01Fear of missing out im digitalen Zeitalter: ein experimenteller Vergleich zwischen Social Media und neutraler Bildschirmzeit
Autor*innenAlt, Celina; Götz, Maya; Koopmann, Alisa & Schwinn, Jolie
DozentDr. Benjamin Buttlar
Abstract

Fear of Missing Out (FOMO) wird in der Literatur als wichtiger Prädiktor für die Nutzung sozialer Medien diskutiert. Unklar ist jedoch, ob auch kurzfristiger Social-Media-Konsum das subjektive FOMO-Erleben unmittelbar verstärkt.

Ziel der vorliegenden Studie war es daher, den kausalen Einfluss der kurzfristigen Nutzung sozialer Medien auf FOMO zu untersuchen. Es wurde ein 1×2 Between-Subjects-Design realisiert, in dem 58 Teilnehmende randomisiert einer Social-Media- (Instagram-Feed) oder einer neutralen Bedingung (Subway Surfers) zugeordnet wurden. Die Stimuli bestanden aus zehnminütigen Bildschirmaufnahmen, die in 2-Minuten-Sequenzen präsentiert wurden, um Aufmerksamkeit und inhaltliche Verarbeitung sicherzustellen. Nach Abschluss der Stimuluspräsentation bearbeiteten die Teilnehmenden Kontrollfragen zu Valenz, Engagement, Monotonie und Aufmerksamkeit sowie den standardisierten FOMO-Fragebogen von Przybylski et al. (2013). Die Datenerhebung erfolgte anonymisiert online über Unipark.

Die Studie wurde a priori auf eine Stichprobengröße von N = 176 (n = 88 pro Gruppe) ausgelegt, um mit einer Power von 1–β = .80 einen mittleren Effekt (d = .50) detektieren zu können. Tatsächlich nahmen jedoch lediglich 58 Personen an der Studie teil, sodass die Teststärke reduziert ist und die Ergebnisse explorativ interpretiert werden müssen. Die Rekrutierung erfolgte überwiegend unter Psychologiestudierenden der Universität Trier.

Die Ergebnisse sollen Aufschluss darüber geben, ob kurzfristiger Social-Media-Konsum kausal zu einer Verstärkung von FOMO führt. Damit trägt die Studie zur Klärung der wechselseitigen Dynamiken zwischen Social-Media-Nutzung und FOMO bei und liefert Implikationen für den Forschungsdiskurs über psychische Effekte digitaler Mediennutzung. Die Ergebnisse zeigten keinen signifikanten Unterschied in den FOMO-Werten zwischen den beiden Gruppen. Allerdings wiesen die Daten auf einen klaren Trend hin: Teilnehmende, die das Social-Media-Video konsumierten, berichteten tendenziell höhere FOMO-Werte als Teilnehmende der neutralen Bedingung. Dieser Effekt entspricht den theoretischen Erwartungen und liefert trotz fehlender Signifikanz erste empirische Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen sozialem Medienkonsum und dem kurzfristigen Erleben von FOMO.

  
04Der Effekt von Abrufübung auf das Lernen von neuen Listen: eine konzeptuelle Replikation
Autor*innenZimdars, Caylee; Lorenz, Angelina; Lohmeyer, Anika & Kestler, Elisabeth
DozentPD Dr. Bernhard Pastötter
Abstract

