Diplomstudiengang Geographie

Studiengangsprofil

Die Ausbildung der Studierenden im Rahmen des Diplomstudienganges Geographie soll insbesondere dazu befähigen, Zusammenhänge und Probleme in der räumlichen Ordnung und Organisation der Umwelt zu erkennen und zu lösen. Deshalb soll das Studium nicht nur mit der wissenschaftlichen Arbeitsweise der Geographie, sondern - unter Berücksichtigung interdisziplinärer Fragestellungen - Schwerpunkte der Geowissenschaften und/oder der kombinierbaren Nebenfächer in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften oder Geisteswissenschaften einbeziehen sowie auf deren Anwendung in der Praxis ausgerichtet sein. Das ordnungsgemäße und breit angelegte Studium soll auf die sich ständig weiterentwickelnden beruflichen Anforderungen theoretisch und methodisch qualifiziert vorbereiten, so dass die Studierenden die Methodik und die wissenschaftlichen Erkenntnisse ihrer Studienfächer beherrschen und auch in der Praxis anwenden können.

Studienrichtung I: Angewandte Humangeographie *)

*) Zur Zeit werden die Schwerpunkte Freizeit- und Tourismusgeographie, Kommunalwissenschaft und Raumentwicklung angeboten.

Die Studienrichtung I: Angewandte Humangeographie ist mit den drei Studienschwerpunkten "Freizeit- und Tourismusgeographie", "Kommunalwissenschaft" und "Raumentwicklung" auf unterschiedliche Berufsfelder und Tätigkeitsbereiche bezogen und muss dementsprechend eine breite Qualifikation und hohe Flexibilität sichern.

Struktur und Verlauf

Das Hauptfach Geographie wird durch zwei Nebenfächer ergänzt. Die Wahl der Nebenfächer ist den Studierenden im Rahmen der Prüfungsordnung freigestellt. Im Grundstudium sind Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre als erstes Nebenfach vorgegeben. Das zweite Fach kann aus einem breiten Fächerangebot frei gewählt werden.

Das Studium gliedert sich in ein viersemestriges Grund- und in ein viersemestriges Hauptstudium. Hinzu kommt ein Semester für die Durchführung der Diplomprüfung.

Im Grundstudium liegt der Schwerpunkt auf den Grundprinzipien wissenschaftlichen Arbeitens, auf den fachspezifischen Grundlagen und den dafür notwendigen Arbeitsmethoden. Das Grundstudium wird mit der Diplomvorprüfung abgeschlossen.

Im Hauptstudium sollen sich die Studierenden in Seminaren auf die vertiefte Bearbeitung geographischer Fragestellungen konzentrieren. Insbesondere in Forschungspraktika und Projektstudien sowie Übungen zu den Studienschwerpunkten der Angewandten Geographie (Fremdenverkehrsgeographie, Kommunalwissenschaft, Raumentwicklung) und zur empirischen Methodenlehre sollen die für die spätere Berufspraxis notwendigen vertieften Methodenkenntnisse zur Datengewinnung, Datenauswertung und Ergebnisdarstellung erworben werden. Das Hauptstudium schließt mit der Diplomprüfung ab.

Tätigkeitsbereiche

Tätigkeitsfelder für "Dipl. Geographen/innen" der Studienrichtung I: Angewandte Humangeographie bieten sich vor allem in folgenden Bereichen an:

  • Querschnittsplanungen (generelle Konzepte für mehrere Themenfelder), z.B. im Rahmen der Raumforschung, Raumordnung und Landesplanung; Regionalforschung, Regionalplanung; Stadtentwicklungsplanung; Entwicklungshilfe
  • Sektorale Fachplanungen für Gebietskörperschaften oder für Unternehmen, z.B. auf den Gebieten Tourismusplanung (Verkehrsämter, Reiseveranstalter);
    Verkehrsentwicklungsplanung; Immobilienwirtschaft, Wohnungsbau; Standort- und Unternehmensplanung, Gewerbegebietsplanung, Marktforschung, Wirtschaftsförderung; Stadt- und Regionalplanung; Landschaftsplanung;
    Entwicklungshilfe/Entwicklungsländerforschung; Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen)
  • Methodenorientierte Berufsfelder, z. B. in den Bereichen Fernerkundung, Luftbildauswertung, Kartographie; amtliche Statistik und raumbezogene Dokumentation der Gebietskörperschaften; Verlagswesen (Kartographie/Geographie); Kommunikation und Mediation.

