ASJA - Antisemitismus in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

FörderungBundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
im Rahmen der Förderrichtlinie „Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus“
Laufzeit03/2026-02/2029 (Teilvorhaben der IIA: 03/2026-06/2027)
Fördervolumenca. 1,1 Mio €
Verbundpartner
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Kurzbeschreibung des Projekts

Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das seit dem Angriff der Hamas auf die israelische Zivilgesellschaft am 7. Oktober 2023 auch in Deutschland stärker und sichtbarer in Erscheinung tritt. Junge Menschen kommen in vielen Bereichen ihrer Lebenswelt mit antisemitischen Ressentiments in Kontakt und pädagogische Fachkräfte erleben den Umgang mit antisemitischen Vorfällen in ihren Arbeitsfeldern zunehmend als Herausforderung. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Praxisforschungsprojekt der bedarfsorientierten Entwicklung sowie der wirkungsorientierten Evaluation von Fortbildungsangeboten für Fachkräfte im ausgewählten Feld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) zum professionellen Umgang mit Antisemitismus. Die außerschulische Jugendarbeit in Jugendzentren, Jugendclubs und anderen Jugendfreizeiteinrichtungen steht bislang nur selten im Fokus.

Das Projekt ist als mehrstufiges, modulares Verbundprojekt mit einem Forschungs- und einem Praxispartner konzipiert:

  • Modul 1: Empirische Bedarfsanalyse bei pädagogischen Fachkräften der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (mit Beteiligung der IIA)
  • Modul 2: Angebots-Mapping (Federführung der IIA)
  • Modul 3: Praxisentwicklung und -erprobung
  • Modul 4: Wirkungsevaluation
  • Modul 5: Wissens- und Ergebnistransfer (mit Beteiligung der IIA)

Teilvorhaben der IIA

Angebotsmapping antisemitismuskritischer Fort- und Weiterbildungskonzepte
VerbundpartnerUniversität Trier (Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL/Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung)
Projektbeschreibung

Das Trierer Teilprojekt im Verbund ASJA kartiert und analysiert bundesweit bestehende antisemitismuskritische Fort- und Weiterbildungsangebote für Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA). Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Angebote derzeit existieren, auf welche fachlichen Bedarfe sie reagieren und welche Leerstellen sie offenlassen. Untersucht werden dabei sowohl inhaltliche Schwerpunkte – etwa antisemitismuskritische Bildung, Shoa-Bezug oder Diversitätsansätze – als auch methodisch-didaktische Zugänge wie Begegnungspädagogik, Fallarbeit, Selbstreflexion oder biografisches Lernen. Zugleich wird analysiert, welche institutionellen Kontexte die Angebotslandschaft prägen und inwiefern bestehende Formate aktuellen Herausforderungen, insbesondere israelbezogenem Antisemitismus, gerecht werden. Da die OKJA stärker als die Schule von Freiwilligkeit, Partizipation und sozialräumlicher Einbindung geprägt ist, braucht sie passgenaue Qualifizierungsangebote. Das Teilprojekt schafft hierfür die empirische Grundlage, identifiziert substanzielle Lücken und trägt so zur Weiterentwicklung, Qualitätssicherung und fachlichen Stärkung antisemitismuskritischer Bildungsarbeit bei.

TeilprojektleitungDr. Thomas Grotum
Wissenschaftlicher MitarbeiterAndreas Borsch