Aktuelle Forschungsprojekte:

 

  • Stressinduzierte Veränderungen des Essverhaltens bei Adipositas (SVEA)

  • Stress induziertes Essverhalten bei übergewichtigen Frauen mit binge eating Störung

  • Emotionsinduziertes Essverhalten bei übergewichtigen Kindern

  • Stressbezogene Determinanten für die Aufrechterhaltung depressiver Störungen ein Mädchen


Mitarbeiter in Forschungsprojekten

M.Sc. Gundula R.R. Kießl
Raum JU2.160
Tel. 0651/201-3695
Email: kiessluni-trierde

Dipl.-Psych. Simone Schulz (zur Zeit in Mutterschutz)
Büro:       D112
Telefon:  ++49 (0)6 51 / 201 - 3058
E-Mail:     schulzsuni-trierde

Informationen zu Esstörungen:


Hier können Sie verschiedene Informationsbroschüren zu ausgewählten Aspekten von Essstörungen herunterladen.

Klicken Sie auf die einzelnen unterstrichenen Themenüberschriften, um die Dateien mit den Unterlagen zu diesen Themen auf Ihren Rechner herunterzuladen:

Essstörungen:

Das Ernährungspsychologische Labor der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie

Im ernährungspsychologischen Labor werden Determinanten und Korrelate menschlichen Essverhaltens unter kontrollierten Bedingungen untersucht. Damit ist experimentelle Grundlagenforschung zu psychologischen und biologischen Einflussfaktoren auf die Nahrungsaufnahme beim Menschen möglich. Darüber hinaus wird auch klinisch-psychologische Forschung durchgeführt, die zur Aufklärung der Entstehung und Aufrechterhaltung von klinisch relevanten Essstörungen beiträgt. Im Fokus stehen dabei die Adipositas bei Kindern und Jugendlichen und die binge eating Störung bei Erwachsenen. Ein von uns entwickeltes Therapieprogramm für Kinder wurde durch Untersuchungen im ernährungspsychologischen Labor evaluiert.

Bei Untersuchungen im Labor können folgende Verfahren genutzt werden:

Universal Eating Monitor (UEM) zur Aufzeichnung kumulativer Essenskurven.

Indirekte Kalorimetrie zur Messung des Ruhestoffwechsels

Bioelektrische Impedanzanalyse zur Messung von Fett und Muskelmasse.

 


Universal Eating Monitor (UEM):

Der UEM besteht aus einer in einen Tisch integrierten und mit einem PC verbundenen Waage.

 



Ein angeschlossener Laptop registriert alle 0,2 Sekunden das Gewicht in der Schale, so dass Essenskurven aufgezeichnet werden können, aus deren Rohdaten unter anderem folgende Charakteristika des Essverhaltens einer Person berechnet werden: Essmenge, Essgeschwindigkeit, Größe der Löffelportionen, Frequenz der Löffelportionen, Veränderung der Essgeschwindigkeit (Beschleunigung, Verlangsamung).

 

 

Zu diesem Verfahren liegen Publikationen vor:

Laessle,R.G. Uhl, H. Lindel B. (2001) Parental influences on eating behavior in preadolescents. International Journal of Eating Disorders 30(4),447-453.

Laessle,R.G. Uhl, H. Lindel B. Müller, A. (2001) Parental influences on laboratory eating behavior in obese and nonobese children. International Journal of Obesity ,25(S1), 60-63.

Adam, T., Beringer, S,  Laessle, R.G. (2001) EMIL, a universal eating monitor. International Journal of Obesity, 25(S1), 116.

Hubel R, Laessle RG, Lehrke S, Jass J (2006) Laboratory measurement of cumulative food intake in humans: results on reliability ; Appetite,46: 57-62

Laessle RG, Lehrke S, Dückers S (2007) Laboratory eating behavior in obesity, Appetite, 49 (2), 399-404.

Laessle, R., Schulz, S. (2009) Stress-induced laboratory eating behaviour in women with binge eating disorder.  International Journal of Eating Disorders , 42, 505-510.

 

Indirekte Kalorimetrie:

Alle Lebensvorgänge benötigen Energie. Diese Energie wird in den Zellen des Organismus gewonnen. Die sich dabei abspielenden Vorgänge unter Aufnahme von Sauerstoff und Abgabe von Kohlendioxid bezeichnet man als Zellatmung. Selbst bei völliger äußerer Untätigkeit muss für die Erhaltung der inneren Organ- und Gewebsfunktionen Energie aufgewendet werden. Den dazu notwendigen Energieumsatz bezeichnet man als Grundumsatz (Basal Metabolic Rate, BMR).
Mittels der indirekten Kalorimetrie wird die verbrauchte Energie geschätzt, indem die Volumina des eingeatmeten Sauerstoffs und des ausgeatmeten Kohlendioxids gemessen werden. Ein Mikroprozessor analysiert dabei die anfallenden Gasanteile, die über eine Atemhaube von der liegenden Versuchsperson abgeleitet werden.

