Zweites Laborgespräch im Lehr-Lern-Labor PhiLab: Film und Diskussion zu den Herausforderungen des Referendariats

Die Beteiligten am zweiten Laborgespräch im PhiLab der Universität Trier (von links): Dr. Birgit Palzer-Rollinger, Maximilian Heumüller, Carsten Matlok, Daniel Kugel, Janka Mittermüller, Prof. Dr. Matthias Busch (Bild: D.M. Helsper)

Am 25. Januar 2018 diskutierten Studierende, Referendare, Junglehrende und Fachleiter über Erfahrungen, Anforderungen und Herausforderungen im rheinland-pfälzischen Referendariat.

Im Rahmen des zweiten Laborgesprächs, zu dem das Zentrum für Lehrerbildung, der Arbeitsbereich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften und der CineAsta der Universität Trier ins neue Lehr-Lern-Labor „PhiLab“ eingeladen hatten, wurde zunächst der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm „Zwischen den Stühlen“ gezeigt. Der Film begleitet drei Referendare auf ihrem Weg in den Beruf. Zwischen Prüfungsängsten, Disziplinproblemen und Studienseminar gab der Film nicht nur Einblicke in die Professionalisierung junger Lehrender, sondern hinterfragte Form und Zustand der Lehrerbildung insgesamt.

In der anschließenden Podiumsdiskussion waren sich die Beteiligten einig, dass das Referendariat in Trier konstruktiver und weniger stark als persönliche Krise erlebt wird, als es im Film den Anschein hat. Dr. Birgit Palzer-Rollinger, Fachleiterin für das Unterrichtsfach Sozialkunde am Studienseminar Trier, betonte, dass in Ihrer Wahrnehmung die angehenden Lehrkräfte mit viel Freude und Engagement Schülerinnen und Schülern begegneten. Auch die Referendare auf dem Podium, Daniel Kugel vom Max-Planck-Gymnasium und Carsten Matlok vom Peter-Wust-Gymnasium, vermissten im Film die positiven Seiten des Referendariats, die sie im bereichernden Umgang mit den Schülerinnen und Schülern und der Unterstützung durch Kollegium und Fachleitungen erführen. Zwar sei das Referendariat für viele Lehrende stressbelastet und gebe insbesondere durch die Verkürzung auf anderthalb Jahre wenig Raum zur Erprobung ausgefallener Unterrichtsmethoden, so Lehrerin Janka Mittermüller, doch helfe die intensive Betreuung dabei, die eigene Professionalisierung zielgerichtet zu gestalten. Auch mit dem verbreiteten Vorurteil, das Universitätsstudium würde nicht ausreichend auf die Herausforderungen der praktischen Ausbildungsphase vorbereiten, räumten die Diskutanten auf. Insbesondere die fachwissenschaftliche und fachdidaktische Qualifikation sei eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Referendariat, stellte Lehrer Maximilian Heumüller vom Max-Planck-Gymnasium fest.

Insgesamt konnte der Erfahrungsaustausch, der durch das neue Format der Laborgespräche zwischen allen Beteiligten der Lehrerbildung initiiert worden sei, manche Unklarheit und Befürchtung der anwesenden Lehramtsstudierenden beseitigen, zeigte sich Prof. Matthias Busch, der die Diskussion moderierte, zufrieden.

Das dritte Laborgespräch, das sich dem Thema „Digitalisierung von Schule und Lehrerbildung“ widmet, findet am 15. Februar 2018 ab 18:15 Uhr im PhiLab statt.