach Ghana zu reisen und vor Ort Verhandlungen über die Einrichtung eines Fonds zur Förderung von Kleinbauern zu führen.

Nach Beendigung des Trainee-Programms steigt man als Projektmanager in das operative Geschäft ein. Für einen Berufsanfänger mit geeignetem Ausbildungshintergrund, der in der deutschen EZ Fuß fassen möchte, ist die KfW der ideale Arbeitgeber - die Ausbildung ist umfassend, abwechslungsreich und hochinteressant; die Perpektiven auf eine längerfristige Tätigkeit gut.

Der Übergang von der Universität zum Beruf verlief in meinem Fall zum Glück reibungslos. Direkt nach Studiumsende habe ich mich bei der KfW beworben, wurde kurze Zeit später zu einem Assessment Center eingeladen und erhielt noch am selben Tag die Zusage. Mit der Tätigkeit in der KfW bin ich ungemein zufrieden, man erlebt jeden Tag etwas Neues, arbeitet an spannenden Projekten und begegnet Menschen, die ihren Beruf mit Herzblut und Freude ausfüllen.

4. Qualifikationen

Welche Studieninhalte haben sich im Rückblick als wichtig für meinen beruflichen Werdegang, aber auch für meine persönliche Entwicklung erwiesen? Welche Rolle haben zusätzliche Qualifikationen wie Praktika, Fremdsprachen, Auslandsaufenthalte oder andere zusätzliche Tätigkeiten vor und nebem dem Studium für meinen Werdegang gespielt? Inwieweit waren Studiendauer und Abschlussnote für meine Erstanstellung von Bedeutung?

Rückblickend lässt sich sagen, dass mir das Fach Politikwissenschaft generell eine hervorragende theoretische Ausbildung ermöglicht hat. Von zentraler Bedeutung war in meinem Fall die Möglichkeit, im Hauptstudium Seminare an der Schnittstelle zum wirtschaftswissenschaftlichen Bereich besuchen und mich intensiver mit dem asiatischen Raum beschäftigen zu können. In Kombination mit dem volkswirtschaftlichen Teil des Studiums konnte ich so eine Wissensgrundlage schaffen, die von großer Relevanz für meine berufliche Tätigkeit ist.

Da ich schon zu Beginn des Studiums wusste, in welchem Bereich ich später arbeiten möchte, habe ich meine Praktika (Auswärtiges Amt, Deutscher Entwicklungsdienst) und Auslandsaufenthalte (Nepal und Namibia) gezielt darauf ausgerichtet. Ohne entsprechende Erfahrungen wäre ein Einstieg bei der KfW nicht möglich gewesen. Auch mein mehrjähriges ehrenamtliches Engagement in der Verfassten Studierendenschaft hat sich als enorm hilfreich erwiesen. Die Dauer des Studiums spielte für meine Erstanstellung keine Rolle, die Fächerkombination und die Abschlussnote sicherlich schon.

5. Ratschläge

Welche Dinge würde ich genauso oder anders machen, wenn ich noch einmal mit dem Studium beginnen sollte? Welche Qualifikationen würde ich aufgrund meiner Erfahrungen den heutigen Studierenden ans Herz legen?

Meine subjektive Ansicht ist, dass ein Studium keine Autobahnfahrt sein sollte, auf der man in höchstem Tempo und ohne nach links und rechts zu schauen direkt in den Beruf rast. Im Nachhinein haben sich gerade das „Reinschnuppern“ in benachbarte Fächer und das Engagement abseits des Vorlesungssaals in beruflicher Hinsicht und auch für meine persönliche Entwicklung außerordentlich gelohnt - wenngleich man selbstverständlich den nötigen Ehrgeiz an den Tag legen und das Ziel des Abschlusses nie aus den Augen verlieren sollte.

Anders machen würde ich aus heutiger Sicht lediglich eines: ein Semester im Ausland zu studieren ist bestimmt eine richtig tolle Erfahrung, die ich leider nicht sammeln konnte. Sascha Stadtler

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