Der Forward Testing Effect beschreibt die leistungssteigernde Wirkung von Zwischentests auf die Reproduktion nachfolgender Lerninhalte. Frühere Studien (z. B. Roediger & Butler, 2011; Szpunar et al., 2009) zeigen, dass das wiederholte Abrufen zuvor gelernter Informationen nicht nur die Gedächtnisleistung für diese Inhalte verbessert, sondern auch die Verarbeitung neuer Informationen fördert. Die vorliegende Studie stellt eine konzeptuelle Replikation dieser Befunde dar und untersucht den Einfluss von Zwischentests auf die Reproduktion nachfolgender Lerninhalte sowie auf das Auftreten von Interferenzeffekten. In einem computerbasierten Design bearbeiteten die Teilnehmenden drei Wortlisten. In der Testing-Bedingung (TC) erfolgte nach den ersten beiden Listen jeweils ein Zwischentest, während die Distraktor-Bedingung (DC) eine Re-Studierphase absolvierte. Anschließend bearbeiteten alle Teilnehmenden zwei Abschlusstests: einen zur Reproduktion der dritten Wortliste und einen zur freien Erinnerung aller zuvor präsentierten Wörter. Es wurden zwei Hypothesen geprüft: (1) Teilnehmende der Testing-Bedingung zeigen eine höhere Reproduktionsleistung im Abschlusstest zur dritten Liste als jene der Distraktor-Bedingung; (2) Teilnehmende der Distraktor-Bedingung produzieren mehr Intrusionen als Teilnehmende der Testing-Bedingung. Zusätzlich wurde explorativ untersucht, inwiefern Zwischentests Interferenzeffekte reduzieren können. Die Ergebnisse bestätigen beide Hypothesen: Teilnehmende der Testing-Bedingung erzielten signifikant höhere Punktwerte im Abschlusstest und produzierten weniger Intrusionen als jene der Distraktor-Bedingung. Dies spricht für eine generalisierende Wirkung von Zwischentests auf die Verarbeitung neuer Lerninhalte und stützt die Annahme, dass testinduzierte Prozesse wie erhöhte Aufmerksamkeit, verbesserte Enkodierungsstrategien oder reduzierte Proaktivinterferenz zur Leistungssteigerung beitragen.

  
05Auswirkungen gemeinsamer akademischer Identität auf die Einstellung gegenüber syrischen Geflüchteten
Autor*innenCopprian, Felicia; Freyer, Marthe; Hauck, Julia; Koc, Sara; Kohler, Emily; Kroschel, Lisa; Pabst, Katharina; Rappold, Emilia; Röttger, Antonia & Wockenfuss, Nola
DozentDr. Benjamin Buttlar
Abstract

Drawing on the Common Ingroup Identity Model, this study investigated whether a shared academic identity with a refugee fosters greater social closeness and reduces prejudice against asylum seekers. While previous research has shown that common ingroup identities can reduce intergroup bias, less is known about the effectiveness of abstract or situationally induced identities, such as a shared academic background, in the context of refugee integration. This study addresses this gap by examining whether a minimal academic identity is sufficient to elicit more positive attitudes toward a refugee target and therefore holds practical relevance for developing accessible integration strategies within educational settings. Participants were randomly assigned to an ingroup (shared academic identity) or outgroup (no shared identity) condition, in which a refugee from Syria was described through a short vignette. Social closeness was assessed using the Inclusion of Other in the Self scale, and prejudice was measured with the Prejudices Against Asylum Seekers Scale. A manipulation check confirmed that participants generally identified with the student role. Results showed no significant effect of academic identity on prejudice levels, suggesting that a shared academic identity (induced via a vignette) alone is not sufficient to reduce prejudice. These findings underscore the limitations of imagined or minimal forms of group identification and point to the importance of direct social contact, such as collaboration on shared projects or frequent, friendly interactions, for fostering refugee integration.

  
06Ordnung im Kopf, Chaos im Bett? Wie Need for Closure beeinflusst, wer sich auf Freundschaft Plus einlässt.
Autor*innenAukschun, Anja; Bauer, Alina; Boukhers, Idris; Bredemann, Katharina; Chmiel, Joanna; Hüster, Lisa; John, Nina; Köhler, Luna Marie; Lehmann, Maya; Lommel, Hannah; Sarioglu, Sibel; Schneider, Lukas Emil; Trautmann, Lara & Weber, Lisa
DozentPD Dr. Dirk Kranz
Abstract

Diese Studie untersucht den Zusammenhang zwischen dem Bedürfnis nach Geschlossenheit (Need for Closure, NFC) und der Offenheit gegenüber Freundschaften mit Vorzügen (Friendships-with-Benefits Relationships, FWBR). 

NFC beschreibt das Bedürfnis nach eindeutigen Informationen, Ordnung und klaren Strukturen sowie die Abneigung gegenüber Unsicherheit und Mehrdeutigkeit.  FWBR bezeichnen eine Beziehungsform, in der zwei (oder mehr) befreundete Personen eine sexuelle Beziehung eingehen, ohne dabei eine romantische Partnerschaft zu führen. 

