Workshop "Informationsmodifikation und -verlust"

Oxford, Merton College MS 160, fol. 97r
Oxford, Merton College MS 160, fol. 97r.

Frau Dr. Jessika Ammer organisiert am Trierer Kolleg für Mittelalter und Frühe Neuzeit einen Workshop zum Thema "Informationsmodifikation und -verlust". Der Workshop wird als Online-Veranstaltung vom 21. bis zum 22. Oktober 2021 stattfinden. Themenvorschläge können bis Ende August an Frau Ammer adressiert werden (E-Mail: ammer@uni-trier.de).

Abstract
Für Informationen und unser Wissen bezüglich des Mittelalters sind wir auf gegenständliche, konkrete und abstrakte Zeugnisse angewiesen, dabei sind für die Geisteswissenschaften vor allem die schrifttragenden Quellen bedeutsam. Allerdings sind zuweilen wichtige Quellen und somit Informationen auf dem langen Weg vom Mittelalter bis heute nicht vollständig überliefert. Gerade solche Überlieferungsträger, die Schrift enthalten, erlitten eine nicht immer sorgfältige Behandlung, wodurch Verluste aller Art auftreten konnten. Es ist eine der Aufgaben der Wissenschaft, solche verlorenen Informationen zu rekonstruieren – eine oft unlösbar scheinende Aufgabe. Dazu gehört auch die Frage nach der Echtheit oder Vertrauenswürdigkeit der erhaltenen Informationen. Die Möglichkeiten der Verschriftung und Vervielfältigung, wie sie sich gerade seit dem 16. Jahrhundert darboten, erlaubten eine praktisch beliebige Manipulierbarkeit historischer Quellen.Der Workshop soll in einem interdisziplinären Zugriff der Frage nach den Gründen von Informationsverlust und -manipulation nachgehen. Manches mag mit Absicht „verloren“ gegangen oder verändert worden sein: Zensur, Zerstörung, inhaltliche oder moralische Bedenken, daneben entsteht zeitlich bedingter Verlust durch Fehler in Übertragung und Weitergabe, auch Beeinträchtigung durch materiellen Zerfall oder durch Katastrophen wie Brände etc.Folgende Fragen stellen sich u. a.:Warum wurden bestimmte Texte als bewahrenswert eingeschätzt, andere dagegen nicht? Welche Möglichkeiten gibt es, verlorenes Wissen wiederherzustellen oder Lücken zu schließenund bis zu welchem Grad lässt sich Verlorenes rekonstruieren? Bedeutet ein Mehr an Überlieferung auch ein Mehr an Information? Inwiefern können Bewahrung und Präsentation von (noch) Vorhandenem dabei eine Rolle spielen? Kann mit den neuen Möglichkeiten der Digitalisierung ein weiterer Informationsverlust verlangsamt oder ganz verhindert werden? Welche Rolle spielten und spielen Archive und Bibliotheken damals wie heute? Wie wichtig ist die Frage nach einem „Original“? Der Workshop möchte sich an die unterschiedlichsten Disziplinen richten – von der Editionsphilologie, den Literatur- Sprachwissenschaften bis zur Archäologie und Kunstgeschichte. So lassen sich nicht nur die fachspezifischen Anforderungen an das Problem des Informationsverlustes aufzeigen, sondern auch Möglichkeiten, an welchen Stellen ein interdisziplinäres Zusammenarbeiten lohnend sein kann.

Weitere Details können Sie der hinterlegten pdf.-Datei entnehmen. Klicken Sie bitte hier.

Deadline: 31. August 2021

Kontakt:
Dr. Jessika Ammer
Universität Trier
Trierer Kolleg für Mittelalter und Frühe Neuzeit
c/o Cusanus Institut
Domfreihof 3
54290 Trier

E-Mail: ammer@uni-trier.de