21 Lichtblicke für 2021

Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie möchte Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel mit diesem kleinen Projekt auf einige Lichtblicke an der Universität Trier hinweisen. Die Pandemie verbreitet wenig Elan. An der Universität sorgen viele Menschen aus unterschiedlichen Bereichen für Dinge und Ereignisse mit positiver Ausstrahlung.


BEST Preisvergabe uniSPORT Gelände drei Studentinnen Unipräsident

8 IMMER IN BEWEGUNG

Ein Perpetuum mobile verdeutlicht uns die Möglichkeit der Energieerhaltung in einem verbundenen System. Vieles war in diesen Monaten des Stillstands in Bewegung, auch die Sportverantwortlichen an unserer Universität haben neue Betätigungsfelder entdeckt. Ein Wettbewerb „Bewegen in Zeiten von Corona“ wurde ausgelobt. Erfolg hatten Ideen, die sich kreativ mit den Wartezeiten dieses neuen Alltags auseinandersetzen. Was geht beispielsweise parallel zur Zubereitung eines Tees? Fit im Studium heißt auch: zwischendurch immer einmal für den Wechsel - vom Bildschirm zur Gymnastik – bereit sein.

Das Radfahren im Freien ist ebenfalls eine gute Option. Die Universität Trier ist wieder mit einem großen Team beim Wettbewerb „Stadtradeln“ dabei. Die hohe Qualität dieser Bewegungsform ist bekannt, gerne wird sie auch mit Musik kombiniert. Und da kommt es immer auf die angemessene Lautstärke an. Radfahren und Musik: In diesen Tagen werden wir an eine schöne Szene der Filmgeschichte erinnert. Zur Melodie von „Raindrops keep falling on my head“ konnten „zwei Banditen“ für einen Moment unbeschwert die Zeit genießen, drehten holprige Runden auf einem „Drahtesel“, während im Hintergrund aus dem Soundtrack „..till happiness steps up to greet me..“ erklang. Die Western-Komödie endet anders, aber allgemein gilt: Wer in Bewegung ist, fühlt sich dabei und danach in der Regel besser.


Aufnahme im Audimax

7 DIGITAL ABSOLVIERT

Das Audimax glich einem kleinen Fernsehstudio, das Publikum verteilte sich über die gesamte Republik und erlebte das Ereignis auf dem YouTube-Kanal der Universität mit. Ein Regisseur, ein Kameramann, ein Moderator, Rednerinnen und Redner, Ehrungen, Erinnerungen. So lässt sich kompakt beschreiben, was die Absolventinnen und Absolventen des Fachbereichs V Rechtswissenschaft in Anerkennung ihrer Leistungen als Absolventenfeier am 30. April 2021 erleben durften. Musikalische Begleitung wurde geschickt eingespielt. Die Live-Atmosphäre konnte unsere BigBand Swing Unit – obwohl zuvor aufgezeichnet - gut vermitteln.

Die Gemeinschaftsleistung ist immer auch das Verdienst des Alumni-Vereins. Er war auch an diesem Nachmittag präsent. Er verfolgt zugleich aufmerksam die Herausforderungen dieser digitalen Zeit. Dank seines Engagements ist der Fachbereich V nun Inhaber eines eigenen Aufnahmestudios für Vorlesungen und Vorträge. So kann unter den aktuellen Bedingungen das Recht noch besser ins rechte Licht gerückt werden.

 


Campus Tag Lageplan

6 KANN SOFTWARE SOZIAL SEIN ?

Zu den guten Traditionen an unserer Universität gehört der Markt der Möglichkeiten. Er ist ein wichtiger Wegweiser zu Beginn des Studiums und vermittelt den neuen Studierenden gleich zu Beginn: Hier ist Engagement unterwegs, da kann ich mich anschließen usw. Manchen ist die Rede vom dauernden Vernetzen aktuell zwar gerade mal zu viel. Aber was sich mit Softwareprodukten so alles machen lässt, konnte unter anderem in der Ersti-Begrüßung des ASTA bestaunt werden. Fast 20 Jahre ist der Begriff „Social Software“ nun in Gebrauch. Und dennoch braucht es immer wieder einmal Beispiele, die die positive Seite dieser sozialen Komponente unterstreichen.

