Mit Uniwein bedankte sich der Freundeskreis-Vorsitzende Helmut Schröer (rechts) bei Festredner Prof. Dr. Wolfgang Schieder (Mitte), den Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel als einen Professor der ersten Stunde der Trierer Universität vorstellte.

Aktive Bürger brachten die Universität nach Trier

Der Freundeskreis war eine treibende Kraft bei der Eröffnung der Universität Trier. In einem Festakt erinnerte der Förderverein am Montag an seine Gründung.

Auf den Tag genau 50 Jahre nachdem Trierer Bürger die „Vereinigung zur Förderung der Wiedererrichtung der Trierer Universität“ gegründet hatten, feierte der Freundeskreis Trierer Universität am 25. Februar sein Jubiläum. Die Gründung war für die Universität, aber auch für die Stadt und ihre Bürger ein historischer Moment. Das hoben der Vorsitzende des Freundeskreises Trierer Universität, Helmut Schröer, und Festredner Prof. Dr. Wolfgang Schieder beim Festakt in der Promotionsaula des Priesterseminars hervor. Ohne das Engagement der Trierer Bürger wäre die Universität möglicherweise gar nicht oder erst viel später eröffnet worden. Trier ohne Universität? Heute kaum mehr vorstellbar. „Trier ist durch die Universität im positiven Sinn eine ganz andere Stadt geworden. Die Universität hat der Stadt sehr gut getan“, resümierte Schröer die Entwicklung in den letzten fünf Jahrzehnten.

Schon ein Jahr nach seiner Gründung erreichte der Freundeskreis sein zentrales Ziel. Trier hatte wieder eine Universität, die sich mit aktuell 13.000 Studierenden bestens etablierte. Wird der Freundeskreis angesichts der positiven Entwicklung überhaupt noch gebraucht? Diese Frage beantwortete der Vorsitzende Helmut Schröer in seiner Ansprache mit einem uneingeschränkten Ja. Abgesehen von der Universitätsgründung seien die ursprünglichen Aufgaben und Ziele des Freundeskreises bis heute relevant: Wissenschaft und Forschung zu unterstützen sowie als Bindeglied zwischen Region und Universität zu fungieren. Schröer nahm in diesem Zusammenhang auch die Wissenschaft in die Pflicht, die sich als Teil der Gesellschaft, von der sie im Wesentlichen finanziert werde, dem Dialog mit der Öffentlichkeit öffnen müsse.

Wolfgang Schieder befasste sich mit Universitätsgründungen in der Bundesrepublik.

570.000 Euro für wissenschaftlichen Nachwuchs

Seiner Aufgabe, die Verbindungen der Universität in die Stadt und Region weiter zu verbessern und zu vertiefen, kommt der Freundeskreis durch Projekte nach. Beispiele sind die Unterstützung des Collegium Musicum als musikalischer Botschafter der Universität, die Stiftung von Gastprofessuren oder die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Förderpreise, wofür der Verein seit 1981 mehr als 570.000 Euro bereitgestellt hat. Im kommenden Wintersemester wird der Freundeskreis erstmals einen mit 5.000 Euro dotierten Preis für ganzheitliche Internationalisierungsansätze verleihen.

„Der Freundeskreis Trierer Universität hat also auch 50 Jahre nach seiner Gründung wichtige Aufgaben.“ Helmut Schröers Fazit schließen sich aktuell rund 400 Vereinsmitglieder und nicht zuletzt Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel an: „Die Gründung des Freundeskreises war und bleibt für die Universität und die Stadt ein Ereignis von zentraler Bedeutung.“

Tatsächlich hatten die ursprünglich 700 Mitglieder der „Vereinigung zur Förderung der Wiedererrichtung der Trierer Universität“ maßgeblichen Anteil daran, dass Trier 1970 Universitätsstandort wurde. Damit reihte sich Trier in ein durchgängiges Schema von Hochschul-Gründungen in Deutschland in den 1960er- und 70er-Jahren ein. Regionalpolitische und wirtschaftspolitische Interessen ließen den Ruf nach einer Universität laut werden. Am Ende der Kette stand die Hochschulpolitik, die sich bei der Ausgestaltung der Hochschulen wiederum an regionalpolitischen Aspekten und dem Bedarf vor Ort orientierte. Am Beispiel der Universität Trier betraf dies beispielsweise den eklatanten Lehrermangel in Rheinland-Pfalz und in der Region.

Mangelerscheinungen an der neuen Universität

Diese Zusammenhänge arbeitete der Historiker Prof. Dr. Wolfgang Schieder in seinem Festvortrag „Nach der Bildungskatastrophe? Universitätsneugründungen in der Bundesrepublik“ heraus. Wolfgang Schieder war einer der ersten Professoren in Trier und erlebte hier vor allem Mangel. „Es fehlte uns so ziemlich an allem. Dennoch war es eine unglaubliche Erfahrung. Wir jungen Professoren haben in dieser Zeit so viel gelernt wie später nicht mehr.“

Die Erkenntnis der Bürgerschaft, dass in Trier eine Universität erforderlich war, sieht Schieder als zentrale Triebfeder der Wiedereröffnung. Der Forderung schloss sich die regionale und später die Landespolitik an. Weil die finanziellen Mittel nicht ausreichten und die erforderlichen Mehrheiten im Landtag für zwei separate Hochschulen nicht aufzubringen gewesen wären, kam es 1970 zum Konstrukt der Doppeluniversität Trier-Kaiserslautern. Nur fünf Jahre später gingen die beiden Hochschulen schon eigene Wege.

Die Hintergründe der Entstehung werden im kommenden Jahr ausführlich aufbereitet, wenn die Universität Trier auf ihre 50-jährige Geschichte zurückblicken wird. Universitätspräsident Jäckel erinnerte daran, dass die europäische Idee bei der Gründung der Trierer Universität von Beginn an Pate stand und ausdrücklicher Wunsch des damaligen Kultusministers Bernhard Vogel gewesen sei.  Dieser Gedanke ist gerade in diesen Tagen aktuell, wenn sich die Universität Trier im Konsortium der Universität der Großregion (UniGR) in einer Ausschreibung als europäische Universität bewirbt.

Mitglieder des Collegium musicum sorgten für einen musikalischen Rahmen.

Kontakt

Freundeskreis Trierer Universität
Katharina Brodauf
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