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Nachruf auf Prof. Dr. Hella Mandt-Zunker

Das Fach Politikwissenschaft trauert um die Kollegin Prof. Dr. Hella Mandt-Zunker, die am 28. April 2020 im Alter von 82 Jahren verstorben ist. Sie hatte an den Universitäten München und Hamburg Politikwissenschaft, Geschichte und Soziologie studiert, unter anderem bei Wilhelm Hennis, an dessen Freiburger Lehrstuhl sie 1969-1971 als wissenschaftliche Assistentin arbeitete. Anschließend war sie bis zu ihrer Versetzung in den Ruhestand im Jahre 2000 an der Universität Trier beschäftigt, zunächst im Bereich der Didaktik der Gemeinschaftskunde, seit 1972 als Assistenzprofessorin mit dem Schwerpunkt politische Theorie und Ideengeschichte, ab 1980 als C 3-Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte.

In ihrer an der Universität Hamburg entstandenen Dissertation befasste sie sich mit der Tyrannislehre und dem Widerstandsrecht, vor allem bei den Autoren Kant, Hegel, Treitschke und Max Weber („Tyrannislehre und Widerstandsrecht. Studie zur deutschen politischen Theorie des 19. Jahrhunderts“). In ihrer Habilitationsschrift wandte sie sich der modernen Demokratietheorie zu. Sie trug den Titel „Zwischen Realismus und Fundamentalismus - Demokratietheorie in der Ära Adenauer“.

In weiteren Beiträgen hat Frau Mandt-Zunker sich unter anderem mit Themen wie dem "Responsible Government", Demokratie und Toleranz, dem Totalitarismus-Begriff in der politikwissenschaftlichen Analyse, mit Veränderungen des Institutionenverständnisses in der Neuzeit sowie mit Hannah Arendts Neubegründung politischen Handelns auseinandergesetzt.

Die Universität und das Fach verlieren mit ihr eine geschätzte Wissenschaftlerin und Kollegin. Wir werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen.

 

Prof. Dr. Joachim Schild, Geschäftsführer des Fachs Politikwissenschaft