Da kulturelle Normen, einschließlich sexueller Normen, Orientierung und Sicherheit bieten und vergangenes Verhalten als bester Prädiktor für zukünftiges Verhalten gilt, wird ein serieller Mediationseffekt angenommen: Personen mit hohem NFC sollten stärker dazu neigen, sich konventionellen sexuellen Normen anzupassen (d. h. eine restriktivere soziosexuelle Orientierung aufzuweisen). Dies wiederum sollte mit weniger Erfahrung und geringerer Offenheit gegenüber FWBR einhergehen. 

Die Stichprobe umfasste N = 290 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren. Zum Erhebungszeitpunkt befanden sich nur 5 % der Befragten in einer FWBR, jedoch gaben 30 % an, bereits eine solche Beziehung geführt zu haben. Wie erwartet zeigte sich, dass NFC negativ mit der Offenheit gegenüber FWBR assoziiert war. Dieser Zusammenhang wurde durch die soziosexuelle Orientierung sowie die bisherige Erfahrung mit FWBR vermittelt.

  
07Did you see what I saw? How Social Groups from Turkey and Germany Shape Joint Attention
Autor*innenLawrenz, Greta; Reumann, Ilia; Heuts, Sam; Eggert, Natascha & Hoffbauer, Marie
DozentinPhD Nilay Türkan
Abstract

Humans exhibit an early sensitivity to social cues, which plays a central role in social learning and interaction. Responses to such cues are shaped by social categorization, with in-group signals and typically receiving attentional priority. This study examined how gaze cues provided by in-group and out-group members influence joint attention mechanisms, and whether perceptions of threat modulate this effect. Previous research (e.g., Chen et al., 2017) suggests that the attentional bias toward in-group cues may shift when out-groups are perceived as threats. We hypothesized that in-group cues would generally be prioritized, but that heightened threat perceptions would enhance responses to out-group cues. We recruited a total of 113 participants from Türkiye (n = 78) and Germany (n = 35). Using the standard gaze-cueing paradigm, we presented face stimuli from the Bogazici Face Database. We measured participants’ reaction times (RT) to social cues from different groups as well as their threat perception scales adapted from Stephen et al. (1999). The analysis is currently in progress. We expect our findings to reveal the importance of threat perception on joint attention mechanisms which might be altered by cultural differences as well. These findings might enhance our understanding of how social group affiliation and individual differences in threat perception influence joint attention processes and attention biases.

  
08How Salient Colors Guide Attention and Memory: Color Odyssey
Autor*innenDüßmann, Pia & Köhler, Amelie
DozentinM.Sc. Shokouh Shomeil Zadeh Shoushtari
Abstract

What catches your eye, does it also shape what you remember? Salience may explain why some things capture our attention while others fade into the background.

Visual salience describes how strongly a stimulus stands out from its surroundings. Salient features, such as strong color contrast, can automatically capture and guide visual attention, leading to better encoding and recognition. However, attention is not determined by salience alone: previous studies have shown that task relevance can affect visual attention through attentional suppression of task-irrelevant stimuli, regardless of salience.

The goal of the present experiment was to examine this hierarchy of salience and task relevance. Specifically, we tested whether salience alone leads to faster target processing and whether task relevance can override this effect, leading to better recognition, unrelated to salience.

To accomplish this, we conducted two versions of the same experiment: a four-item  (Experiment 1) and a five-item condition (Experiment 2), differing only in the number of items displayed. Both designs were adapted from an earlier six-item version with five light blue items plus one singleton, either red (high salience) or dark blue (low salience). In the first phase of both experiments, the salient singleton was always the target while in the second phase, it only served as a distractor. Target processing was examined in Experiment 1 and task relevance in Experiment 2.

Data was collected from 12 participants (six per condition), most of which were psychology students at the University of Trier. Those not performing above chance level were excluded from data analysis, resulting in four valid datasets for experiment 1 and five for experiment 2. The experiment was conducted in person on a computer screen at the Empra labs. Given the small sample size (N1 = 4; N2 = 5), statistical power is limited and the results must be interpreted cautiously.

