Examensrepetitorium im Zivilprozessrecht

 

Unirep in den Zeiten von Corona

Trier, den 13.März 2020

Liebe Studierende,

Sie haben es sicher schon gehört: Der Beginn des Sommersemesters ist an der Universität Trier um zwei Wochen bis zum 20. April verschoben worden. Die Absage aller regulären Lehrveranstaltungen betrifft auch das universitäre Examensrepetitorium und das für die nächsten drei Wochen geplante „Ferienrepetitorium“. Wir hoffen die ausgefallenen Stunden spätestens in den Sommersemesterferien nachholen zu können.

Vermutlich wird das nicht die letzte Beeinträchtigung sein, die Ihr Studium und Ihre Examensvorbereitung in den nächsten Monaten durch die Folgen der Corona-Epidemie erfahren wird. Wir sind aber optimistisch, dass es uns mit einigen zusätzlichen Anstrengungen und viel gegenseitigem Verständnis gelingen wird, dafür zu sorgen, dass sich die hierdurch für Sie entstehenden Nachteile in Grenzen halten. Bitte zögern Sie nicht, mit Ihren eigenen Vorschlägen an uns heranzutreten  –  Sie werden hierfür bei uns stets ein offenes Ohr finden.

Wer nicht auf die Nachholveranstaltung warten möchte, findet hier (als .zip-Datei) 200 Fragen und Antworten zum Zivilprozessrecht sowie die wichtigsten ZPO-§§ zum Lernen.

Darüber hinaus weise ich auf folgende allgemein zugänglichen Podcasts hin:
•  Matthias Fervers (Uni München)
•  Daniel Effer-Uhe (Uni Köln)

gez. Eckardt

Über diese Veranstaltung

Das Examensrepetitorium im Zivilprozessrecht behandelt die examensrelevanten Teile des zivilprozessualen Erkenntnisverfahrens sowie des Vollstreckungs- und Insolvenzrechts. Das zivilprozessuale Erkenntnisverfahren gehört zu wesentlichen Teilen (Aufbau des Instanzenzugs und Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte, Verfahrensgrundsätze, Zulässigkeit der Klage, insbesondere Partei- und Prozessfähigkeit, Klagearten, Klageerhebung und Rechtshängigkeit, Urteil, Prozessvergleich und Erledigung in der Hauptsache, Berufung sowie Rechtskraft [vgl. gegenwärtig Anlage A zur JAPO RhPf v. 1.7. 2003 sub V. 1.]) zum Pflichtfachkatalog im ersten juristischen Examen und ist relativ häufig –  jedenfalls häufiger als andere "Nebengebiete" und auch häufiger als manches stoffmäßig umfangreichere Teilrechtsgebiet der Hauptfächer   –  Gegenstand von Klausuren (s. Oestmann, Die prozessuale Zusatzfrage in der BGB-Klausur, JuS 2003, 870) und vor allem von mündlichen Prüfungen.

Die Grundzüge des Zwangsvollstreckungsrechts (betr. die allgemeinen Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung, die Arten der Zwangsvollstreckung, das Pfändungspfandrecht sowie die Rechtsbehelfe in der Zwangsvollstreckung [vgl. gegenwärtig Anlage A zur JAPO sub V. 1.]) sind sind ebenfalls Bestandteil des Pflichtfachkatalogs im ersten juristischen Examen und häufig Gegenstand mündlicher Prüfungen. Zudem gehört in Rheinland-Pfalz von jeher auch das materielle Insolvenzrecht zum Pflichtfachkatalog (vgl. gegenwärtig Anlage A zur JAPO sub V. 1. e.).

Die JAPO RhPf begrenzt den Prüfungsstoff im Zivilprozessrecht wie auch im Vollstreckungs- und Insolvenzrecht für das erste juristische Examen allerdings noch auf zentrale Fragen und verlangt nur Kenntnisse "im Überblick". Dies bedeutet, dass im Examen kein vertieftes Wissen zu Einzelproblemen verlangt wird; erforderlich und ausreichend sind vielmehr "Kenntnisse von Inhalt und Struktur der Normen, ihrer systematischen Bedeutung und Grundgedanken, ohne Einzelheiten aus Rechtsprechung und Schrifttum" (§ 1 Abs. 1 S. 2 JAPO RhPf). Dementsprechend werden im Repetitorium die Einzelheiten dieses komplexen Rechtsgebiets nur insoweit behandelt, als dies für das Verständnis des Verfahrensablaufs sowie der wesentlichen praktischen Problemstellungen und Handlungsoptionen bedeutsam ist.

Im Hinblick auf das Fehlen zivilverfahrensrechtlicher Grundkenntnisse bei vielen Teilnehmern wird das Repetitorium nicht als Wiederholungs- und Vertiefungskurs angelegt, sondern als "Crash-Kurs", der in den wenigen zur Verfügung stehenden Stunden den Examensstoff zumindest in den wesentlichen Grundzügen einigermaßen vollständig abbilden soll.