Examen


Wer sich  -  was jeder/jedem Studierenden nur empfohlen werden kann  -  beizeiten gründlich über die juristischen Examina als solche informieren will, greife zu dem (dezidiert kritischen und nicht in allen Punkten überzeugenden, gleichwohl aber lesenswerten) Buch von Ditmar Schulze, Die Juristenprüfung zwischen Anspruch und Realität, Diss. Saarbrücken 1999 (zum Download auf der Homepage des Verf. verfügbar); dieses enthält auch eine umfangreiche Bibliographie zum Thema.



 

Literatur (speziell zum 1. jur. Examen)

Derleder, Peter, Staatsexamen und Berufsqualifikation - Was leisten eigentlich die Justizprüfungsämter?, NJW 2005, 2834

Bewart, Christian T., Der gesetzliche Anspruch auf einen akademischen Grad mit bestandenem Ersten Juristischen Staatsexamen, BayVBl 2005, 648

Bickel, Nell/Fabricius, Dirk u.a., Examiniertes Examen: Das erste juristische Staatsexamen -  Interviews mit Prüflingen durch einen Prüfer und andere Texte, 2004

Frankenberg, Das Leben als Klausursachverhalt. Versuche über die Psychopathologie des juristischen Prüfungswesens, KJ 1975, 425

Koritz, Nikola Anna, Die Entwicklung des Schwierigkeitsgrades des ersten juristischen Staatsexamens in den letzten 100 Jahren -  dargestellt am Beispiel bayerischer zivilrechtlicher Examensklausuren, Diss. FU Berlin 1996

Kötz, Hein, Der Bologna-Prozess - Chance für eine starke Anwaltschaft? -  Vom Sinn der Staatsprüfung und des Vorbereitungsdienstes, AnwBl 2005, 535

Löwisch, Manfred, Eine 50jährige Beziehung zur juristischen Staatsprüfung in Baden-Württemberg, Jura 2006, 102

Lüke, Gerhard, Ein offenes Wort zur "Freischußregelung", JuS 1994, 447

Merk, Beate, Der Bologna-Prozess - die Erste Juristische Staatsprüfung auf dem Prüfstand? ZRP 2004, 264

Schulze, Ditmar, Die Juristenprüfung zwischen Anspruch und Realität, Diss. Saarbrücken 1999 (zum Download auf der Homepage des Verf. verfügbar)

Schwab, Martin, Juristische Staatsprüfungen und das Grundgesetz, 2005 (UB Trier: r48364)

Stegbauer, Der 'Freischuß' - Kein Königsweg, Jura 1994, 496



 

Mündliche Prüfung

Insidertipps zur mündlichen Prüfung von U. Noack (Düsseldorf)

Darstellung zum Ablauf der mündlichen Prüfung

Interview mit einem Prüfer

10 Tipps zum Prüfungsgespräch

Schröder, Martin, Die mündliche Prüfung - das Stiefkind der juristischen (Internet-)Szene, JurPC Web-Dok. 227/2001

Erfahrungsbericht über Vorbereitung und Absolvierung des ersten Staatsexamens

Weniger Beurteilungsspielraum bei Prüfungen? von J. Rux (Tübingen)

 

Charbel, Top vorbereitet in die mündliche Prüfung, 2. Aufl. 2005

Klünder/Schulze/Selent, Das mündliche Staatsexamen in 50 Fällen  -  Zivilrecht, 2005

Martinek, Schüchternheit im mündlichen Staatsexamen - Versuch einer Aufmunterung, JuS 1994, 268

Petersen, Die mündliche Prüfung im ersten juristischen Staatsexamen, 2005

Römermann, Volker (Hrsg.), Schlüsselqualifikationen für Jurastudium, Examen und Beruf 2003 (UB Trier: 60 = AP/r5504)

Rüßmann, JuS, Mündliche Prüfung Referendarexamen, Audio-CD Nr.1 : Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht, 2000 

Teubner, Die mündliche Prüfung in beiden juristischen Examina,  4. Auflage 1994

 