Mit „Gather.Town“ und anderen Produkten lassen sich auch erstaunliche Parallelen zum klassischen Universitätsalltag herstellen, der sich ja immer noch nicht wieder vor unseren Augen ausrollen möchte. Umgebungseffekte könnte man das nennen. Nicht nur „Verkachelung“, wie der Bundespräsident in seiner Rede betonte, sondern auch „Scheinbar vorhanden“-Effekte. Denn das ist gemeint, wenn wir das Wort „virtuell“ in den Mund nehmen. Kurzum: Gute Initiative!

 


Konzert des Collegium Musium anlässlich des Jubiläums im Sommer 2017

5 EINE MUSIKALISCHE FAMILIE

Über ein Jahr dauert nun auch die musikalische Pause an, die uns die Pandemie verordnet hat. Es gab Hoffnungsschimmer und erste Ansätze, aber am Ende des Tages blieb es doch bei dem Wartestand. In der Vorweihnachtszeit konnten wir uns an vier Adventskonzerten erfreuen, die ohne Publikum im Audimax aufgeführt wurden und auf dem Youtube-Kanal der Universität gehört und gesehen werden konnten, gestaltet von unserer Big Band SwingUnit und einem Ensemble des Collegium musicum. Auch das waren wahrlich Lichtblicke in einer schwierigen Zeit – gerade für Trier.

Das musikalische Element ist ein bedeutendes Band zwischen der Universität, der Stadt, der Region und – das darf ohne Übertreibung gesagt werden – der Welt. Es macht uns zugleich zu einem Kultur-Campus. Das gerade erwähnte Collegium musicum ist dabei ein herausragender Baustein. Nun ist ein gelungenes Video erstellt worden, das das Selbstverständnis und den Auftrag, aber auch die Freude, Teil dieses Engagements sein zu dürfen, eindrücklich dokumentiert. Wer diese Bilder sieht, der wird mehr als einen Hoffnungsschimmer verspüren.

https://www.youtube.com/watch?v=09wiPeka3ZA

 


Studierende im Philab 21 Lichtblicke

4 HAND IN HAND!

Das Lehramt hat seine eigenen curricularen Gesetze. Aber in außergewöhnlichen Zeiten kommt es durchaus auch zu Kooperationen, die besonders hervorgehoben werden sollten. Bereits im vergangenen Herbst wurde an der Universität Trier überlegt, wie das veränderte Aufgabenfeld der Schulen während der Corona-Pandemie durch Studierende im Lehramt unterstützt werden kann. Jetzt ist ein Weg gefunden worden. Die Schulen in der Region freuen sich: Von der Grundschule bis zum Gymnasium reicht das Spektrum. Die Studierenden arbeiten in der Regel vor Ort und bringen sich in den Wechselunterricht und andere Lernformen ein. Mehr als 30 sind bereits dabei. Das kann doch nun wirklich Schule machen. Hand in Hand heißt hier auch: Ehrenamtliches Engagement trifft auf Lehrerfahrung in einer herausfordernden schulischen Praxis.

Wo mehr Betreuungsmöglichkeiten gegeben sind, da können auch einmal individuelle Schwerpunkte gesetzt werden. Es geht nicht nur um das Lernen und das Aufholen von Stoff. Viele Kinder sind schlicht aus dem Rhythmus gekommen und ermüden rasch, die Konzentration lässt nach, die Stimmung leidet. Wie hieß es doch bereits bei Wilhelm Busch: „Nicht allein das ABC bringt den Menschen in die Höh‘.“ Wir freuen uns, dass wir mit diesen „Patenschaften“ den Verantwortlichen sowie den Kindern und Jugendlichen helfen können.

 


3 EIN HOCH AUF DEN GELBEN WAGEN!

Die Botanik erfreut sich dieser Tage an der Lenzrose. Sie bringt Farbe in den Alltag, ebenso die Blume des Jahres 2021. Die Wahl fiel auf den Großen Wiesenknopf: neues Leben, neue Ideen, neue Signale.

