Akademiedozentur an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

(zuletzt geändert am 28. September 2021)

Aufgrund einer Vereinbarung über die Zusammenarbeit in Lehre und Forschung zwischen der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz hat die Universität Frankfurt zum Wintersemester 2015/2016 am Institut für Empirische Sprachwissenschaft die Akademiedozentur Mittelhochdeutsches Wörterbuch eingerichtet. Inhaber der Dozentur ist Dr. Ralf Plate,  der die Arbeitsstelle des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs an der Universität Trier leitet und  und bereits seit 2013 am Institut für Empirische Sprachwissenschaft der Universität Frankfurt Lehraufträge wahrgenommen hat.

Gegenstand der Akademiedozentur ist die ältere deutsche Sprachgeschichte, besonders Historische Wortsemantik, Wortbildungslehre, Syntax, Lexikologie und Lexikographie. Die Dozentur soll der Vermittlung von Expertise aus dem Vorhaben Mittelhochdeutsches Wörterbuch in universitärer Lehre und Forschung dienen und umgekehrt Anregungen daraus für das Akademienvorhaben fruchtbar machen. Insbesondere soll die Akademiedozentur Forschungsprojekte mit Bezug zum Akademienvorhaben Mittelhochdeutsches Wörterbuch durchführen.

Lehre

An der Lehre des Instituts beteiligt sich die Dozentur im Studiengang Empirische Sprachwissenschaft mit der Wahrnehmung des Moduls Altgermanische Sprachen im Bachelor-Programm, im Master-Programm mit Veranstaltungen zur deutschen Sprachgeschichte vor allem aus den Bereichen der historischen Wortsemantik, Syntax, Lexikologie und Lexikographie

Wintersemester 2021/22:

  • Einführung ins Althochdeutsche und Altsächsische
  • Methodenlehre: Vom Kodex zum Korpus. Handschriftenkunde, Überlieferungsgeschichte und Editionsphilologie für Mittelalter-Linguistik

 

Forschung

  • Organisation und Leitung des jährlichen Arbeitsgesprächs zur historischen Lexikographie.
  • 2016-2019, abgeschlossen: Beteiligung am eHumanities-Zentrum für Historische Lexikographie (ZHistLex). Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt  wurde gemeinsam von drei Akademien (der Berlin-Brandenburgischen, Göttinger und Mainzer Akademie) und drei Universitäten (Frankfurt, Gießen, Trier) durchgeführt. Es hat in sechs Arbeitsbereichen technisch und konzeptionell die neuen Möglichkeiten der digitalen historischen Lexikographie erkundet und exemplarisch realisiert. Dabei war das Mittelhochdeutsche Wörterbuch federführend zuständig für den Aufgabenbereich Bidirektionale Verknüpfung von Wörterbuch-Belegen mit digitalen Volltexten, das Institut für Empirische Sprachwissenschaft für den Aufgabenbereich Computergestützte Etablierung epochenübergreifender Wortfamilienstrukturen. – Vgl. Thomas Burch / Thomas Gloning / Volker Harm / Axel Herold / Armin Hoenen / Ralf Plate / Ute Recker-Hamm: Schlussbericht des Verbund-Projekts ZHistLex („eHumanities-Zentrum für Historische Lexikographie“) (28.3.2020): doi.org/10.2314/KXP:1728621410 und hier
  • in Vorbereitung (beantragt): DFG-Projekt "Wortfamilien diachron (WoDia) – Eine Forschungsumgebung zur historischen Wortbildung des Deutschen". Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt, das an den Universitäten Frankfurt (Jost Gippert, Ralf Plate), Hamburg (Sarah Ihden, Ingrid Schröder) und Trier (Thomas Burch) durchgeführt werden soll und die Zusammenführung der Wortschätze des Althochdeutschen, Altsächsischen, Mittelhochdeutschen und Mittelniederdeutschen in einer übergreifenden Wortfamilienstruktur zum Gegenstand hat.