 

 

Am respiratorischen Quotienten (RQ) erkennt man zusätzlich, welcher der Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) jeweils bevorzugt zur Energiegewinnung benutzt wird. Als RQ bezeichnet man das Verhältnis des Volumens des ausgeatmeten Kohlendioxids zum verbrauchten Sauerstoff (CO2:O2). Bei alleiniger Oxidation von Kohlenhydraten ist er gleich 1, weil die Kohlenhydrate so viel Sauerstoff im Molekül enthalten, wie zur Oxidation ihres Wasserstoffs nötig ist. Fette enthalten weniger Sauerstoff. Bei ihrer Oxidation bindet deshalb ein Teil des eingeatmeten Sauerstoffs an Wasserstoff unter Bildung von Wasser. Es kann demnach nicht so viel Kohlenstoffdioxid entstehen, wie Sauerstoff aufgenommen wird. Der RQ ist also kleiner als 1. Dementsprechend bewegt er sich in der Praxis zwischen 0.7 und 1, abhängig von der Zeit seit der letzten Mahlzeit des Probanden und dessen Gesundheit, da in der Regel ein "Gemisch" der Makronährstoffe in den Körperzellen veratmet wird.. Der Ruheumsatz wird normalerweise dann bestimmt, wenn der Proband zuvor 30 min ruhig auf dem Rücken gelegen und seit zwei Stunden keine Nahrung mehr zu sich genommen hat. Als BMR wird der geschätzte Energieumsatz dann bezeichnet, wenn der Proband (a) morgens, (b) liegend in Ruhe, (c) nüchtern und (d) bei normaler Körpertemperatur mittels Kalorimetrie untersucht wird.
Der relative BMR (d.h. relativiert an der Körperoberfläche, um Unterschiede in Größe und Gewicht zwischen Individuen vernachlässigen zu können) ist bei Frauen geringer als bei Männern. In der Kindheit ist er am größten und nimmt mit zunehmenden Alter zunächst rasch, nach der Adoleszenz dann langsamer ab.

 

 

Publikationen zur indirekten Kalorimetrie aus dem ernährungspsychologischen Labor:

Laessle, R. Kikker, S. (2008) Resting metabolic rate in young women classified as restrained or unrestrained eaters. Physiology & Behavior 95 (3), 542-543.

Wurmser, H., Laessle, R.G., Jacob, K., Langhardt, S., Uhl, H., Angst, A., Müller, A. & Pirke, K.M.(1998): Resting metabolic rate in preadolescent girls at high risk of obesity, International Journal of Obesity , 22, 793-799

 

 

Bioimpedanzanalyse (BIA):

 

Das reine Körpergewicht allein lässt nur wenig Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand eines Menschen zu. Die Körperzusammensetzung dagegen, d. h. das Verhältnis von Fett und fettfreien Anteilen wie Knochen, Muskeln und Wasser, liefert wesentlich aussagekräftigere Angaben, um das individuelle Gesundheitsrisiko beurteilen zu können.
Die BIA basiert darauf, dass das Fettgewebe nur einen sehr geringen Wassergehalt hat. Im Gegensatz dazu bestehen die fettfreien Anteile des Körpers zum größten Teil aus Wasser. Diese leiten aufgrund des hohen Wasseranteils elektrischen Strom wesentlich besser als das Fettgewebe, d.h. der elektrische Widerstand von Muskeln und Knochen ist kleiner als der von Fett. Daher wird bei der Bioimpedanzanalyse mit Hilfe eines Wechselstroms der Widerstand des Körpers gemessen und entsprechend ausgewertet.
An der rechten Hand und am rechten Fuß werden Elektroden angebracht, über die das Messgerät einen schwachen, ungefährlichen Messstrom durch den Körper schickt (siehe Abbildung). Auf diese Weise wird der Widerstandwert des Körpers ermittelt. Zusammen mit personenbezogenen Angaben wie Gewicht und Körpergröße kann dann die genaue Körperzusammensetzung berechnet werden. Die Untersuchung ist also völlig schmerzfrei und das Ergebnis liegt unmittelbar danach vor.

Der untere Grenzwert an prozentualer FM für Überernährung liegt bei etwa 18-25% bei Jungen und 27–30% bei Mädchen. Unterernährung wird näherungsweise ab einem Wert von unter 5% prozentualer FM bei Männern und 10% bei Frauen angenommen.

 

 

Publikationen:

Laessle, R.G., Wurmser, H., Pirke, K.M. (1997). A comparison of resting metabolic rate, self-rated food intake, growth hormone and insulin levels in obese and nonobese preadolescents. Physiology and Behavior, 61 725-729.

Hubel, R., Jass, J., Marcus, A. & Laessle, R.G. (2006). Overweight and basal metabolic rate in boys with attention-deficit/hyperactivity disorder. Eating and Weight Disorders, 11, 139- 146.

Laessle, R. Kikker, S. (2008) Resting metabolic rate in young women classified as restrained or unrestrained eaters. Physiology & Behavior 95 (3), 542-543.

Lehrke S, Laessle RG (2010) Sporttherapie zur Optimierung multimodaler Gruppentherapie bei kindlicher Adipositas. Zeitschrift für Gesundheitspsychologie. (in Druck)