Ergebnisse der Ersten juristischen Prüfung in Trier

Termin

Teil-
nehmer

nicht
bestan-
den

ausrei-
chend

befrie-
digend

voll-
befrie-
digend  

 gut 

sehr  
gut

Staatliche Pflichtfachprüfung Rheinland-Pfalz
(nur Trierer Kandidaten)*
2008/I8616 %23 %31 %21 %7 %1 %
2008/II12227 %25 %28 %18 %3 %-
2009/I10330 %27 %34 %8 %1 %-
2009/II9130 %31 %31 %7 %2 %-
2010/I7224 %28 %32 %17 %--
2010/II10040 %18 %33 %7 %2 %-
2011/I8623 %36 %31 %9 %--
2011/II11525 %28 %34 %11 %2 %-
2012/I6939 %23 %30 %6 %1 %-
2012/II12725 %33 %32 %6 %5 %-
2013/I6434 %25 %25 %6 %8 %2 %
2013/II10631 %22 %31 %14 %2 %-
2014/I4046 %30 %14 %12 %--
2014/II11239 %29 %24 %4 %3 %-
2015/I6737 %18 %31 %12 %1 %-
2015/II10243 %27 %23 %7 %--
2016/I7039 %29 %24 %7 %1 %-
2016/II13850 %18 %25 %5 %1 %-
2017/I7741 %30 %22 %5 %1 %-
2017/II18037 %30 %24 %7 %2 %-
2018/I8744 %25 %23 %7 %1 %-
2018/II16142 %25 %20 %10 %3 %-

zum Vgl.:
bundesweit
(2017)**


14.232


29 %


26 %


29 %


14 %


3 %


0,1 %


Schwerpunktbereichsprüfung
(Universität Trier gesamt)**
2010/I10615 %11 %25 %33 %14 %1 %
2010/II10113 %15 %36 %24 %10 %3 %
2011/I9921 %17 %24 %26 %9 %2 %
2011/II8816 %11 %34 %24 %11 %3 %
2012/I8324 %15 %30 %20 %8 %2 %
2012/II12719 %9 %28 %30 %9 %5 %
2013/I12225 %9 %31 %17 %14 %4 %
2013/II12616 %14 %23 %33 %9 %6 %
2014/I7721 %12 %27 %31 %9 %-
2014/II7218 %18 %29 %25 %8 %1 %
2015/I6528 %12 %22 %23 %8 %8 %
2015/II9517 %17 %25 %29 %8 %3 %
2016/I10021 %7 %32 %30 %8 %2 %
2016/II9411 %10 %40 %28 %10 %2 %
2017/I8125 %15 %22 %25 %12 %1 %
2017/II10718 %19 %24 %24 %11 %4 %
2018/I6816 %16 %26 %28 %10 %3 %
2018/II11316 %14 %26 %26 %13 %5 %

Schwerpunktbereichsprüfung
(Universität Trier, nur SPB 2)**
2010/II234 %22 %35 %17 %17 %4 %
2011/I2924 %17 %28 %21 %7 %4 %
2011/II1520 %27 %20 %27 %7 %-
2012/I119 %9 %55 %9 %18 %-
2012/II138 %8 %23 %46 %15 %-
2013/I1911 %11 %16 %47 %5 %-
2013/II1215 %8 %50 %-17 %-
2014/I922 %-44 %22 %11 %-
2014/II812 %12 %12 %50 %12 %-
2015/I12--17 %33 %33 %17 %
2015/II10-20 %30 %40 %10 %-
2016/I1020 %-20 %60 %--
2016/II714 %14 %-43 %29 %-
2017/I911 %11 %22%44 %11 %-
2017/II128 %8 %17 %33 %17 %17 %
2018/I157 %7 %7 %53 %20 %7 %
2018/II2425 %8 %29 %17 %21 %-
zum Vgl.:
bundesweit
(2017)**

9.629

4 %

10 %

27 %

33 %

21 %

6 %

*ohne Wiederholer/Notenverbesserer  **mit Wiederholern/Notenverbesserern

(Quelle jew.: Examensstatistik des LPAJ RLP,  Ausbildungs- und Examensstatistiken des Bundesamts für Justiz bzw. fachbereichsinterne Prüfungsstatistik)

 

Erstes juristisches Examen in Trier (n.F. = JAG/JAPO Rh.-Pf. 2003)


Landesprüfungsamt für Juristen des Landes Rheinland-Pfalz
(mit Hinweisen zu: Gesetzlichen Grundlagen (JAPO RhPf. 2003, JAG RhPf. 2003), Termine, Vorbereitungsdienst, Adressen & Links in Rheinland-Pfalz)


Universitäre Schwerpunktbereichsprüfung (30 % der Gesamtexamensnote)

Schwerpunktbereiche: In Trier werden folgende Schwerpunktbereiche angeboten (§ 13 TStudPO; Näheres zu den dazugehörenden Lehrveranstaltungen ist dem Studienplan zu entnehmen):

