Sofja Kovalevskaja-Preis-Projekt des Fachbereichs II Germanistik/Ältere deutsche Philologie (Universität Trier) mit finanzieller Unterstützung der Alexander von Humboldt-Stiftung 

Wissen über Sprache gehört zu den traditionellsten Interessenbereichen einer Gesellschaft und bildet den Gegenstand der seit dem 19. Jahrhundert existierenden Sprachwissenschaft. Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts ist es bekannt, dass die Architektur einer Sprache wesentlich von den mehr oder weniger festen formelhaften Wortverbindungen (Phraseologismen), z.B. den Nagel auf den Kopf treffen, klipp und klar, ein Referat halten, Meine Damen und Herren oder Wenn schon, denn schon mitgestaltet wird.

Eine moderne Sprache kann nur in ihrer historischen Entwicklung ausschöpfend begriffen und beschrieben werden. Während über den historischen Werdegang der lautlichen, grammatischen und lexikalischen Systeme des Deutschen unterschiedlich umfangreiche und detaillierte Informationen vorliegen, ist das Wissen über die Herausbildung des phraseologischen Systems fragmentarisch und mosaikartig: Was bedeutet im Mittelalter die Wendung Er kann nicht von einem Brot zum anderen gelangen? Warum steigt man jemandem aufs Dach, wenn man ihn/sie zurückweisen will? Was ist ein Kerbholz und was hat es mit dem Begehen einer Straftat zu tun? In welchen Situationen hat man die Ausdrücke Gehab dich wohl! und Behalten Sie wohl Ihren getreuen Diener verwendet und wen hat man dabei adressiert?

Das Projekt will diese Forschungslücke korpusbasiert auf der Grundlage einer nach den internationalen Qualitätsstandards digitalisierten und annotierten Textmenge schließen und ein Stück Kulturgeschichte des Deutschen in Form einer Datenbank der scientific community sowie dem breiten nicht-wissenschaftlichen Publikum zeitnah zur Verfügung stellen. Dabei arbeitet das Projekt an der Schnittstelle der Historischen Linguistik und der EDV-Philologie und verbindet die modernsten Informationstechnologien mit der interdisziplinären Interpretation und den neuesten Kriterien der linguistischen Analyse

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Informationen zum Projekt finden Sie hier.