Die Ausbildung qualifiziert für den Einsatz in entsprechenden Behörden der unterschiedlichen Gebietskörperschaften (Analyse-, Planungs- und Beratungsfirmen, Industrie, Umweltorganisationen, Verbände, Kammern, Wissenschaft und Forschung, Akademien und Weiterbildungseinrichtungen).

Studienrichtung II: Angewandte Physische Geographie (Geographie / Geowissenschaften)

Die Studierenden der Studienrichtung II: Angewandte Physische Geographie (Geographie / Geowissenschaften) sollen ein interdisziplinäres Verständnis für das System Erde, insbesondere für die landschaftsprägenden Prozesse an der Erdoberfläche, die Struktur, Funktion und Dynamik des Naturraumes (der natürlichen Umwelt) und dessen Nutzung durch den Menschen erwerben.
Darüber hinaus sollen den Studierenden die vielfältigen Aufgaben der Physischen Geographie vermittelt werden, insbesondere im angewandten Bereich. Wesentliches Ziel der Ausbildung ist die Fähigkeit zum Management einer nachhaltigen Nutzung und Entwicklung des Lebensraumes Erde. Das Hauptfach Geographie wird durch zwei Nebenfächer ergänzt. Die Wahl der Nebenfächer ist den Studierenden im Rahmen der Prüfungsordnung freigestellt.

Struktur und Verlauf

Das Studium gliedert sich in ein viersemestriges Grund- und in ein viersemestriges Hauptstudium.

Im Grundstudium erfolgt die geographisch-geowissenschaftliche Grundausbildung; diese interdisziplinäre Orientierung dient der Vermittlung erster fachspezifischer methodischer Kenntnisse und Fähigkeiten. Das Grundstudium wird mit der Diplomvorprüfung abgeschlossen.

Das interdisziplinäre Ausbildungsziel im Hauptstudium ist das Verständnis des Systems Erde, insbesondere der landschaftsprägenden Prozesse an der Erdoberfläche, welche die Struktur, Funktion und Dynamik des Naturraumes (der natürlichen Umwelt) und seiner anthropogenen Überformung bestimmen.

Das Hauptstudium schließt mit der Diplomprüfung ab. Diese besteht aus der Diplomarbeit. Zur Bearbeitung des Themas stehen sechs Monate zur Verfügung. Außerdem sind zwei mündlichen Teilprüfungen zu absolvieren. Zusätzlich zu diesen Prüfungen finden noch in den jeweils gewählten Nebenfächern schriftliche oder mündliche Prüfungen statt.

Tätigkeitsbereiche

Die Ausbildung in der Studienrichtung II: Angewandte Physische Geographie (Geographie / Geowissenschaften) ist u. a. auf folgende berufliche Tätigkeitsfelder bezogen: Innerhalb des öffentlichen Bereiches sind "Dipl.-Geographen/innen" vor allem in Hochschulen, Forschungseinrichtungen und fachspezifischen Bundes- und Landesämtern beschäftigt. Zusätzlich bieten auch internationale Forschungseinrichtungen eine Reihe von Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere in den Bereichen Bodenerhaltung (soil conservation), Landnutzungsplanung, Naturschutz und Landschaftspflege, Rekultivierung geschädigter Räume oder Geomanagement (Desasterforschung und -bewertung).
In den letzten Jahren zeigen sich verstärkt bedeutende Betätigungsfelder in Ingenieur- oder Geobüros und weiteren ähnlichen Beratungsunternehmen sowie Versicherungen, vor allem auf den Gebieten Umweltschutz, Umweltplanung, Landschaftsplanung, Ressourcenplanung sowie bei der Anwendung von Geo- und Umwelt-Informationssystemen und im Bereich des Umweltmanagements, insbesondere beim Aufbau und der Umsetzung von Umweltmanagement- und Umweltcontrolling-Systemen.

Beteiligte Fächer

Hauptfach

Nebenfach-Regelungen