Eine wiegende Klarinette und ein betörendes A

Chor und Orchester der Universität Trier haben mit dem Klarinettenkonzert von Mozart und dem Gloria von Poulenc begeistert.

Als Solistin für das Gloria von Poulenc hatte das Collegium Musicum die Sopranistin Silja Schindler gewinnen können.

Als Solistin für das Gloria von Poulenc hatte das Collegium Musicum die Sopranistin Silja Schindler gewinnen können.

Läufe und Melodien wie Perlen

Nach einigen Worten der Begrüßung durch die Präsidentin der Universität, Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer, folgte als erster Programmpunkt das 1791, wenige Wochen vor seinem Tod, von Mozart vollendete Klarinettenkonzert A-Dur, KV 622. Schon während der ersten Takte des ersten Satzes fielen der seidige Streicherklang und die sehr kultivierten Holzbläser auf. Dann ließ Nicolas Grandadam die Läufe und Melodien wie Perlen aus seiner Klarinette kullern, sie sang und folgte dem Orchester in tänzerischem Rhythmus. Sehr schön auch der „Dialog“ zwischen den hohen und tiefen Tönen der Klarinette. Der zweite Satz, das Adagio, hörte sich an, als wolle die Klarinette die Zuhörer sanft wiegen, mit einer innigen und tröstlichen Melodie. Das Orchester wiederum – insbesondere der warme Klang der Hörner – umhüllte die Klarinette mit seinen weichen Tönen und zarten Pianissimi. Dieses – man könnte sagen – zärtliche Zusammenspiel brachten der Solist und das Orchester kongenial zu Gehör.

Auch der dritte Satz, ein Rondo, verkörperte eine Art Zwiesprache zwischen Klarinette und Orchester, nur diesmal heiter und spielerisch, voller Leichtigkeit und Gelassenheit. Das Publikum spendete Nicolas Grandadam und dem Orchester langen begeisterten Applaus.

Eine strahlende ungewohnte Fanfare von dem norwegischen Komponisten Pierre Rolf Cerasi, gespielt von den drei Trompeten des Orchesters, leitete über zum zweiten Teil des Konzerts und stimmte das Publikum auf die nun folgenden ganz anderen Klänge ein.

Bevor aber das Gloria von Francis Poulenc ertönte, sang der Chor a capella zwei kurze Motetten von Anton Bruckner, die aufgrund ihres musikalischen Charakters – eher meditativ-religiöse Stücke – ein wenig wie eine Verlegenheitslösung wirkten (der 200. Geburtstag von Bruckner wollte berücksichtigt werden), um das Programm noch etwas aufzupolstern. Auch der Chor schien mit der Musik zu fremdeln, die vielen Sängerinnen und leider wenigen Sänger hielten sich sehr zurück. Erst beim Halleluja der zweiten Motette ging der Chor ein wenig aus sich heraus. Das sollte sich aber danach gründlich ändern.