Wer in den Höhenstadtteilen von Trier lebt, der kennt die fahrenden Händler, die, zumeist mit frischen Backwaren, die Bevölkerung direkt vor Ort versorgen. Zugleich ein kurzer Treff für Nachbarn. Manche künden sich mit einem Hupgeräusch oder einem Klingelton an. Auch im Studierendenwerk Trier hat es jetzt geklingelt. Ein wirklich originelles Mobil macht durch sein Aussehen und eine bestechende Signalfarbe auf sich aufmerksam. Wer möchte da nicht in einem studentischen Wohnheim in Trier zuhause sein? Denn fortan kommt das Essen direkt vor die Tür. „hin & lecker“: eine mobile Mensa in einer Zeit, die gerade jetzt wieder an Bewegung denkt. Wie es funktioniert? Einfach nachlesen – viele Wege führen zum Ziel:

https://www.mensamobil.de/

Ich gehe davon aus, dass anschließend ein „hin & weg“ dem gelben Wunderwagen Flügel verleiht. Einst sang ein Bundespräsident: „Hoch auf dem gelben Wagen“. Jetzt singen die Campus-Bewohner: „We all live in a yellow caravan.“

 


2 DIE VIELFALT DER BEGEGNUNGEN

Nach zehn Monaten wird die Liste des Versäumten und Nachzuholenden allmählich lang. Aber ebenso lang ist die Liste alternativer Aktivitäten. Vor wenigen Tagen erzählte mir ein Kollege von seinem Tea Time-Format: Außerhalb von Seminar oder Vorlesung unterhält er sich mit seinen Studierenden über das Studium an sich, auch über die eine oder andere öffentliche Kontroverse. Solche Zusammenkünfte finden an vielen Stellen statt. Es verbindet und überbrückt. In einem solchen Online-Treffen mit internationalen Studierenden der Universität Trier ist spürbar geworden, wie sehr dieser Austausch gewünscht wird. Daher sei an dieser Stelle zunächst noch einmal an das „Café International“ des Internationalen Zentrums erinnert, das auch während der Pandemie „geöffnet“ hat.

https://www.uni-trier.de/index.php?id=66998

Ein weiteres Beispiel unter vielen. Apropos Liste: Für die akademische Welt ist das Symposium, der Workshop oder die Tagung das Format für eine Mischung aus wissenschaftlicher Auseinandersetzung und zwangloser Zusammenführung. Am Ende dieser Woche (5. Februar, 19 Uhr) lädt das Fach Anglistik zu einem weiteren Literaturgespräch ein. Es geht um schöne englischsprachige Romane, aus Sicht der digitalen Podiumsteilnehmer um die schönsten. Wer dabei sein wird? Das erfahren Sie hier:

https://lieblingsromane-trier.de/

Vielleicht geht Ihnen ja ein Licht auf. Am Ende werden es wieder viele Empfehlungen sein. Und wer nicht auf dieser Bücherliste steht, kann selbstverständlich trotzdem entdeckt werden.

 

1 DAS TRIERER FILMFESTIVAL

Es gibt viele Geschichten, die das Leben erzählt. Das gilt für das eigene, aber in gleicher Weise für die vielen anderen. Gerade diese Welt außerhalb unserer alltäglichen Reichweite, also der unmittelbaren Erfahrung, macht neugierig. Für diese Faszination steht das Kino und auch das Trierer Filmfestival, das erneut vom Fach Ethnologie der Universität Trier veranstaltet wird. Der Blick in andere Welten und Kulturen steht bei den insgesamt 17 Filmen im Mittelpunkt. Alles natürlich digital, aber die Nähe zu den Regisseuren wird in einigen Fällen durch Interviews, die Studierende des Fachs geführt haben, möglich gemacht. Aus unserer Sicht ein erster Lichtblick in diesem Jahr 2021.

Vergangenes Jahr feierte das Kino ein Jubiläum: 125 Jahre zuvor hatten die Gebrüder Lumière in Paris den Bildern das Laufen gelernt. Film nannte man es später. Aber allein der Zufall, dass die Lumières – vor und mit ihnen viele andere Pioniere – mit Material und Licht experimentierten, macht das Filmfestival zu einem gelungenen Auftaktkandidaten. Die Filme laufen vom 25. – 31. Januar.

 https://transkulturelleskino.de/

Einen Tag nach einem traditionellen Januar-Filmfestival in Saarbrücken, das den Namen von Max Ophüls trägt, übernimmt somit Trier die Regie. Und – das sei abschließend auch erwähnt – Trier selbst hat eine Kinogeschichte, die mit dem Namen von Peter Marzen verbunden ist. Die Trierer Medienwissenschaft hat nicht nur diese Pionierleistung untersucht, sondern auf vielfältige Weise die historische Projektionskunst – eben Lichtspiele – unter die Lupe genommen.