To test our hypotheses, we ran t-tests and calculated the effect sizes, expecting a p-value below .05. We predicted that reaction times for identifying the target would be significantly shorter when it was presented in red (high salience) compared to when it was presented in dark blue (low salience) (H1). Further, we hypothesized that participants would recognize salient stimuli (presented in red) significantly better when they were task relevant, compared to when they were highly salient but not relevant to the task (H2). While the results revealed a significant effect of salience on the processing speed (t = -3.06, p = .008, d = –0.17, 95% CI [–0.29, –0.05]), there was no significant difference in the recognition of task relevant and irrelevant salient stimuli (t=0.345; d = 0.478 0,392, 95% CI [-0.485, 1.270]). 

These findings highlight the complex relationship between top-down (task relevance) and bottom-up (salience) processes in visual attention. Although our second hypothesis was not statistically supported, the pattern of our findings suggests that with a larger sample size, we might detect the predicted effect. To conclude, the results highlight the importance of considering both salience as well as task relevance when investigating how attention can influence memory.

  
09Online-Umfrage zur Klärung, ob die Vorhersage der Dark Triad Durch Hinzunahme von Desintegration zum HEXACO Modell Verbessert Werden Kann
Autor*innenRoschewski, Alexandra; Orths, Moritz & Mabry, Cassandra
DozentM.Sc. Julian Scherhag
Abstract

Die Studie beschäftigt sich mit dem HEXACO-Modell, einer weiteren Dimension und der Dark Triad. Untersucht wurde, ob höhere Werte in Desintegration positiv mit den Merkmalen der Dark Triad (Machiavellismus, Narzissmus, Psychopathie) korrelieren und ob die Ergänzung von Desintegration als zusätzlicher Prädiktor die Vorhersagekraft für die Dark Triad signifikant verbessert und möglicherweise einen stärkeren Prädiktor darstellt als einzelnen HEXACO-Dimensionen. Durch verschiedene Berechnungen konnten die Hypothesen bestätigt werden, was im Folgenden nochmal genauer aufgefasst, erklärt und diskutiert wird.

  
10Feeling Through Film-Clips: A Cross-Cultural Study of Emotional and Motivational Responses in Turkish and German Samples
Autor*innenGrillmyer, Nina; Hussi, Nelly; Kull, Helene; Ostfalk, Luise & von Prittwitz und Gaffron, Zoe
DozentinPhD Nilay Türkan
Abstract

The influence of culture on emotional experience has been widely discussed in psychology. Building on cognitive and cultural perspectives, the present study examined emotional responses to film clips in German and Turkish participants across multiple dimensions, including non-target emotions, emotional intensity, valence, arousal, motivational intensity, and appraisal. Participants (Türkiye: n = 95; Germany: n = 56) watched standard film clips designed to elicit seven specific emotions (anger, fear, sadness, disgust, amusement, tenderness, and calmness) and rated their emotional experience, followed by self-report measures of Self-Construal (Singelis et al., 1995) and Intuitive and Analytical Thinking Styles (Betsch, 2004). Our results on the categorical emotion ratings revealed that participants in Türkiye reported higher levels of the target emotions in three categories—anger, tenderness, and sadness—compared to participants in Germany. However, we did not observe a significant difference between the two samples in the categories of disgust and fear. Regarding the non-target emotions, participants from Türkiye reported more sadness to tenderness-eliciting clips, more tenderness and sadness to anger-eliciting clips, and more tenderness to sadness-eliciting clips. Additionally, participants in Germany reported more amusement and fear, and less sadness, in response to tenderness-eliciting clips; whereas participants in Türkiye reported greater sadness in the same film clips. These findings highlight cross-sample variation in other-oriented emotions such as tenderness and sadness (Arıkan-İyilikci et al., 2024). Moreover, the Self-Construal Scale indicated that participants from Türkiye scored higher on the independence dimension compared to those from Germany. This finding aligns with the theoretical perspective suggesting that selfhood in Türkiye is structured around an ‘autonomous-related self’ (Kağıtçıbaşı, 2007), implying that individuals in Türkiye are able to maintain both independence and relational connectedness in their experiences. In terms of thinking styles, participants in Germany exhibited a greater intuitive thinking style, while no differences emerged for elaborative thinking. Taken together, these findings underscore the role of cultural context in shaping the emotional experience and extend the growing literature on cross-cultural emotion research.

