Über 600 verstreute Briefe von Henrik Steffens werden digital vernetzt

Mit der HU Berlin startet das Trier Center for Digital Humanities ein Projekt zur digitalen Sammlung des Nachlasses des Naturphilosophen Henrik Steffens.

Briefe von Henrik Steffens, Besitz: Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden Bild rechts unten von Joachim Schnürle on Unsplash, Brief links von „Henrik Steffens an Unbekannt, 14. Januar 1836“, Privatbesitz: Loose Blätter Sammlung sowie  Henrich Steffens. Lithografie von Friedrich Jentzen nach einer Zeichnung von Franz Krüger
Briefe von Henrik Steffens, Besitz: Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden Bild rechts unten von Joachim Schnürle on Unsplash, Brief links von „Henrik Steffens an Unbekannt, 14. Januar 1836“, Privatbesitz: Loose Blätter Sammlung sowie Henrich Steffens. Lithografie von Friedrich Jentzen nach einer Zeichnung von Franz Krüger.

Dr. Marit Bergner vom Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin und Dr. Thomas Burch vom Trier Center for Digital Humanities (TCDH) der Universität Trier werden in den kommenden drei Jahren den auf über 40 europäische Standorte verteilten Briefbestand von Henrik Steffens in einer digitalen Sammlung erstmals zusammenführen. Steffens ist einer der wichtigsten Vertreter der deutsch-skandinavischen Geistes- und Universitätsgeschichte. Die Sammlung wird mit Blick auf die in den vergangenen Jahren am TCDH entstandenen Plattformen seiner Zeitgenossen einen weiteren Baustein zur Erschließung und Visualisierung des weitgespannten Briefnetzwerks jener Zeit bilden. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Als preußischer Gelehrter und Universitätsprofessor in Halle, Breslau und Berlin gehört der in Norwegen geborene und in Dänemark ausgebildete Henrik Steffens (1773 - 1845) zu den zentralen Persönlichkeiten der skandinavisch-deutschen Kulturbeziehungen des 18. Jahrhunderts. Seine Schrift „Über die Idee der Universitäten“ (1809) zählt zu den wichtigsten Abhandlungen über die moderne Universität. Sein Werk ist über die Philosophie hinaus auch für die Geschichtswissenschaften, Theologie und Literaturwissenschaften bedeutsam.

Potenzial zu Folgevorhaben

Mit dem Charakter eines Pilotprojektes und dem Potenzial zu einem größeren Folgevorhaben schafft die digitale Sammlung somit auch die Grundlage für weitergehende interdisziplinäre Forschung, indem vor allem eine effiziente, thematisch orientierte Quellenrecherche ermöglicht wird, die auch ohne weitreichende Kenntnisse von Henrik Steffens‘ Leben und Wirken durchgeführt werden kann.

Die entstehenden Forschungsdaten werden im Sinne von Open Science mit zentralen Datenbanksystemen wie der Gemeinsamen Normdatei (GND) der Deutschen Nationalbibliothek verknüpft und fließen in den an der Berlin-Brandenburgischen Akademie entwickelten projektübergreifenden Katalog für digitalisierte Korrespondenzen (correspSearch) ein.

Große Erfahrung aus früheren Projekten

Das TCDH baut hierbei seine große Erfahrung aus vorangegangenen Projekten zu Vertretern der Epoche weiter aus. Zuvor wurden bereits die Briefwechsel von August Wilhelm Schlegel und Friedrich Schlegel, Abraham Gottlob Werner sowie von Johann Caspar Lavater digital publiziert.

Für das Forschungsdatenmanagement zur digitalen Sammlung wird das an der Universität Trier entwickelte und in zahlreichen vergleichbaren Projekten bewährte Werkzeug „FuD“ eingesetzt.

Weitere Informationen

Kontakt

Dr. Thomas Burch
Kompetenzzentrum – Trier Center for Digital Humanities
Mail: burchuni-trierde
Tel. +49 651 201-3364

Dr. Marit Bergner
Nordeuropa-Institut
Humboldt-Universität zu Berlin
Mail: marit.bergner@hu-berlin.de
Tel.: +49 30 2093-9628