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Nachruf auf Prof. Dr. Arnd Morkel

Das Fach Politikwissenschaft trauert um den geschätzten Kollegen Prof. Dr. Arnd Morkel, der am 11. Februar 2020 im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Er war von 1970 bis zu seiner Emeritierung 1993 an der Universität Trier tätig. Von 1972-1974 hatte er das Amt des Vizepräsidenten der Universität Trier-Kaiserslautern inne, von 1975 bis 1987 war er dann der erste Präsident der seit 1975 eigenständigen Universität Trier. Danach kehrte er in das Fach Politikwissenschaft zurück. Arnd Morkel – ein Schüler Dolf Sternbergers in Heidelberg sowie seines Doktorvaters Arnold Bergstraesser in Freiburg – war „Gründungsvater“ des Fachs in Trier und hat inhaltlich und personell wichtige Weichenstellungen für dessen Entwicklung vorgenommen.

Arnd Morkel war in der Regierungslehre ausgewiesen, dem Fachteil, in dem auch seine Professur angesiedelt war. Im Zentrum seines Schaffens stand jedoch zunehmend die politische Theorie und Ideengeschichte. Er ist mit Monographien über den „politischen Sokrates“ (2006) und über „Marcus Tullius Cicero und was wir heute noch von ihm lernen können“ (2012) hervorgetreten. Daneben veröffentlichte er Beiträge zum Verhältnis von Politik und Wissenschaft und beleuchtete die Möglichkeiten, aber auch Grenzen wissenschaftlicher Politikberatung (1967). Seine Erfahrungen als Universitätspräsident verarbeitete er in einer Monographie über die Gründung und Entwicklung der Universität Trier („Erinnerung an die Universität: ein Bericht“, 1995) sowie in einem Plädoyer für die Erneuerung der Institution Universität „Die Universität muss sich wehren“ (2000).

„Ohne ein gewisses Maß an Redlichkeit ist eine Demokratie nicht lebensfähig“, so Morkel in seiner Abschiedsvorlesung 1993 zum Thema „Politik und Wahrheit“ in vorausschauender Weise in einer Zeit, in der „fake news“ noch nicht zum politischen Alltag gehörten. Eine der Wahrheitssuche verpflichtete Wissenschaft, zumal die Politikwissenschaft, so seine Überzeugung, könne einen Betrag zur Lösung politischer Probleme leisten, etwa indem sie den legitimen Streit zwischen politischen Meinungen versachlicht.

Die Universität und das Fach verlieren mit ihm einen herausragenden und geschätzten Wissenschaftler. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

 

Prof. Dr. Joachim Schild, Geschäftsführer des Fachs Politikwissenschaft