Einfache Regeln für den Durchblick im BAföG-Dschungel

Stand: August 2014

Von A wie Aufwand bis Z wie Zuschuss, gibt es ein paar einfache, dafür aber wichtige Regeln, die Sie beherzigen sollten, um schnell an Ihre BAfög-Förderung zu kommen. Der Aufwand ist gar nicht so groß. Wir helfen Ihnen dabei gerne.

 

 

A

Ablehnung

Eine Ablehnung muss am häufigsten wegen fehlender Mitwirkung ausgesprochen werden. Es ergeht immer ein Bescheid, gegen den man sich mit einem Widerspruch wehren kann.

Änderungsbescheid

Er folgt fast jeder Änderungsmitteilung.

Änderungsmitteilung

Jede Änderung der Umstände, die für die Berechnung oder Bewilligung von BAföG von Bedeutung sind, müssen dem BAföG-Amt unverzüglich, schriftlich mitgeteilt werden.

Aktualisierungsantrag

Ein Aktualisierungsantrag bezieht sich auf das Einkommen der Eltern oder des Ehegatten. Ein Antrag muss vor Ablauf des Bewilligungszeitraumes (BWZ) gestellt werden.

Antrag 

Ein BAföG-Antrag sollte möglichst früh und vollständig gestellt werden. Im Normalfall dauert die Bearbeitung 3 Monate. Ein Weiterförderungsantrag sollte am besten schon 5 Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraumes (BWZ) gestellt werden.

Auslandsstudium

Ein Auslandsstudium kann unter Umständen gefördert werden. Da ein anderes Amt zuständig ist, ist eine Änderungsmitteilung unbedingt erforderlich. Die Zeit eines Auslandsaufenthalts bleibt bis zu einem Jahr bei förderungsrechtlichen Entscheidungen (Berechnung der Förderungshöchstdauer, Fachrichtungswechsel , Leistungsnachweis) unberücksichtigt.

Auszahlung

Die Auszahlung erfolgt nur einmal im Monat, jeweils zum Ende des Vormonats. Die EDV benötigt für Änderungen oder Neuanträge einen Vorlauf von ca. 20 Tagen.

B

Beratung

Beratung bekommen Sie bei uns zu den üblichen Öffnungszeiten und nach individueller Terminvereinbarung. Je nachdem, wo Sie studieren, stehen Ihnen die Ansprechpartner/-innen der  Universität Trier, der FH Trier sowie der FH Birkenfeld zur Verfügung (Öffnungszeiten und Adressen unter dem jeweiligen Link).

Bescheid

Ein Bescheid folgt jedem Antrag, oft auch bei Änderungsmitteilungen.

Beurlaubung

Eine Beurlaubung vom Studium ist unbedingt mitzuteilen. Für diese Zeit steht kein BAföG zu. Urlaubsemester werden allerdings auch nicht mitgezählt (vgl. Förderungshöchstdauer).

Bewilligungszeitraum

Der Bewilligungszeitraum gehört zu fast jedem Bescheid. Nur bei Entscheidungen dem Grunde nach (z. B. Fachrichtungswechsel) fehlt er. In der Regel wird für zwei Semester bewilligt. Danach muss ein neuer Antrag gestellt werden.

BWZ

Abkürzung für  Bewilligungszeitraum

D

Darlehen

Das Darlehen ist in der Regel zinslos und wird auf die Hälfte des Förderungsbetrags begrenzt. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ablauf der Förderungshöchstdauer. (Siehe auch Zinsen)

E

Einkommen

Einkommen führt zur Minderung des Förderungsbetrags. Es wird unterschieden zwischen dem Einkommen des Antragstellers, seines Ehegatten und seiner Eltern. Bei der Berechnung ist maßgeblich das Einkommen des Antragstellers im BWZ (siehe Jobben) , der Eltern und des Ehegatten im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des BWZ. Ist das aktuelle Einkommen (im BWZ) der Eltern oder des Ehegatten günstiger, kann man einen Aktualisierungsantrag stellen (siehe auch Förderung elternunabhängig).

F

Fachrichtungswechsel

Ein Fachrichtungswechsel ist jede Änderung des Studienziels oder der Fächerkombination. Vor einem Wechsel sollte unbedingt die Beratung im BAföG-Amt aufgesucht werden.

