Pädagogische Beziehungen gestalten

Am 8.12.2021 fand unser kleiner Realschule-plus-Nachmittag zum Thema "Pädagogische Beziehungen gestalten" wegen den Einschränkungen der Corona-Pandemie digital statt. Für die Tagung hatten wir Lehrer:innen, Lehramtsanwärter:innen, Lehramtsstudierende, Wissenschaftler:innen und am Lehramt für Realschule plus Interessierte eingeladen.

Schüler:innen brauchen Lehrer:innen, denen sie vertrauen und die auf ihre Interessen, Wünsche und Bedürfnisse eingehen können. Robert C. Pianta (2014) betont, dass es bereits im Kindergarten und in den ersten Schuljahren auf die Qualität von pädagogischen Beziehungen ankomme. Zugleich sei eine gute Beziehung zu den Lehrer:innen in höheren Klassenstufen häufig sogar noch relevanter, insbesondere wenn die Jugendlichen in belastenden Verhältnissen lebten.

Durch Anerkennung und Ermutigung unterstützen Lehrer:innen ihre Schüler:innen beim Lernen. Auch umgekehrt gilt, dass sich eine positive Lehrer-Schüler-Beziehung entlastend auf den Arbeitsalltag von Lehrer:innen auswirken kann. In gegenseitig wertschätzenden Interaktionen zeigt sich die Qualität pädagogischer Beziehungen während des Unterrichts und darüber hinaus. Beispielsweise gehört dazu die Wahrnehmung sozialer Eingebundenheit, sich also als Lehrer:in oder Schüler:in im Beziehungsgefüge der Klasse anerkannt zu fühlen.

Zunächst starteten wir mit zwei parallelen Angeboten aus der Schulpraxis und der Schulforschung.

  • In einem Workshop mit dem Titel „Wer sich für Menschen interessiert, wird viel lernen“ berichteten Steffen Klein und Johannes Wilhelm von ihrer Tätigkeit im Studienseminar für Realschule plus, Trier. Sie haben Mut gemacht und Ängste genommen, indem sie aufgezeigt haben, dass Lehrer:in an einer Realschule plus ein herausfordernder, spannender und vielfältiger Beruf ist.
  • Prof. Dr. Natalie Fischer von der Universität Kassel konzentrierte sich in ihrem Vortrag mit dem Titel "Lernen in Beziehung. Warum sich ein Fokus auf die Gestaltung pädagogischer Beziehungen lohnt" auf den aktuellen Stand der Theorie und empirischen Forschung.

Björn Lengwenus hielt in der Keynote des Nachmittags einen sehr inspirierenden Vortrag über seine Schule.

Mit dem kleinen Realschule-plus-Nachmittag haben wir auch den Anspruch verbunden, Akteur:innen aus allen Phasen der Lehrerbildung und den beteiligten Institutionen für das Lehramt an der Realschule plus zusammenzubringen, um über Themen und Inhalte für zukünftige Kooperationen zu werben. Unsere Gäste bei der abschließenden Podiumsdiskussion zum Thema "Beziehungsqualität in der Lehrerbildung" waren Herr Regierungsschuldirektor Rudolf Funken (Fachaufsicht Realschule plus, ADD Trier), Herr Markus Lehnert (Schulleiter der Ruwertalschule, Waldrach), Herr Marco Ringel (Leiter des Studienseminars für Realschule plus, Trier) und Frau Dr. Birgit Weyand (Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrerbildung, Universität Trier) sowie Vertreter:innen der Lehramtsanwärter:innen (Studienseminar Realschule plus Trier) und der Fachschaft Lehramt (Universität Trier).