Minister Konrad Wolf (links) nahm auf Einladung von Universitätspräsident Michael Jäckel an der Sitzung des Senats teil.

Profilbildung bleibt zentrale Aufgabe der Hochschulen

Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Konrad Wolf stellte sich an der Universität Trier den Fragen der Mitglieder des Senats.

Wie entwickelt sich die Hochschulpolitik des Landes und welche Perspektiven hat die Universität Trier in der rheinland-pfälzischen Hochschullandschaft? Auf Einladung von Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel beantwortete Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf die Fragen von Senatsmitgliedern und Universitätsangehörigen.

In seinen einführenden Worten erläuterte der Minister die Hintergründe des von ihm angestoßenen Hochschulzukunftsprogramms (HZP). Die enorme Zunahme der Studierendenzahlen habe die Situation an den Universitäten und Hochschulen verändert. Da mittlerweile die Hälfte der jungen Menschen ein Studium aufnehme, laste mehr gesellschaftliche Verantwortung auf den Hochschulen. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gehe es daher auch darum, die Hochschulwelt des Landes attraktiv zu gestalten, um junge Menschen in Rheinland-Pfalz zu halten oder hierher zu bringen.

Sichtbarkeit verbessern

Der Wissenschaftsminister betonte die Notwendigkeit der Schwerpunktbildung an den Universitäten, um ihre Sichtbarkeit zu verbessern. „Es ist wichtig, klare Profile zu entwickeln, die auf einen längeren Zeitraum hin angelegt sind“, so Wolf. Die Forschungsinitiative des Landes sei hierbei ein Baustein. Die Profile der Universitäten im Land seien sehr unterschiedlich ausgeprägt, aber nicht zufällig so entstanden, sondern mit der Entwicklung der Region und des Landes eng verbunden.

Eine zentrale Frage der Aussprache im Senat war die finanzielle Ausstattung der Hochschulen und hier insbesondere der hohe Anteil der Finanzierung über Programme und Wettbewerbe. Hier sieht sich die Universität Trier aufgrund ihres Fächerspektrums beim Einwerben von Forschungsförderung vor besondere Herausforderungen gestellt, etwa  im Vergleich zu Universitäten mit natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkten.

Neuer Hochschulpakt

Minister Wolf bestätigte, dass Bund und Länder derzeit über die Fortsetzung des Hochschulpakts verhandeln. Einig sei man sich bereits darin, die bisherigen Mittel dauerhaft für das Hochschulsystem zu erhalten. Über die Kriterien der Mittelverteilung sei man noch in der Diskussion. Er empfahl den Hochschulen, eigene Erfolgschancen in diesem und in anderen für die Finanzierung der Hochschulen bedeutenden Programmen zu suchen.

Dem Wettbewerb wird sich die Universität Trier auch in zwei Feldern stellen müssen, in denen Präsident Prof. Dr. Michael Jäckel seine Universität als prädestinierten Standort bezeichnet – dem Management von Forschungsdaten und der Digitalisierung im Bibliothekswesen. Konrad Wolf bestätigte anerkennend die Stellung der Universität auf diesen Gebieten. Letztlich sei die weitere Entwicklung auch hier vom Erfolg bei Ausschreibungen abhängig.

Im Bereich der Internationalisierung erkennt der Minister die Ballungszentren als größte Konkurrenz der rheinland-pfälzischen Hochschulen. Die Herausforderung bestehe darin, die eigene Attraktivität herauszustellen, um so ausländische Studierende zu gewinnen. „Haben internationale Studierende den Weg an unsere Hochschulen gefunden, fühlen sie sich hier in der Regel wohl“, so Wolf. Zum Dauerthema landesweites Semester-Ticket für Studierende sagte der Minister zu, sich weiter dafür einzusetzen. Wichtig sei jetzt, dass die Verhandlungen der Verkehrsverbünde mit den Studierendenvertretungen erfolgreich verlaufen werden.