The Future Okavango

Webseite

http://www.future-okavango.org

Fördergeber

BMBF (Bundeministerium für Bildung und Forschung)
FONA (Forschung für nachhaltige Entwicklungen)

Laufzeit

2010-2015

Ansprechpartner

Prof. Dr. Joachim Hill
Dr. Achim Röder
Dr. Marion Stellmes
Dr. Johannes Stoffels

Partner

Partneruniversitäten und Forschungszentren

  • Universidade Agostinho Neto (UAN) - Luanda/Lubango
  • Universidade Privada de Angola (UPRA) - Lubango
  • Universität Bremen
  • University of Botswana - Gaborone/Maun
  • Universidade Estadual De Campinas (Unicamp) - São Paulo
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Universität Hamburg
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Lisbon University Institute - Centre of African Studies (ISCTE-CEA)
  • Phillips-Universität Marburg
  • University of Namibia (UNAM) - Windhoek
  • Polytech/NUST of Namibia - Windhoek
  • Universität Trier
  • Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ) - Braunschweig
  • Okavango Research Institute (ORI) - Maun
  • Helmholtz Climate Service Centre (CSC) - Hamburg
  • National Botanical Research Institute (NBRI) - Windhoek
  • The University Centre for Studies in Namibia (TUCSIN) - Windhoek

Partnerinstitutionen und Organisationen

  • Associação de Conservação do Ambiente e Desenvolvimento Integrado Rural (ACADIR) - Menongue
  • Accao Para O Desenvolvimento Rural e Ambiente (ADRA) Luanda
  • Community Economic Development Project (CEDP) - Windhoek
  • The Desert Research Foundation of Namibia (DRFN) - Windhoek
  • Environmental Protection and Sustainable Management of the Okavango River Basin Project (EPSMO) - Luanda
  • Kalahari Conservation Society (KCS) - Gaborone
  • Mayana Valley Foundation - Rundu
  • Mashare Agricultural Farm - Mashare
  • Ministry of Agriculture,Water and Forestry of Namibia (MAWF) - Windhoek
  • Namibia Nature Foundation (NNF) - Windhoek
  • The Permanent Okavango River Basin Water Commission (OKACOM) - Gaborone

Projektinhalte

Das Projekt

Der Okavangofluss in den Ländern Angola, Botswana und Namibia ist einer der großen Lebensadern des südlichen Afrika. Er entspringt im regenreichen Hochland von Südost-Angola, formt die Nordostgrenze Namibias und versickert und verdunstet in Botswanas Okavango-Delta, dem größten Binnendelta der Welt und dem größten Süßwasserfeuchtgebiet südlich des Äquators. Durch den Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und nicht angepasste Nutzungsformen ist das Einzugsgebiet des Okavango mit seiner Vielfalt an Waldsavannen und Feuchtgebieten ein globaler ‚hot-spot‘ für den Verlust an Biodiversität und für zukünftige Landnutzungskonflikte. Daher besteht ein hoher Bedarf an wissenschaftlichen Beiträgen zur Optimierung der Landnutzung und des Ressourcenmanagements. Das Projekt ‘The Future Okavango’ (TFO) hat das Ziel, nachhaltiges Ressourcenmanagement und Landnutzung im Einzugsgebiet des Okavango wissensbasiert zu unterstützen. Im Projekt werden gezielt die Wechselwirkungen von menschlicher Nutzung und den Dienstleistungen der Natur untersucht und diese in ihrem kulturellen und sozioökonomischen Kontext vergleichend bewertet. Unter Einbeziehung zahlreicher afrikanischer Partner wird mit einem innovativen und transdisziplinären Ansatz die bereits aufgebaute sehr gute Kooperation zwischen Wissenschaft und Entscheidungsträgern genutzt, um Forschungsergebnisse praktisch umzusetzen.

Die Ergebnisse versprechen ein hohes Potenzial an Übertragbarkeit auf andere tropische und subtropische Regionen.

Herausforderungen des Okavango-Einzugsgebiets:

 

  • Das starke Wachstum der Bevölkerung gepaart mit veränderten Konsummustern verursacht eine Expansion von Landnutzung unter Zerstörung natürlicher Ressourcen
  • Die Klimawandelszenarien sagen für die gesamte Region Wasserknappheit und extreme Wetterereignisse voraus
  • Die globale Nachfrage an natürlichen Ressourcen wird höchstwahrscheinlich diese vormals periphere Region besonders stark betreffen
  • Der Rückgang des natürlichen Trockenwaldgürtels (Miombo) durch Degradierung wirkt sich als besonders starke Bedrohung auf Klima, Biodiversität, und auch biogeochemische Zyklen anderer Regionen aus

