Im Futurium in Berlin wurden die Preisträger des Gründungsförderungsprogramms EXIST Potentiale bekannt gegeben.

Universität Trier erhält zwei Millionen Euro für ihr Gründungskonzept

Das Projekt SPIRIT fördert unternehmerisches Denken und Handeln in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften und stärkt den Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis.

Die Universität Trier zählt zu den Preisträgern des Gründungsförderungsprogramms EXIST Potentiale, die nun im Berliner Futurium bekannt gegeben wurden. Der Förderbetrag für ihr Projekt SPIRIT liegt bei rund zwei Millionen Euro und soll an der Universität Trier zur Entwicklung der unternehmerischen Kompetenzen in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften genutzt werden.

Das Programm EXIST Potentiale wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie initiiert und fördert bundesweit akademische Gründungen aus den Hochschulen. Drei Expertenjurys bewerteten die Konzepte der Hochschulen in den Kategorien „Regional vernetzen“, „Potentiale heben“ und „International überzeugen“. 220 Hochschulen und Universitäten aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich um die Förderung beworben. Die Universität Trier ist einer von 70 Preisträgern in der Kategorie „Potentiale heben“.

Gezielte Unterstützung

„Wir freuen uns sehr, dass unser Konzept die Experten überzeugt hat. Gerade in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften steckt ein enormes Innovations- und Gründungspotential. Die EXIST-Mittel versetzen uns in die Lage, die vielen vorhandenen Ideen künftig noch gezielter begleiten und unterstützen zu können“, sagte die das Projekt SPIRIT koordinierende Leiterin des Gründungsbüros Universität Trier, Dr. Christel Egner-Duppich, nach der Preisverleihung.

Ziele des Trierer Projekts SPIRIT sind unter anderem, unternehmerisches Denken und Handeln in den geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Studiengängen zu fördern und vorhandene Gründungs- und Innovationspotentiale zu heben. Daher wird an der Universität Trier im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit der Fächer Betriebswirtschaftslehre, Organisationspädagogik und Informatikwissenschaften in SPIRIT ein neues Studienangebot entwickelt.

Darin soll fachspezifisches Wissen mit unternehmerischen Kompetenzen verknüpft, in Pilotfächern curricular verankert und perspektivisch für alle Fächer angestrebt werden. „Dabei können wir auf dem bereits vorhandenen Lehrangebot im Bereich Unternehmensgründung aufbauen und dieses Angebot dann für die jeweiligen Fächer sukzessive anpassen und erweitern“, so Prof. Dr. Block, Leiter der Forschungsstelle Mittelstand und Inhaber der Professur für Unternehmensführung.

Zehn Prozent Informatik

Ein Novum ist auch die Verzahnung der Entrepreneurship-Education mit der Vermittlung von Digital und Data Literacy. „Wissen über Informatik und Digitalisierung ist für Gründer, aber auch für alle Studierenden wichtig. Zehn Prozent Informatikanteile sollten in jedes Fach integriert werden“, betont Wirtschaftsinformatiker Prof. Dr. Axel Kalenborn.

Zur optimalen Begleitung der Innovations- und Gründungsideen liegt ein weiterer Fokus in SPIRIT auf der Bündelung und Erweiterung von Maßnahmen zur Gründungsunterstützung und der Schaffung neuer Strukturen. Dies erfolgt in enger Kooperation des Gründungsbüros Trier mit den regionalen und überregionalen Netzwerkpartnern. „Gerade für die Förderung von Social Entreprneurship und Gründungen im sozialen Dienstleistungsbereich sind dabei neben Unternehmen auch wohlfahrtsverbandliche Sozialunternehmen, Stiftungen und die Wirtschaftsförderung der Stadt wichtige Kooperationspartner“, führt Prof. Dr. Andreas Schröer, Leiter der Abteilung Organisationspädagogik und des Labors UnTIL, aus.

Durch die Verzahnung außercurricularer Maßnahmen soll ein über die Projektlaufzeit hinaus lebendiges Gründungsökosystem etabliert werden, von dem alle Netzwerkpartner profitieren. Die während der Projektlaufzeit aufgebauten Kooperationsbeziehungen zu wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kommunalen Akteuren können in zukünftigen Projekten und Lehrveranstaltungen an der Universität Trier weitergeführt werden. So soll der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis in der Region Trier gestärkt werden.

Kontakt
Dr. Christel Egner-Duppich
Leiterin Gründungsbüro Universität Trier
E-Mail: egnerdupuni-trierde
Tel. +49 0651 201-3126