Das klassizistische Schloss Monaise.

Studierende wecken ein Schloss aus dem Dornröschenschlaf

Sollte das lange vernachlässigte Gelände um das Trierer Schloss Monaise als Park rekonstruiert werden, wäre das nicht zuletzt Kunstgeschichte-Studierenden der Universität und ihrem Dozenten Dr. Jürgen von Ahn zu verdanken.

Der Kunsthistoriker Dr. Jürgen von Ahn machte das Schloss, das selbst viele Trierer nur wegen des dortigen Restaurants kennen, im vergangenen Sommersemester zum Forschungsgegenstand eines Seminars. In der praktisch orientierten Lehrveranstaltung untersuchten Master-Studierende der Kunstgeschichte ein Semester lang verschiedene Aspekte des Schlosses und seiner Gärten aus wissenschaftlicher Perspektive.

Aus dem studentischen Forschungsprojekt ist eine Ausstellung entstanden.

Als das klassizistische, im Westen von Trier und in der Nähe der Mosel gelegene Schloss 1783 fertiggestellt wurde, diente es als Sommerresidenz. Seiner Funktion als Lustschloss entsprechend, war es in einem ländlichen Ambiente von einer Parklandschaft mit französischen und englischen Gartenanlagen umgeben.

Die Nutzung des Schlosses als Rückzugsort und „Naherholungsraum“ war eine der wissenschaftlichen Fragestellungen der Studierenden, ebenso wie die Funktion und Entstehung der unterschiedlichen Gebäudetypen auf dem weitläufigen Gelände. Nicht zuletzt befassten sich die Kunsthistoriker mit den ursprünglichen Gartenanlagen und zeitgenössischen Konzepten der Gartenkunst.

Ausstellung bis 3. November

Die Ergebnisse ihrer Studien bereiteten die jungen Forscher anschaulich mit Plakaten auf. Eine daraus entwickelte Ausstellung ist noch bis zum 3. November im Foyer der VHS/Stadtbibliothek in Trier zu den Öffnungszeiten zu sehen. Voraussichtlich von Ende Februar bis Mitte April 2020 sollen die Plakate im Pavillon in der Südallee/Ecke Saarstraße gezeigt werden.

Schon früh ergab sich eine Kooperation mit dem Trierer Amt für StadtGrün. Dieses plant in naher Zukunft zumindest einen Teil der früheren Parkanlagen des Schlosses wiederherzurichten und so die Attraktivität des frei zugänglichen Parks als Naherholungsort zu erhöhen. Die Erkenntnisse der Studierenden sollen in das Konzept einfließen.

Die Studierenden haben das Gestaltungskonzept und die zum Schloss gehörenden Gebäude erforscht.

Eine völlige Rekonstruktion der früheren Gärten ist aufgrund einer lückenhaften Überlieferungslage und den heutigen Ansprüchen bezüglich Sozial-, Natur- und Umweltaspekten nicht möglich. Aber es könnten zumindest Elemente der von uns recherchierten Gartenanlagen wiederhergestellt werden“, sagt Jürgen von Ahn.

Eines dieser Elemente könnte eine Sichtachse zwischen Schloss Monaise und dem Trierer Dom sein, die der erste Schlossbesitzer und Domdechant Walderdorf hatte einrichten lassen. Diese optische Verbindung wiederherzustellen, scheint mit Blick auf das in der Nachbarschaft entstandene Gewerbegebiet schwer vorstellbar. Als Reminiszenz an die Bau- und Gartenkunst des 18. Jahrhunderts wäre es aber ein erstrebenswertes Ziel.

Kontakt
Dr. Jürgen von Ahn
Kunstgeschichte
vonahn@uni-trier.de
Tel. +49 651 201-4481