Arbitration Moot Uni Trier
In Teams hielten Jura-Studierende bei der simulierte Schiedsgerichtsverhandlung in mehreren Runden Plädoyers.

Jura-Studierende werden zu Anwälten

Bei der ersten simulierten Schiedsgerichtsverhandlung (Arbitration Moot) an der Uni Trier stritten Studierende über den Ersatz von Unternehmensverlusten.

Einmal schon während des Studiums in die Rolle von Anwälten bei einer internationalen Wirtschaftsstreitigkeit schlüpfen: Diese Chance hatten Studierende des Fachbereichs Rechtswissenschaft im Rahmen des 1. Trierer Arbitration Moot, der in einer Kooperation von der studentischen Hochschulgruppe El§a Trier e.V. und Professor Jens Kleinschmidt ausgerichtet wurde.

Ein Arbitration Moot ist eine simulierte Schiedsgerichtsverhandlung zu einem fiktiven Fall: Ein Trierer Unternehmen hatte bei einer niederländischen Software-Firma zur Umstellung des Produktionsprozesses ein neues Programm bestellt. Doch nicht nur wurde das Programm wegen eines landesweiten Streiks zu spät geliefert; es führte zudem statt zu der erhofften Produktionssteigerung zu Einbußen. Der Fehler ließ sich nicht sogleich beheben, deshalb verlangte das Unternehmen den gezahlten Preis zurück und Ersatz für seine Verluste. Geltend machte es diese Forderungen nicht vor einem staatlichen Gericht, sondern vor einem privaten Schiedsgericht.

In einem Trainingsseminar hatten sich die Teilnehmer auf den Arbitration Moot vorbereitet.

Den gewohnten Blick im Jura-Studium verlassen

Teams aus zwei oder drei Studierenden hatten nun die Aufgabe, sich in zweiwöchiger Vorbereitung zu überlegen, wie sie auf der Grundlage dieses Falles die Position ihrer Mandanten besonders gut vertreten können. Dabei galt es, den Fall rechtlich zu durchdenken, die Stärken und Schwächen der eigenen Position wie auch der Position der Gegenseite zu erkennen und darauf eine Strategie für ein Plädoyer zu entwickeln. Eine besondere Herausforderung lag darin, dass jedes Team einmal die Seite des Auftraggebers und einmal die Seite des Software-Unternehmens einnehmen und dabei den im Studium gewohnten Blickwinkel der richterlichen Streitentscheidung zugunsten einer klar parteibezogenen Argumentation verlassen musste.

Wiederholung geplant

Am Tag des Wettbewerbs durften die Teams dann in mehreren Runden ihre Plädoyers halten, sich den kritischen Fragen des „Schiedsgerichts“ stellen und auf die Vorträge der jeweiligen Gegenseite reagieren. Dem Schiedsgericht gehörten neben Professor Kleinschmidt zwei weitere Kooperationspartner in diesem Projekt an: Dr. Ben Steinbrück, Rechtsanwalt in der Kanzlei Schilling Zutt Anschütz in Mannheim, ist als Lehrbeauftragter am Fachbereich für internationale Streitbeilegung tätig und brachte seine langjährige praktische Erfahrung ein. Marcel Kahl, Research Fellow am Max Planck Institut für Verfahrensrecht in Luxemburg, lehrt ebenfalls am Fachbereich und blickt auf eine große Erfahrung mit Arbitration Moot-Wettbewerben zurück. Diese Kenntnisse hat er auch in einem speziell für den Wettbewerb konzipierten Trainingsseminar an die Teilnehmer-Teams weitergegeben.

Insgesamt resümierten Schiedsrichter wie Studierende, einen intensiven und spannenden Wettbewerb auf juristisch wie rhetorisch beeindruckendem Niveau erlebt zu haben. Die Veranstalter freuen sich bereits auf eine Wiederholung im kommenden Jahr.


Video zum Jura Studium an der Uni Trier