Förderung elternunabhängig

Elternunabhängige Förderung gibt es nur in Ausnahmefällen, wenn der Antragsteller bei Beginn des Studiums bereits 30 Jahre alt war oder mindestens fünf Jahre erwerbstätig war und dabei genug verdiente oder eine Berufsausbildung absolvierte und danach noch mindestens drei Jahre gearbeitet hat.

Förderungsbetrag

Der Förderungsbetrag errechnet sich aus dem Gesamtbedarf abzüglich des anzurechnenden Einkommens und Vermögens. Er wird zu 50% als Zuschuss und zu 50% als zinsfreies Darlehen gewährt. In bestimmten Ausnahmefällen wird er zu 100% als verzinsliches Darlehen gewährt. Näheres siehe Zinsen.

Förderungshöchstdauer

Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit und beträgt bei den Bachelor-Studiengängen an der Universität sechs und an der FH sechs bis sieben Semester. Bei einigen wenigen Studiengängen beträgt die Höchstdauer neun Semester. Eine Überschreitung bzw. Verlängerung der Höchstdauer ist unter gewissen Bedingungen möglich.

Förderungsnummer

Die Förderungsnummer ist für das BAföG-Amt sehr wichtig. Mit deren Hilfe kann jeder Vorgang einem bestimmten Antragsteller zugeordnet werden. Bitte nach Möglichkeit immer angeben!

G

Gesamtbedarf

Der Gesamtbedarf ist der maximale Betrag, den ein Antragsteller ohne Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen bekommen könnte. Er setzt sich aus dem Grundbedarf und bestimmten Zusatzleistungen zusammen. Der Gesamtbedarf beträgt zur Zeit mindestens 422 Euro und höchstens 597 Euro monatlich - beim Auslandsstudium sogar noch mehr.

Grundbedarf

Der Grundbedarf für eine/n Hochschulstudentin/Hochschulstudenten beträgt zur Zeit monatlich 422 Euro, wenn sie von einer Wohnung der Eltern aus die Hochschule besucht. Wenn er/sie nicht zu Hause wohnt, beträgt der Grundbedarf 597 Euro monatlich.

Siehe auch Zusatzleistungen.

H

Hilfe zum Studienabschluss

siehe Studienabschlussförderung.

Härtefreibetrag

Es kann auf Antrag ein Härtefreibetrag gewährt werden, wenn beispielsweise jemand in der Familie als schwerbehindert anerkannt ist. Der Antrag muss vor Ablauf des BWZ gestellt werden. Dieser Freibetrag mindert das anzurechnende Einkommen und erhöht damit den Förderungsbetrag.

Hochschulwechsel

Ein Hochschulwechsel ist, solange man nicht die Fachrichtung wechselt, zwar unschädlich, sollte aber gut überlegt werden. Werden die Leistungen der alten Hochschule von der neuen nicht anerkannt, kann es passieren, dass der Leistungsnachweis nicht vorgelegt oder das Studium nicht innerhalb der Förderungshöchstdauer abgeschlossen werden kann. Vor einem Wechsel sollte daher unbedingt die Beratung im BAföG-Amt aufgesucht werden.

J

Jobben

Jobben wirkt sich nicht aus, wenn der Verdienst im Laufe eines BWZ von zwölf Monaten nicht mehr als 4.800 Euro erreicht.

Vergütungen für Praktikanten, Waisen und Gewerbetreibende/Selbstständige werden anders berechnet. Lassen Sie sich vom BAföG-Amt entsprechend beraten.

K

Krankheit

Eine Krankheit kann als Grund für eine spätere Vorlage des Leistungsnachweises oder für eine Überschreitung der Förderungshöchstdauer anerkannt werden. Die BAföG-Leistungen werden auch während der Erkrankung bis zu drei Kalendermonaten weiter gezahlt. Lassen Sie sich vom BAföG-Amt entsprechend beraten!

L

Leistungsnachweis

Ein Leistungsnachweis wird in der Regel nach dem vierten Fachsemester verlangt. Die jeweiligen Fächer legen die benötigten ECTS-Punkte fest. Der BAföG-Empfänger sollte sein Studium so ausrichten, dass er die Kriterien rechtzeitig erfüllt. Unter bestimmten Umständen kann die Vorlage des Leistungsnachweis auch später zugelassen werden. Siehe auch Krankheit und Überschreitung der Förderungshöchstdauer.

M

Mietbescheinigung

Eine Mietbescheinigung können Sie vom Formularserver herunterladen.