(1) Grundlagen der europäischen Rechtsentwicklung

(2) Unternehmensrecht

(3) Arbeits- und Sozialrecht

(4) Wirtschafts- und Steuerstrafrecht sowie Europäisches und Internationales Strafrecht

(5) Umwelt- und Technikrecht

(6) Europäisches und Internationales Recht

(7) Deutsches und Internationales Steuerrecht

(8) Recht der Informationsgesellschaft und des Geistigen Eigentums

Zulassungsvoraussetzungen: Erfüllung der Voraussetzungen für die staatl. Pflichtfachprüfung (s.u.). Die Studienarbeit im Prüfungsseminar kann bereits ab 6. Semester geschrieben werden, sofern die Zwischenprüfung bestanden wurde und zwei „große Scheine“ vorliegen (§ 16 Abs. 2 TStudPO).

Prüfungsleistungen: 10 Min. mündliche Prüfung + eine fünfstündige Klausur + eine vier- bis fünfwöchige Studienarbeit im Prüfungsseminar (SPB 4, 7: zweite Klausur statt Studienarbeit)

Bewertung: pro Prüfungsleistung jew. 1/3 der Schwerpunktbereichsnote [= jew. 10% der Gesamtexamensnote]

Freiversuch sowie Wiederholung zur Notenverbesserung möglich, wenn die Prüfung innerhalb von 9 Semestern abgelegt wird; zusätzlich einmalige Wiederholungsmöglichkeit wegen Nichtbestehens  (§ 19 Abs. 1 - 3 TStudPO)

 

Staatliche Pflichtfachprüfung (70 % der Gesamtexamensnote)

Zulassungsvoraussetzungen: s. § 4 JAPO: Die Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung setzt voraus, dass die Bewerberin oder der Bewerber

1. mindestens sechs Studienhalbjahre Rechtswissenschaften studiert hat, davon mindestens vier Studienhalbjahre an einer deutschen Universität, davon mindestens zwei Studienhalbjahre an einer Universität des Landes Rheinland-Pfalz,

2. Lehrveranstaltungen in den Pflichtfächern nach § 1 Abs. 2 besucht hat,

3. die praktischen Studienzeiten abgeleistet hat (§ 2 Abs. 3 JAG RhPf. 2003, Merkblatt Landesprüfungsamt),

4. an je einer Übung für Fortgeschrittene im Bürgerlichen Recht, Strafrecht und Öffentlichen Recht erfolgreich teilgenommen hat („große Scheine“),

5. an einem Seminar oder einer gleichwertigen Lehrveranstaltung in einem Grundlagenfach erfolgreich teilgenommen hat („Grundlagenschein“),

6. erfolgreich eine fremdsprachige rechtswissenschaftliche Veranstaltung oder einen rechtswissenschaftlich ausgerichteten Sprachkurs besucht hat sowie

7. eine Zwischenprüfung bestanden hat.

Prüfungsleistungen: 6 fünfstündige Klausuren in den drei Pflichtfächern (3 Zivilrecht, 1 Strafrecht, 2 Öffentliches Recht) + 3 x je 10 Min. mündliche Prüfung in den drei Pflichtfächern [jew. einschl. Verfahrensrecht, europarechtlicher, rechtsgeschichtlicher und rechtshistorischer Bezüge]

Bewertung: pro Klausur/mündl. Prüfungsteil jew. 1/9 der Pflichtfachnote [= jew. ca. 7,8 % der Gesamtexamensnote]

Freiversuch bei Klausurablegung zum Ende des 8. Semesters (zzgl. bis zu 2 Semester für FFA/Auslandsstudium/Fachschaft etc.) sowie Wiederholung zur Notenverbesserung bei Erstablegung der Prüfung in Rheinland-Pfalz ohne Rücksicht auf die Semesterzahl möglich; zusätzlich einmalige Wiederholungsmöglichkeit wegen Nichtbestehens  (§ 5 Abs. 4 - 6 JAG RhPf. 2003)

 

Anteile der Fächer an der Gesamtexamensnote

Nach der JAPO 2003 haben danach die einzelnen Fächer folgende Anteile an der Gesamtexamensnote [jew. einschl. Verfahrensrecht, europarechtlicher, rechtsgeschichtlicher und rechtshistorischer Bezüge]:

Zivilrecht:                31,1% = 44,4 % (4/9) vom Pflichtfachteil

Öffentliches Recht:    23,3%  = 33,3 % (3/9) vom Pflichtfachteil

Strafrecht:                15,6% = 22,2 % (2/9) vom Pflichtfachteil

Schwerpunkt:            30%