Das Mittelalter dient oft als Projektionsfläche für moderne Ängste, aber auch Bedürfnisse und Diskurse. Dass Regisseur Ridley Scott einen Vergewaltigungsprozess des späten 14. Jahrhunderts als Vorlage für einen seiner neueren Historienfilme gewählt hat, verwundert nach Beginn der #MeToo-Bewegung kaum. Doch was kann uns das vermeintlich "dunkle Mittelalter" über dieses Thema überhaupt sagen? Wie werden moderne Debatten auf das Mittelalter projiziert? Und ist das Mittelalter nur eine exotische Attrappe oder notwendiger Bestandteil der Handlung? Diese und weitere Fragen diskutieren Prof. Dr. Petra Schulte und Noah Weissmüller, M.A. von der Professur für Mittelalterliche Geschichte 1 im Anschluss an die Filmvorführung im Broadway.
Der Film wird im englischen Original mit deutschen Untertiteln (OmdU) gezeigt.
Filmbeschreibung:
Ab 16 Jahren | 153 Minuten | USA 2021 | R: Ridley Scott | D: Ben Affleck, Jodie Comer, Matt Damon, Adam Driver
Gegen den Knappen Jacques Le Gris wird eine schwere Anschuldigung erhoben. Laut Aussage von Marguerite de Carrouges, der Ehefrau des Ritters Jean de Carrouges, wurde sie von ihm vergewaltigt und dieser erhebt Klage beim König. Charles VI. entscheidet, dass die Schuldfrage nur mit einem Duell der Kontrahenten zu klären ist. Ein zweischneidiges Schwert, denn – sollte der Knappe siegen – bedeutete dies nicht nur den Tod des Ritters, auch seine Frau Marguerite müsste sterben...
Außerhalb der Universität:
Broadway Filmtheater Trier
Paulinstraße 18
54292 Trier
Kontakt: Weissmüller, Noah (weissmueller@uni-trier.de)
Eintrittspreise: 13 € standard / 11 € ermäßigt