TFO-Ziele

 

  • Wissensbasierte Verbesserung von Landnutzung und Landmanagement im Okavango-Einzugsgebiet der Länder Angola, Botswana und Namibia
  • Anwendung eines transdisziplinären Ansatzes, der die auf unterschiedlichen Ebenen wichtigen Entscheidungsträger in den Forschungsprozess einbindet
  • Analyse von Ökosystemfunktionen (ESF) und -dienstleistungen (ESS) unter Berücksichtigung der globalen Szenarien des zukünftigen Wandels

Aufgaben des Faches Umweltfernerkundung und Geoinformatik:

Aufgabe 1: Zeitreihen von Satellitendaten hoher zeitlicher Auflösung (z.B. MODIS) werden zur Ableitung phänologischer Deskriptoren eingesetzt, anhand derer die wichtigsten Landnutzungssysteme und funktionale Vegetationseinheiten kartiert werden. Die Verbindung der so gewonnen Ergebnisse mit Zeitreihen von Klimadaten ermöglicht weiterhin die Bewertung ökosystemarer Produktivität unter Berücksichtigung der jeweiligen, klimatisch bedingten Möglichkeiten. Die so gewonnen Daten dienen als Basis-Informationsprodukte für das gesamte Einzugsgebiet und unterstützen als Grundlage zur Stratifizierung die Arbeit aller Teilprojekte

Aufgabe 2: Die oben beschriebenen Basisdaten werden ergänzt durch spezifischere Studien, die in ausgewählten Teilgebieten Informationsprodukte zu Landnutzung und –bedeckung ableiten und deren Dynamik vor dem jeweiligen lokalen Hintergrund beleuchten. Hier werden Regionen ausgewählt, die als repräsentativ für spezielle Entwicklungs-Aspekte in Angola, Namibia und Botswana gelten können. Das Verständnis der kartierten Veränderungen erfordert demnach sowohl die räumlich-explizite Verfügbarkeit biophysikalischer Indikatoren, wie auch Kenntnis regionaler sozio-ökonomischer Gegebenheiten und Prozesse, womit dieser Arbeitsbereich eine Querschnittsaufgabe in enger Kooperation mit anderen Teilprojekten darstellt. Ein Aspekt von überragender internationaler Bedeutung sind dabei die Miombo Wälder der Großregion, die als eine der Brennpunktregionen globaler Biodiversität besondere Aufmerksamkeit erfordern.

Aufgabe 3: Im Hinblick auf aktuelle Klimaszenarien ist die Fixierung bzw. Speicherung von Kohlenstoff von überragender globaler Bedeutung. Die Baumsavannen und Wälder entlang des Okavango sind diesbezüglich eine wichtige Ressource, deren Valuierung (zum Beispiel im Kontext von REDD-Strategien) zunächst eine möglichst exakte Inventarisierung erforderlich macht. Dementsprechend soll ein räumlich-adaptives Klassifikationsverfahren zum Einsatz kommen, das Satellitendaten mit terrestrisch erhobenen Bestandsparametern verknüpft und damit wertvolle Informationen für die Forstwirtschaft, aber auch zur Parametrisierung von Modellen des Kohlenstoffkreislaufs liefert.

Aufgabe 4: Das Okavango-Delta ist ein herausragendes Beispiel für Konflikte zwischen dem Schutz von Wildtieren und der Nutzung domestizierter Arten. Ein zentrales Anliegen von Teilprojekt SP09.1 ist deshalb die Entwicklung von Managementstrategien, die diese vermeintlich konträren Ansprüche in Einklang bringen. Von entscheidender Bedeutung ist hier der langgestreckte Viehzaun um weite Teile des Deltas, der die Bewegung von Tieren hin zu verfügbaren Futter Ressourcen unterbindet. Die Kombination fernerkundlich erhobener Datenprodukte zur saisonal und räumlich variablen Futterverfügbarkeit mit Daten zur Bewegungsdynamik wilder und domestizierter Tiere (mittels GPS) und Informationen über Nährstoffgehalt verschiedener Futterquellen soll hier einen Beitrag zu einem optimierten Management leisten.

Testgebiet

Okavangoeinzugsgebiet: Landsat-Szenen, die die Kerngebiete des TFO-Projektes abdecken. Chitembo und Caiundo, Angola: 179/70 und 178/71, Rundu, Namibia (177/72) und das Okavango-Delta, Botswana (175/73 und 174/73). Im Hintergrund ist der mittlere EVI (Enhanced Vegetation Index) für den Zeitraum 2001-2011 zu sehen, der von MODIS-Daten abgeleitet wurde.