Ein Foto mit lauter Europäern (von links): Prof. Pierre Mutzenhardt (Präsident der Universität Lothringen), Prof. Stéphane Pallage (Rektor der Universität Luxemburg), Prof. Michael Jäckel (Präsident der Universität Trier), Prof. Jean Winand (Vizerektor der Universität Lüttich), Prof. Manfred Schmitt (Präsident der Universität des Saarlandes) und Prof. Helmut Schmidt (Präsident der Technische Universität Kaiserslautern). Foto: UniGR/Iris Maurer

Werden wir "Europäische Universität"?

Die Universität der Großregion hat mit einer Festveranstaltung ihr Jubiläumsjahr eingeleutet. 10 Jahre UniGR – Anlass für einen Blick in die Zukunft.

Gemeinsam auf das bisher Erreichte blicken und darüber diskutieren, wie der Hochschulverbund, an dem auch die Universität Trier beteiligt ist, bei der Ausschreibung für eine „Europäische Universität“ erfolgreich sein kann – das stand auf dem Programm der Veranstaltung, mit der die UniGR in der Villa Europa in Saarbrücken ihr Jubiläumsjahr startete.

In Anwesenheit zahlreicher Vertreterinnen und Vertreter der politischen Institutionen der Großregion und der Initiatoren des grenzüberschreitenden Netzwerks gaben die Präsidenten und Rektoren der UniGR-Mitgliedsuniversitäten den offiziellen Startschuss für die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum des Verbunds. Diese werden sich über das gesamte Studienjahr 2018/19 erstrecken und stehen ganz im Zeichen Europas: Im Hinblick auf die anstehenden Europawahlen 2019 und die geplante Schaffung von „Europäischen Universitäten“ wollen die UniGR-Universitäten ihr europäisches Engagement in Lehre und Forschung besonders beleuchten.

Modellcharakter für andere europäischen Kooperationen

„Vor zehn Jahren waren die Umstände hier in der Großregion so, dass die Schaffung eines grenzüberschreitenden Universitätsverbunds auf der Hand lag“, erinnert sich Volker Linneweber, ehemaliger Präsident der Universität des Saarlandes und Mitbegründer des Projekts „Universität der Großregion“. Im Rahmen der Initiative „Europäische Universität“ möchte die UniGR nun ihren Erfahrungsvorsprung nutzen und als Pilotvorhaben mit Modellcharakter für die europäische Kooperation in Lehre, Forschung und Innovation gefördert werden. Pierre Mutzenhardt, Präsident der Universität Lothringen und amtierender UniGR-Präsident, skizziert die gemeinsame Vision: „In dieser Universität der Zukunft wird die Mobilität über Grenzen, wissenschaftliche Disziplinen und Sprachen hinweg ein zentrales Element der Hochschulkultur bilden. Ihre Absolventinnen und Absolventen werden nicht nur hochqualifizierte Fachkräfte, sondern vor allem Europäerinnen und Europäer sein, die dank verpflichtender, transversaler Lehrmodule in allen Studiengängen mehrsprachig, interkulturell und interdisziplinär zusammenarbeiten und den europäischen Gedanken als Multiplikatoren in die Gesellschaft tragen.“

Auch der Prof. Dr. Michael Jäckel, Präsident der Universität Trier, betont die Bedeutung der UniGR: „Alle Hochschulen der UniGR liegen in der Mitte Europas. Ich erlebe an der Universität Trier, wie Europa nicht nur eine Worthülle ist, sondern in der Tat gelebt wird – sowohl von Studierenden als auch von Forschenden. Durch gemeinsame Veranstaltungen, Austauschprogramme und Projekte zeigen wir, was Europa heißt.“

Der saarländische Staatssekretär Roland Theis ermunterte die UniGR ausdrücklich, „ihre hohen Ambitionen um die Bewerbung als europäische Universität klug und zielstrebig fortzusetzen“, und sicherte die volle Unterstützung des Saarlandes für das Vorhaben zu. Schließlich lese sich die Ausschreibung für „Europäische Universitäten“ der EU-Kommission „fast wie eine Kopie der Selbstbeschreibung der UniGR“.

Unterstützung vom rheinland-pfälzischen Wissenschaftsminister

Diese Ausschreibung, die auf die Sorbonne-Rede des französischen Präsidenten Macron von 2017 zurückgeht, zielt darauf ab, der Schaffung des Europäischen Hochschul- und Forschungsraums neue Dynamik zu verleihen, indem Verbünde europäischer Universitäten gegründet werden. Diese sollen neue Generationen von Europäern ausbilden, die mehrsprachig und über Grenzen und Disziplinen hinweg zusammenarbeiten können, um gemeinsam die großen gesellschaftlichen Herausforderungen in Europa zu bewältigen. Als Innovationsmotoren Europas sollen sie zur Wettbewerbsfähigkeit Europas beitragen.

Während der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans und der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf bereits offiziell ihre Unterstützung für die Kandidatur der Universität der Großregion – UniGR im Rahmen der Initiative „Europäische Universitäten“, die „bis 2024 die Schaffung von rund 20 europäischen Universitäten“ vorsieht, zugesagt haben, haben der luxemburgische beigeordnete Minister für Hochschulbildung und Forschung, Marc Hansen, der Vize-Präsident der Region Grand-Est, François Werner, und der Vertreter der Wallonischen Region die Sitzung des Rats der Präsidenten und Rektoren genutzt, um dem UniGR-Verbund ihre Unterstützung zu bekunden.

► Zum Veranstaltungsprogramm „10 Jahre UniGR“ auf der Website der Universität der Großregion

 

Universität der Großregion (UniGR)
Die Universität der Großregion (UniGR) ist ein innovativer Verbund der Universitäten in Kaiserslautern (D), Lüttich (B), Lothringen (F), Luxemburg (LU), dem Saarland (D) und Trier (D). Die Kooperation zwischen den sechs Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Großregion startete 2008 dank der finanziellen Förderung durch die Europäische Union. Nach dem Projektende wurde der Verbund mit einer eigenen Rechtsform fortgeführt. Wenn sich Studierende heute an einer der Partneruniversitäten der Universität der Großregion einschreiben, können sie kostenlos das Angebot der fünf anderen Universitäten mitnutzen. Die Vernetzung der Wissenschaftler in der Großregion mithilfe von Seminaren, wissenschaftlichen Workshops oder Konferenzen stellt eine zentrale Aktivität der UniGR dar, vor allem in den Hauptkooperationsbereichen der UniGR: Grenzraumstudien („Border Studies“), Materialwissenschaften & Ressourceneffizienz sowie Biomedizin.

 

Kontakt

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