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Künstliche Intelligenz in der Pflege und im Datenschutzrecht

Wirtschaftsinformatiker der Universität Trier erforschen in zwei neuen Projekten bislang einzigartige Methoden. Was in Zukunft möglich sein kann.

Grünes Licht für zwei neue Projekte an der Universität Trier im Forschungsbereich Künstliche Intelligenz (KI). Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat in seiner gestrigen Sitzung eine finanzielle Förderung von rund 188.000 Euro für die beiden Vorhaben der Wirtschaftsinformatik-Professoren Prof. Dr. Ingo Timm und Prof. Dr. Ralph Bergmann bewilligt. Die beiden Wissenschaftler werden in den Bereichen Pflege und Datenschutzrecht an neuen Fragestellungen von hoher praktischer Relevanz arbeiten, die bislang nicht umfassend erforscht sind. Die Anwendung und Weiterentwicklung der vorgeschlagenen KI-Methoden sind einzigartig.

Ingo Timms Projekt zielt darauf ab, wie sich die familiäre Situation, individuelle Bedürfnisse und persönliche Entscheidungsprozesse auf die Pflegenachfrage auswirken. Technologische Entwicklungen besitzen das Potenzial, eine längere häusliche Pflege zu ermöglichen. Simulationen dienen der Planung und Realisierung solcher Dienstleistungs- und Logistiksysteme. Der Pflegebedarf wird stark beeinflusst von persönlichen Entscheidungen pflegebedürftiger Personen, die mit bestehenden Simulationsmodellen bisher jedoch nicht abgebildet werden können. Professor Timm will in seinem Projekt die Lebens- und Entscheidungssituationen pflegebedürftiger Personen, deren Umfeld sowie persönliche Bedürfnisse erforschen. Mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz sollen die gewonnenen Daten zur Entwicklung eines Simulationsmodells zur Prognose der Pflegenachfrage genutzt werden.

Ralph Bergmann wird daran arbeiten, die Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz auf rechtswissenschaftliche Anforderungen zu übertragen. Dazu soll ein Prototyp entwickelt werden, der Datensammlungen von rechtswissenschaftlichen Textquellen wie Urteilsbegründungen automatisiert analysiert. Die darin enthaltenen Argumente und argumentativen Strukturen werden mittels Künstlicher Intelligenz extrahiert und analysiert. Intelligente Systeme sollen die Argumente für juristische Fragestellungen im Bereich des Datenschutzrechtes zielgerichtet aufbereiten und gewichten, und zwar sowohl für als auch gegen eine bestimmte Entscheidung.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere beiden Projektvorschläge die Zustimmung des Deutschen Bundestages erfahren haben, so dass sich die Möglichkeit bietet, die seit vielen Jahren auch an der Universität Trier betriebene Forschung im Bereich der KI weiter zu stärken. Mit unseren Projekten wollen wir Beiträge dazu leisten, wichtige Zukunftsthemen aus den Bereichen Pflege- und Rechtswissenschaften mit innovativen Methoden der KI weiter zu entwickeln. Unser Dank gilt Andreas Steier, dem Bundestagsabgeordneten für Trier/Trier-Saarburg, der diese Förderung ermöglicht hat", so Ingo Timm und Ralph Bergmann. 

 

Kontakte

Prof. Dr. Ralph Bergmann
Universität Trier/Wirtschaftsinformatik
E-Mail: bergmannuni-trierde
Tel. 0651 201-3876

Prof. Dr. Ingo J. Timm
Universität Trier/Wirtschaftsinformatik
E-Mail: itimmuni-trierde
Tel. 0651 201-2859