4. Trierer Nachwuchstagung für interdisziplinäre Antisemitismusforschung

Tagungsankündigung

Vom 16. bis 18. September 2026 veranstaltet die IIA ihre vierte interdisziplinäre Tagung zum Themenkomplex Antisemitismus, die sich gezielt an Nachwuchswissenschaftler:innen richtet.

Die Tagung ist offen für Beiträge von Bachelor- und Master-Studierenden, insbesondere aber für Promotionsstudierende und Wissenschaftler:innen, die ihre Promotion vor kurzem abgeschlossen haben.

Die Tagung widmet sich gegenwärtigen und historischen Erscheinungsformen des Antisemitismus. Bei stärker historisch orientierten Beiträgen soll allerdings stets auch ein Gegenwartsbezug hergestellt werden. Das Phänomen soll durch die interdisziplinäre Ausrichtung anhand verschiedener Methoden und Zugänge erschlossen werden.

Ziel der dreitägigen internationalen Tagung ist es, einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit gegenwärtigen und historischen Erscheinungsformen des Antisemitismus zu leisten. Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gruppen werden während der Tagung die Möglichkeit haben, ihre Inhalte an Ständen zu präsentieren.

Anspruch der Tagung ist es dabei, neue Ansätze der Antisemitismusforschung zu präsentieren, den Ideenaustausch und die Netzwerkbildung unter den Teilnehmer:innen zu fördern und die Rolle von Nachwuchswissenschaftler:innen in der Antisemitismusforschung zu stärken.



Tagungsprogramm

Mittwoch, 16. September 2026

UhrzeitProgrammpunktReferent:innen
9:30Anmeldung 
10:00Einführungsrede der IIA 
10:15Grußworte- Monika Fuhr (Beauftragte der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen)
- David Rosenberg (Hinenu – Jüdischer Studierendenverband Rheinland-Pfalz/Saarland)
10:30Panel 1:
Probleme der Wissensproduktion zu Antisemitismus und jüdischem Leben
Moderation: Moritz Y. Meier (Universität Bielefeld)

Zur Marginalisierung des Antisemitismus. Defizite der empirischen Sozialforschung nach dem 7. Oktober 2023
Jonas Hessenauer (Tikvah Institut, London Centre for the Study of Contemporary Antisemitism) / Moritz Golombek (Tikvah Institut)

Der Antisemitism Contract und seine Ausprägungen: Aschkenormativität, Wissensproduktion und Affektregime
Miriam Yosef (Universität Duisburg-Essen)

(Nicht-)Identität. Zur Bedeutung jüdischer Perspektiven als neues Paradigma antisemitismuskritischer Bildung und Forschung
Henning Gutfleisch (Universität der Künste Berlin)

12:45Mittagspause 
14:00Panel 2:
Antisemitismus im digitalen Raum (bekämpfen)
Moderation: Luca Zarbock (IIA, Universität Trier)

Antisemitische Deutungs- und Mobilisierungsmuster in digitalen Arenen: Netzwerk- und Inhaltsanalyse der anti-israelischen Protestszene
Corinne Heuer (CeMAS)

Kollektive Identität und Antisemitismus. Eine kritische Untersuchung von Mustern und Erzählungen im Nahostdiskurs linker Bewegungsakteur:innen
Sophie Tadeuš (Universität Potsdam)

Antisemitismusbekämpfung in den Kommentarspalten von Social Media: Rollenbasierte Ansprache als pädagogischer Ansatz
Tila Mendonça (Universität Jena)

16:15Kaffee- und Vernetzungspause 
16:45Panel 3:
Möglichkeiten und Grenzen rechtlicher Interventionen gegen antisemitische Diskriminierung
Moderation: Christoph Fischer (Universität Trier)

(Persönlichkeits-)Rechtlicher Schutz gegen antisemitische Äußerungen?
Greta Göbel (Universität Heidelberg)

Antisemitismus und Recht – Zur Strafbarkeit antisemitischer Erscheinungsformen und den Grenzen rechtlicher Intervention
Carolin Kainka (Tikvah Institut)

18:15Ende Tagesprogramm 

Donnerstag, 17. September 2026

UhrzeitProgrammpunktReferent:innen
10:00Panel 4:
Judenbilder in Kunst und Kultur
Moderation: Lennard Schmidt (IIA, Universität Trier)

„Verjudung“ deutscher Bühnen? Zur Funktion jüdischer Figuren im bürgerlichen Theater des 18. Jahrhunderts 
Gina Krewer (IIA, Universität Trier)

Antisemitismus als visueller Code
Mira Anneli Naß (IGmA, Universität Stuttgart)

11:30Mittagspause 
13:00Panel 5:
Kritische Gesellschaftstheorie des Antisemitismus
Moderation: Marc Seul (IIA, Universität Trier)

Antisemitismus und Vermeidung der „Aufgabe der Vermittlung“ (Heinrich). 
Zum allgemeinen Charakter des Antisemitismus im Zusammenhang mit der Funktionslogik des christlichen Antijudaismus
Dr. Jonas Erulo (Universität Münster)

Verdrängte Sinnlichkeit und pathische Projektion – Die „jüdische Nase" als Moment einer kritischen Theorie des modernen Antisemitismus
Jakob Hoffmann (Universität Hamburg)

Castoriadis lesen in Gaza
Philipp Roggenkamp (JFDA)

15:15Kaffee- und Vernetzungspause 
15:45Panel 6:
Antisemitismus in postkolonialen Gesellschaften
Moderation: Felix Kronau (Universität Innsbruck)

Über die Persistenz des christlichen Antijudaismus in Mexiko. Von den kolonialen Ursprüngen bis in die Gegenwart
Luis Heine (Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk)

The Three-Headed Hydra: Antisemitism in Modern Arab Thought
Tom Khaled Würdemann (Hochschule für jüdische Studien Heidelberg)

Der Begriff des Siedlerkolonialismus im australischen Antizionismus. Ideengeschichtliche Verschiebungen und gesellschaftliche Funktionen
Paul Diedrich (Universität Jena)

18:00Kaffee- und Vernetzungspause 
18:15GrußwortProf. Dr. Eva Martha Eckkrammer (Präsidentin der Universität Trier)
18:30Öffentliche KeynoteWhat is Antisemitism Scholarship in the Context of Scholarly Antisemitism?
Prof. David Hirsh (Goldsmiths University of London / London Centre for the Study of Contemporary Antisemitism)

Freitag, 18. September 2026

09:00 UhrPanel 7:
Perspektiven und Grenzen antisemitismuskritischer Bildungsarbeit
Moderation: Samuel Schmelzer (Universität Trier)

Theoretisch unmöglich - praktisch wirksam?! Überlegungen zur Neubewertung kontaktpädagogischer Ansätze in der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus
Sebastian Gräber (Universität Trier)

Antisemitismus erkennen und handeln: Video-Vignetten als Antwort auf pädagogische Herausforderungen
Jana Lassen (Tikvah Institut)

Virtual Reality der Shoah? Empirische Annäherungen an das Verhältnis von Virtual Reality Erfahrungen und antisemitismuskritischer Bildungsarbeit
Andreas Pashchenko (Jewish Claims Conference)

11:15Mittagspause 
12:00Abschlussdiskussion 
14:00Ende der Tagung 

Anmeldung zur Teilnahme an der Tagung (Präsenz/Online)

 

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