  
11Perfection needs time: How perfectionism affects accuracy, post-error slowing and binding
Autor*innenBehle, Henrike; Kurte, Aurelia-Maria; Ackermann, Lea & Sode, Laura
DozentinM.Sc. Gülce Akin
Abstract

Wie der Titel unseres Posters bereits verrät, haben wir im Zuge des Empra-Seminars den Zusammenhang zwischen Perfektionismus und dem Verhalten während und nach einem Stimulus im Rahmen eines Reaktionszeitexperiments untersucht. Genauer gesagt haben wir uns auf die Richtigkeit der Antwort, auf Englisch Accuracy, auf den Post-Error Slowing-Effekt und auf den Binding-Effekt, fokussiert. Der Post-Error Slowing-Effekt beschreibt hierbei, wie viel mehr Zeit benötigt wird, um auf einen nächsten Stimulus zu reagieren. Der Binding-Effekt hingegen drückt aus, ob ein Stimulus mit der Reaktion verknüpft wird. Da Perfektionismus oft mit vermeidlichen Vorurteilen, wie genaues Arbeiten, Kontrollbedürfnis und übermäßiges Nachdenken, verknüpft wird, kann unsere Forschungsfrage durchaus aufschlussreich sein, bezüglich der Prozesse einer Antwortfindung. Unsere drei Hypothesen lauten: 1.Perfektionisten zeigen eine höhere Accuracy-Rate im Vergleich zu Nicht-Perfektionisten und machen insgesamt weniger Fehler. 2.Perfektionisten zeigen einen größeren Post-Error Slowing-Effekt als Nicht-Perfektionisten. 3.Perfektionisten zeigen einen größeren Binding-Effekt im Vergleich zu Nicht-Perfektionisten. Realisiert haben wir unsere Forschungsfrage, indem wir mithilfe des „Frost Multidimensional Perfections Scale“ (FMPS) die perfektionistische Ausprägung bestimmt haben und anschließend ihr Reaktionsverhalten durch eine Replikation des Experiments von Foerster et al. (2021) untersucht haben. Zunächst führten wir zwei t-Tests durch, um zu prüfen, ob, unabhängig von Perfektionismus oder keinem Perfektionismus, generell ein Post-Error Slowing Effekt bzw. ein Binding-Effekt vorliegt. Beide t-Tests sind signifikant. Im Anschluss daran bestimmten wir die Pearson-Korrelation zwischen Perfektionismus und Accuracy, Perfektionismus und dem Post-Error Slowing Effekt und Perfektionismus und dem Binding-Effekt, wobei nur die erste Korrelation signifikant ist. Diese Ergebnisse zeigen, dass generell ein Post-Error Slowing-Effekt und ein Binding-Effekt gegenwärtig sind. Zudem antworten Perfektionisten eher korrekt als Nicht-Perfektionisten. Hinsichtlich des Post-Error Slowing-Effekts ist festzuhalten, dass sowohl Perfektionisten als auch Nicht-Perfektionisten im gleichen Maße den genannten Effekt zeigen. Auch die dritte Korrelation zeigt, dass Stimuli und Reaktionen gleichermaßen von Perfektionisten und Nicht-Perfektionisten verknüpft werden. Unsere Studie muss jedoch mit Einschränkungen interpretiert werden, da unsere Stichprobe lediglich 20 Versuchspersonen umfasst, welche zudem größtenteils Trierer Psychologiestudenten und zwischen 19 und 26 Jahren sind. Außerdem wurden umweltbedingte Störfaktoren weder verhindert noch konstant gehalten, und die Tageszeit variiert zwischen den Testungen. Im Hinblick auf zukünftige Replikationen empfehlen wir eine bessere Kontrolle von sozialpsychologischen Störfaktoren, eine diversere Stichprobe, einen Fragebogen, der zwischen verschiedenen Subtypen von Perfektionismus unterscheiden kann, und einen weiteren Fragebogen, der die Ausprägungsstärke von Perfektionismus bestimmt.