Vortrag mit Carlos Olaya

Coca Cola - die Marke eines Erfrischungsgetränks, hinter der ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen steht. Hierauf muss nicht zwangläufig ein Vorwurf folgen. Denn welches Unternehmen denkt schließlich nicht an Gewinnmaximierung? Verständlich. Und das nette Image der Marke, die uns schließlich auch den Weihnachtsmann beschert hat, lässt nicht zwangsläufig misstrauisch werden. 

Doch der multinationale Konzern agiert zwielichtig, lässt sich Menschenrechtsverletzungen zu Schulden kommen. Und das nicht in geringem Ausmaß.

Grund genug für uns, das Öko-Referat der Uni Trier, eine Kampagne gegen Coca Cola zu initiieren. Doch die Kampagne will sich nicht alter Floskeln bedienen und unreflektiert Anti-Kapitalismus Parolen in die Welt hinaustragen.

Also luden wir zum Auftakt unseres Coca-Cola-Boykotts den kolumbianischen Gewerkschaftler Carlos Olaya ein, der, im Sinne der Aufklärung, für vier Wochen Deutschland und die Schweiz bereiste und zum Boykott aufrief.

Sachlich, fundiert und geduldig schilderte er seinem Publikum im Multikulturellen Zentrum am 16. Mai den Mord an den Gewerkschaftsführer Isidro Segundo Gil durch Paramilitärs von Coca Cola in Capera 1996. Er erzählte von dem achtfachen Mord an Gewerkschaftlern im Konzern in den darauffolgenden sechs Jahren. "Nur" neun von rund 4000 Morden an Gewerkschaftlern im vergangenen Jahrzehnt! Er ging auf die horrenden Arbeitsbedingungen der Coca-Cola Mitarbeiter ein. Denn den Mitarbeitern wird nicht nur mit Gewalt gedroht, ihre Löhne werden gekürzt, ihre Arbeitszeiten auf 20 Stunden am Tag angehoben. Und da kaum ein Mitarbeiter fest unter Vertrag steht, gehen die Möglichkeiten einer Klage gegen Coca-Cola nicht nur aufgrund ihrer Einschüchterungsstrategie gegen Null.

Diese Schilderungen der Menschenrechtsverletzungen von einem Mann wie Carlos Olaya zu hören, der vieles erlebt und noch mehr gesehen hat, regt zum Denken an.

Wenn ihr euch fundierter zu dem Thema informieren wollt: Sprecht uns einfach an oder schreibt uns eine kurze Mail.

Zeigt euch kritisch, solidarisch! Unterstützt den Boykott!

Catalina Lopez