Tagung "Formwandel der Demokratie"

Vom 29. bis 31. März 2017 richtete Professor Dr. Winfried Thaa gemeinsam mit Professor Dr. Christian Volk (FU Berlin) eine Tagung zum "Formwandel der Demokratie" aus.

Hier sind Beschreibungstext und Programm dokumentiert.

Die liberalen westlichen Demokratien geben derzeit ein äußerst gegensätzliches Bild ab. Der Entpolitisierung im Namen ökonomischer Sachzwänge, dem (vermeintlichen) Bedeutungsverlust des Nationalstaates, der Schwächung repräsentativer Institutionen und dem Erfolg populistischer Bewegungen stehen (zivilgesellschaftlich initiierte) Protestaktivitäten, der Ausbau neuer institutionalisierter Partizipationsmöglichkeiten sowie eine Bedeutungszunahme nicht-elektoraler Legitimationsformen gegenüber. Die widersprüchlichen Facetten zusammenführend diagnostizieren verschiedene Autorinnen und Autoren einen Formwandel der Demokratie. Ob als „Contre-Démocratie“ (Rosanvallon 2008), „Monitory Democracy“ (Keane 2009), „Multiple“ (Nolte 2011), „Simulative“ (Blühdorn 2013) oder „Kompetenzdemokratie“ (Willke 2016) – gemeinsam scheint den verschiedenen Konzeptualisierungen eine Relativierung der traditionellen Vorstellung einer auf allgemeinen und gleichen Wahlen basierenden Volkssouveränität zugunsten neuer Beteiligungsformen und neuer Legitimationsmuster. Bewertet wird diese Verschiebung allerdings unterschiedlich: Manche sehen darin eine regressive Tendenz, die institutionalisierte Formen der Selbstregierung im Namen unmittelbarer oder identitärer Vorstellungen von Demokratie abschreibt, andere eine angesichts der Krise der repräsentativen Demokratie adäquate Fortentwicklung oder gar eine Radikalisierung des Demokratiebegriffes im Namen der Gleichheit.

Im Zentrum der Tagung zum „Formwandel der Demokratie“ steht die Frage, welche Konzeptionen und Theorien helfen können, den beobachtbaren Wandel angemessen zu erfassen sowie demokratie- und politiktheoretisch einzuordnen. Die Tagung bietet die Möglichkeit, die akademische Debatte exemplarisch aufzuarbeiten und die genannten Veränderungen der Demokratie, insbesondere ihre kontroversen Konzeptualisierungen, aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren.

Im Rahmen der Tagung finden die Versammlung der Sektion "Politische Theorie und Ideengeschichte" der DVPW (Do 18 Uhr) sowie das Treffen der Nachwuchsgruppe der Sektion (Do 13 Uhr) statt.

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