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Kritik des Familismus

Typ:
Veranstaltung von Fachschaften / ASTA / AFAT
Termine:
Am 17.04.2018 von 18:00 bis 20:00
Ort:
Universität Trier
Gebäude:
Campus 1 - Gebäude P
Raumnummer:
P12

Geschichte, Theorie und Realität eines ideologischen Gemäldes
Vortrag und Diskussion | Dienstag, 17. April 2018, 18 Uhr | Universität Trier, P12 | mit Dr. Gisela Notz | in Kooperation mit dem Queerfeministischen Frauenreferat

Die Ideologie des Familismus, die die gesellschaftliche Organisationsnorm aus dem Konzept einer „Idealfamilie“ ableitet, prägt seit Jahrhunderten Politik und Sozialstruktur in Deutschland und in anderen westlichen Ländern wesentlich mit. Familismus hat einen Ausgangspunkt, der schon immer nur für einen Bruchteil der Bevölkerung praktische Relevanz hatte: die Familie. Sie gibt es heute ebenso wenig, wie es sie je gegeben hat. Und schon gar nicht war sie zu allen Zeiten die bürgerliche Kleinfamilie, wie wir sie heute kennen. Familismus ist eine Spielart des Antifeminismus, denn nach der familistischen Ideologie herrschen in der heterosexuellen Kleinfamilie, die immer aus Vater, Mutter und Kind(ern) besteht, komplementäre Rollenaufteilungen entlang der Geschlechterlinien. Die Ideologie der „Familie als Keimzelle der Gesellschaft“, die immer auf den Nationalstaat bezogen ist, führt unweigerlich zur Diskriminierung von Individuen und Gruppen, die diesem Bild nicht entsprechen. Angesichts der „neuen“ rechtspopulistischen AkteurInnen hat sie Hochkonjunktur. Was ist dagegen zu tun? Darüber sollten wir diskutieren.

Dr. Gisela Notz ist freie Autorin, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin aus Berlin. Sie war von 2004 bis 2010 Bundesvorsitzende von pro familia. Zum Thema hat sie das Buch: Kritik des Familismus. Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes geschrieben, das 2015 in der Reihe thorie org des Schmetterlings-Verlages in Stuttgart erschien. Seit 15 Jahren bringt sie den historischen Wandkalender „Wegbereiterinnen“ heraus. Zuletzt: Kalender 2018 Wegbereiterinnen XVI, AG SPAK Verlag, Neu-Ulm und 50 Jahre 1968: Warum flog die Tomate? Die autonomen Frauenbewegungen der Siebzigerjahre, Neu-Ulm: AG SPAK Bücher 2018, aktualisierte und erweiterte Neu-Auflage.