Pseudo-Diderot überführt

Denis Diderot war nicht wie bisher gedacht der Autor einiger wichtiger Schriften der Aufklärung. Der wahre Urheber kommt wohl aus Landau in der Pfalz.

Wesentliche Teile aus dem hochpolitischen Geschichtswerk L’histoire des deux Indes waren jahrzehntelang dem französischen Philosophen Denis Diderot zugeschrieben worden. Eine neue Untersuchung durch Historiker Prof. Dr. Damien Tricoire von der Universität Trier zeigt nun aber: Diderot hat die Beiträge wohl gar nicht verfasst. Eine Erkenntnis von einiger Tragweite. Denn genau diese Kapitel haben den im 20. Jahrhundert rund um den Aufklärer entstandenen Hype mitbegründet.

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Falsche Fährte aus dem Archiv

Die bewussten Stellen richten sich nämlich gegen koloniale Eroberungszüge und Sklaverei oder verteidigen die amerikanische Revolution. Damit vertritt ihr Autor bereits in den 1770er-Jahren Ideen, die während der Französischen Revolution aufkamen. „Diderot war wohlgemerkt kein Befürworter von Sklaverei und gewaltsamer kolonialer Eroberung, aber diese Themen waren wohl für ihn nicht sehr wichtig“, benennt Damien Tricoire erste Widersprüche.