Cum tempore - Eine Geschichte von Wartezeiten und Erfolgen

Michael Jäckel über die Universität Trier

Prof. Dr. Torsten Mattern (links) und Prof. Dr. Michael Jäckel. Im Hintergrund: Baudirektor Ludwig Weinspach erläutert die erste Planungsstufe der neuen Universität (1973)

Cum tempore, c.t. - Alle Studierenden oder Beschäftigten einer Universität kennen das akademische Viertel, das auf den Beginn einer Veranstaltung 15 Minuten nach der vollen Stunde hinweist.

Für unseren ehemaligen Universitätspräsidenten Prof. Dr. Michael Jäckel ist Cum tempore Leitmotiv seiner kürzlich publizierten Geschichte der Trierer Universität. Seit dem Entschluss zur Universitätsgründung in den 1450er Jahren ist die Entwicklung der alten und neuen Universität von Wartezeiten geprägt. So gab es nach der Schließung 1798 einige Versuche einer Neugründung, die aber erst knapp 170 Jahre später möglich wurde.

Am 8. Dezember präsentierte Herr Jäckel sein neues Buch Cum tempore in unserer Zeitungsleseecke. Grußworte sprachen seine Amtsnachfolgerin Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer und unser kommissarischer Direktor Prof. Dr. Torsten Mattern. Als weitere Gäste durften wir u.a. Prof. Dr. Jörg Hasler, Präsident der Universität Trier von 1987-1995, sowie Ralf Britten, Beigeordneter der Stadt Trier, begrüßen.

Im Interview mit Prof. Dr. Stephan Laux warf Jäckel Schlaglichter auf die bewegte Geschichte der Trierer Universitäten. Die spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Universität war auf mehrere Orte in der Stadt verteilt und hatte Zeit ihrer Existenz mit finanziellen Problemen und ungeeigneten Räumlichkeiten zu kämpfen. Erst in den 1770er Jahren, etwa ein Vierteljahrhundert vor der Überführung in das französische Bildungssystem, kam es zu einer gewissen Konsolidierung. Ein Faktor für diese letzte Blütezeit war das Bemühen um Zusammenführung der bis dahin verteilten Einzelbibliotheken zu einer Gesamtbibliothek.

Die Forderung einer Neugründung konnte schließlich Ende der 1960er Jahre im Fahrwasser der im Deutschland der Nachkriegsjahrzehnte entstehenden Reformuniversitäten in die Tat umgesetzt werden. Bis zur Entstehung unseres heutigen Campus kam es passend zum Leitmotiv wieder zu einer kleinen Wartezeit. Der erste neue Campus in Trier entstand am Schneidershof. Ein Standort, der bis 1985 parallel zum Aufbau des neuen Campus seine Dienste leistete.

In Cum tempore zeichnet Jäckel das Auf und Ab unserer Universitätsgeschichte konzise und kenntnisreich nach. Wir erhalten Einblicke in Krisen und gemeisterte Herausforderungen sowie die Entwicklung der Organisationsstrukturen der frühen Jahrhunderte und heute. Dabei lernen wir die Protagonisten kennen, die die jeweiligen Zeitabschnitte von den 1450er Jahren bis in die Gegenwart prägten.

Wir danken Herrn Jäckel, allen weiteren Beteiligten und nicht zuletzt unseren Gästen für die gelungene Buchpräsentation. Cum tempore - Die Geschichte der Universität Trier ist im Verlag für Geschichte und Kultur Trier erschienen und wird in Kürze in unsere Bibliotheksbestände aufgenommen.