Computerspiele im Unterricht?!

In der Übung Politisches Lernen in Planspielen und Simulationen referierte Dipl. Päd. Daniel Zils über Einsatzmöglichkeiten von Computerspielen im Unterricht. Als Medienpädagoge arbeitet Zils mit Jugendlichen in und außerhalb der Schule, aber auch mit Lehrkräften und Eltern. Computerspiele führen in Schule und Elternhäusern oftmals zu Konflikten- das „Daddeln“ scheint zum Lernen oftmals im Widerspruch zu stehen. Doch lassen sich, ausgehend von Games wie „Orwell“, „Papers, please“ oder „This war of mine“ vielfach relevante Fragestellungen ableiten: Welche Freiheit hat der Spielende tatsächlich und welche sind durch die Vorgaben des Programmierenden eingeschränkt? So kann es beispielsweise bei „This war of mine“ nie zu einem Ende des Konflikts kommen, Friedensverhandlungen oder Verträge sind damit im Grunde obsolet. „Papers, please“ thematisiert die Frage der Einreisebestimmungen in einen fiktiven Staat, in „Orwell“ geht es darum, möglichst viele verwertbare Informationen über die Mitspielenden zu bekommen. Die Übertragung dieser Aspekte auf den Ethik- oder Politikunterricht wurden in der Lehrveranstaltung hervorgehoben und ausführlich diskutiert. Das beschränkte Zeitbudget einer Unterrichtsstunde kam ebenso zur Sprache wie die Möglichkeiten, durch Projektunterricht oder im Fächerverbund Gelegenheiten für solches Vorgehen zu schaffen.

„Die Schülerinnen und Schüler abholen, wo sie stehen, sich für sie und ihr Leben zu interessieren“, lautete ein Ratschlag des Referenten. Sie seien die Experten für Hardware und Software, doch sei es an den Lehrenden, den Zusammenhang zu ethisch- politischen Grundfragen herzustellen. Auch Dozentin Sabine Gans hob den Aspekt der positiven Beziehungsgestaltung und ihre Bedeutung für den Lernerfolg hervor.

Daniel Zils plädierte für einen unverkrampften Umgang mit Computerspielen, zeigte Trends und Tendenzen beim Nutzerverhalten von Jugendlichen auf, formulierte jedoch auch seine Besorgnis ob der Möglichkeiten, PC- Spielern beim Spielen im Netz zusehen zu können, was den Jugendschutz faktisch aushebele. Er wies auf Angebote von Bildungsträgern und Ministerien hin, insbesondere die Plattform „Digitale Spielewelten“ bietet medienpädagogische Anregungen und Informationen.

Die Veranstaltung ist Teil des Katalogs zum Erwerb des Zertifikates „Lernen und Lehren in der digitalen Gesellschaft“, welches Lehramtsstudierenden die Möglichkeit bietet, Kompetenzen im Bereich der Medienbildung, der Mediendidaktik und -pädagogik sowie im Umgang mit Digitalisierung in Schule, Unterricht und Gesellschaft zu erwerben.