Mitwirkung

Ihre Mitwirkung ist gefragt!

Je eher Sie alle Unterlagen, die für die Entscheidung über den Antrag erforderlich sind, vollständig einreichen, desto eher können wir entscheiden.

Fehlt Ihre Mitwirkung - ohne Angabe von validen Gründen - so kann das zur Ablehnung des Antrags führen.

P

Praxissemester

Ein Praxissemester ist kein Grund, keinen Antrag auf BAföG zu stellen. Die Praktikantenvergütung ist allerdings meistens so hoch, dass kein oder nur ein geringer Förderungsbetrag gewährt werden kann. Vor einem Praxissemester sollte daher unbedingt die Beratung im BAföG-Amt aufgesucht werden.

S

Studienabschluss oder -abbruch

Ein Studienabschluss oder -abbruch sollte sofort mitgeteilt werden. Ausbildungsförderung steht ab dem Folgemonat nicht mehr zu und muss gegebenfalls zurückerstattet werden.

Studienabschlussförderung

Eine Studienabschlussförderung gibt es nur als verzinsliches Darlehen für maximal ein Jahr. Das BAföG-Amt informiert über die Voraussetzungen und nimmt Anträge entgegen.

U

Überschreitung der Förderungshöchstdauer

Eine Überschreitung der Förderungshöchstdauer ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich - beispielsweise wegen Krankheit, Mitwirkung in gesetzlich vorgesehenen Gremien der Hochschulen usw., erstmaliges Nichtbestehen der Abschlussprüfung, Behinderung, Schwangerschaft oder Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu zehn Jahren. Weitere Gründe sind möglich, eine Beratung ist unumgänglich.

Eine Kombination mit einer Studienabschlussförderung ist im Gesetz vorgesehen. Bei den Gründen Behinderung, Schwangerschaft und Pflege und Erziehung eines Kindes wird der Förderungsbetrag zu 100% als Zuschuss, bei den restlichen Gründen zu 50% als Zuschuss und 50% als zinsfreies Darlehen gewährt. Siehe auch Zinsen.

V

Vermögen

Das Vermögen der Eltern und des Ehegatten bleibt unberücksichtigt. Vermögen des Antragstellers wird angerechnet, wenn es bestimmte Freibeträge übersteigt. Bei einem ledigen Antragsteller sind 5.200 Euro anrechnungsfrei.

Vorausleistung

Eine Vorausleistung kann beantragt werden, wenn sich die Eltern weigern, Unterhalt zu zahlen. Das BAföG-Amt leistet dann den Betrag, den die Eltern zahlen müssten, voraus und versucht, ihn bei den Eltern wieder zu holen. Gegebenfalls müssen die Eltern mit einer Unterhaltsklage rechnen. Wenn sich die Eltern weigern, die Unterlagen vorzulegen, die für die BAföG-Berechnung erforderlich sind, wird ähnlich verfahren.

W

Widerspruch

Widerspruch kann innerhalb eines Monats gegen jeden Bescheid des BAföG-Amtes schriftlich oder zur Niederschrift eingereicht werden.

Als Reaktion auf einen Wiederspruch folgt ein neuer Bescheid (Abhilfe) oder, wenn keine Abhilfe möglich ist, ein Widerspruchsbescheid, gegen den wiederum Klage beim Verwaltungsgericht erhoben werden kann. In der Regel wird jedoch zunächst versucht, den Widerspruchsführer von der Richtigkeit des Bescheides zu überzeugen.

Z

Zinsen

Ein verzinsliches Darlehen wird nur bei Studienabschlussförderung, Überschreitung der Förderungshöchstdauer und nach einem Fachrichtungswechsel für die letzten Semester vor Ablauf der Förderungshöchstdauer gewährt.
Bei einem erstmaligen Fachwechsel bis zum Ende des dritten Fachsemesters wird für die andere Ausbildung weiterhin halb Zuschuss und halb Darlehen gewährt.

Zusatzleistungen

Zusatzleistungen können zum Grundbedarf gewährt werden, wenn die Voraussetzungen nachgewiesen sind.

Es sind dies: der Zuschuss zur Kranken- (62 Euro/Monat) und Pflegeversicherung (11 Euro/Monat) - beide nur wenn der Antragsteller selbst versichert ist.

Bei Auslandsstudium wird ein Auslandszuschlag und Zuschuss zur Krankenversicherung gewährt sowie Reisekosten und Studiengebühren erstattet.