Species Literacy und ihre Einflussfaktoren
Vergleichende Erforschung der Species Literacy heimischer Tier-, Pilz- und Pflanzenarten im Kontext von Biodiversität und Bildungsangeboten
Projektbeschreibung:
Die biologische Vielfalt bildet die Grundlage funktionierender Ökosysteme und ist für das menschliche Leben unverzichtbar. Gleichzeitig geht die Biodiversität weltweit in einem bisher beispiellosen Ausmaß zurück. Ein wichtiger Baustein für den Schutz von Arten ist die sogenannte Species Literacy – die Fähigkeit, Arten zu erkennen, zu benennen und ihre ökologische Bedeutung zu verstehen. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass die Artenkenntnis in der Bevölkerung zunehmend abnimmt. Während die Species Literacy in Bezug auf Tiere und Pflanzen bereits untersucht wurde, liegen bislang nur wenige Erkenntnisse zur Artenkenntnis von Pilzen vor. Zudem fehlen vergleichende Studien, die Tiere, Pflanzen und Pilze gemeinsam betrachten. Das Forschungsvorhaben untersucht daher die Artenkenntnis und das Biodiversitätswissen der Bevölkerung in Deutschland in Bezug auf heimische Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie mögliche Einflussgrößen hierauf wie etwa schulische und außerschulische Lernerfahrungen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Ursachen für Wissensdefizite besser zu verstehen und Bildungsmaßnahmen zur Förderung von Biodiversitätskompetenzen gezielt weiterzuentwickeln.
Projektziele
1) Wissenschaftliche Erhebung und Erkenntnisgewinn
- Erfassung der Species Literacy der Bevölkerung in Deutschland in Bezug auf heimische Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie die Identifikation von Einflussfaktoren auf Artenkenntnis und Biodiversitätswissen.
- Vergleich der Species Literacy zwischen den Organismengruppen Tiere, Pflanzen und Pilze.
2) Implikationen für Bildung und Naturschutz
- Entwicklung von Bildungsangeboten im Rahmen des neu entwickelten Pilzmoduls des BioGeoLabs zur Förderung der Species Literacy, insbesondere im Bereich der Pilze.
- Ableitung von Empfehlungen für Biodiversitätsbildung, Umweltbildung und Naturschutzkommunikation.
Öffentlichkeitsarbeit & Publikationen
- Das Kapitel „Vertebrate Diversity in School Gardens“ im Fachbuch “Sustainability Education in School Garden-Based Learning“, das im Mai 2026 im Springer-Verlag erschienen ist, wurde von Frau Schanz und Herr Remmele verfasst. Darin zeigen die Autoren auf, wie Schulgärten als urbane Rückzugsorte für Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische fungieren und zugleich zur Förderung der Species Literacy von Schülern beitragen können.
- Unter dem Titel “Low fungal knowledge and limited identification skills: study reveals a species literacy gap among laypeople from Germany” wurden die Ergebnisse der ersten Studie im Februar 2026 in der Fachzeitschrift Scientific Reports (Nature-Portfolio) publiziert. Die Studie untersucht die Pilzkenntnisse der deutschen Bevölkerung und identifiziert Faktoren, die mit der Artenkenntnis von Pilzen zusammenhängen.
- Im Rahmen der Pilzfestspiele 2025 im Naturhistorischen Museum Wien präsentierte Frau Schanz ihre Forschungsergebnisse im Vortrag „Pilzkenner:innen in Deutschland-eine bedrohte Spezies?!“ im Programmbereich Citizen Science & Education einer breiten Öffentlichkeit.
- Auf der internationalen FDdB-Tagung 2025 an der Universität Innsbruck hat Frau Schanz die gemeinsam mit Herrn Remmele durchgeführte Studie zur Species Literacy in Bezug auf Pilze im Rahmen eines wissenschaftlichen Vortrags der Fachcommunity vor.
Förderung
aus Eigenmitteln finanziert
Ansprechperson
Ina Schanz (schanzuni-trierde)
Weitere beteiligte Personen