Forschungsprojekt: Gnomisches Wissen im Raum der Bilder

 

Die Visualisierung von Sprichwörtern und Formelhaftigkeit in der Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

 

Projektleiterin:

Dr. Birgit Ulrike Münch M.A.
Universität Trier, Fach Kunstgeschichte
muenchuni-trierde
Tel. +49.651.2014481

wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Elsa Oßwald M. A.

ehem. wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:

Sarah-Sophie Riedel M. A.

Julia Taut M. A.

Projektbeginn:

Oktober 2007

           

Das Projekt: „Gnomisches Wissen im Raum der Bilder. Die Visualisierung von Sprichwörtern und Formelhaftigkeit in der Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ untersucht künstlerische Artefakte primär des 15. bis 18. Jahrhunderts, die im weitesten Sinne eine Formelhafte Redewendung oder ein Sprichwort visualisieren.

Topographisch stehen der nordalpine, d.h. deutsche, niederländische und flämische, aber auch in Ansätzen der französische, spanische und italienische Kulturraum im Zentrum.

Desiderat den bisherigen Interpretationen bleibt zum einen die Verortung innerhalb des augenscheinlich für das Spätmittelalter wie Frühneuzeit von der Forschung bislang unterschätzten Wissensraumes der Sprichwörter, der dem zeitgenössischen Rezipienten des Bildes auch ohne erklärenden Textapparat verständlich gewesen sein muss.

Vor allem wurden jedoch bislang die Künstler der „zweiten Reihe“, somit Notnamenmeister und Werkstattmitarbeiter, grundsätzlich von der "Sprichwortbilder"-Forschung ausgespart.

Die breite Analyse sämtlicher Artefakte mit „sprichwörtlichem ikonographischen Hintergrund“ verspricht Hinweise auf die Funktion, auf topographische Kontinutität und Divergenz der einzelnen Bildthemen, auf ihre Öffentlichkeit(en), ihre Rezipientenkreise, sowie ihre Kunstmarktpreise und den Grad ihrer Exklusivität zu gewährleisten.

Das Projekt steht von Beginn an in enger Kooperation mit der AG Wissensraum Kommunikation des HKFZ Trier und ist hierdurch derzeit das einzige kunsthistorische Projekt zu Sprichwörtern, das zudem den notwendigen interdisziplinären Austausch mit den Philologien in diesem Umfang gewährleisten kann.

Im Aufbau  ist eine Bilddatenbank der Visualisierung von Formelhaftigkeit.

Veranstaltungen

  • "Sitting between two chairs: Das Chorgestühl der Oude Kerk in Amsterdam und seine Austattung" (Internationaler Workshop auf der Jahrestagung der HNA (Historians of Netherlandish Art), März 2010 in Amsterdam, gemeinsam mit Prof. Dr. Jos Koldeweij (Radboud Universiteit Nijmegen).
  • Internationaler Workshop: Konstruktion, Manifestation und Dynamik der Formelhaftigkeit in Text und Bild. Historische Perspektive und moderne Technologien (27.-29. November 2008), Stadtbibliothek Trier / Universität Trier: Idee und Leitlinien des Workshops & Vorstellung des Projektes GnoVis (Gnomisches Wissen im Raum der Bilder) der AG "Wissensraum Kommunikation" des HKFZ Trier. (Trier, 28. November 2008), Konzeption und Durchführung gemeinsam mit Natalia Filaktina (Ältere deutsche Philologie) und Ane Kleine (Jiddistik).
  • "Gnomisches Wissen im Raum der Bilder. Sprichwortbilder des Mittelalters und der Frühen Neuzeit – aktuelle Forschungen" (Plenartreffen des Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums (HKFZ) Mainz-Trier, Trier: 25.-26. April 2008.
  • "Projektvorstellung GnoVis: Ein Projekt zur Formelhaftigkeit in der Kunst". Internationales Koordinierungstreffen phraseologisch forschender Projekte auf Einladung des HiFoS-Projekts, Trier, 21. Februar 2008.

Publikationen

    • Münch, Birgit Ulrike; Pataki, Zita (Hrsg.): Jacob Jordaens. Genius of Grand Scale - Genie großen Formats, Stuttgart 2012
    • Münch, Birgit Ulrike: ‚Qui trop embrasse, mal étreint?‘ – Ikonologie der visualisierten Formelhaftigkeit im Œuvre von Jacob Jordaens, in: Jacob Jordaens. Genius of Grand Scale - Genie großen Formats, hrsg. v. Birgit Ulrike Münch und Zita Pataki, Stuttgart 2012, S. 13-38.
    • Oßwald, Elsa: Formelhafte Wendungen im Œuvre Jacob Jordaens’. Katalogteil 1: Von Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen bis Es sind gute Kerzen die vorleuchten, in: Jacob Jordaens. Genius of Grand Scale - Genie großen Formats, hrsg. v. Birgit Ulrike Münch und Zita Pataki, Stuttgart 2012, S. 45-66.
    • Riedel, Sarah-Sophie: Formelhafte Wendungen im Œuvre Jacob Jordaens’. Katalogteil 2: Von Der König trinkt! bis Wucherei ist ein großes Übel, eine Plage in der Stadt, in: Jacob Jordaens. Genius of Grand Scale - Genie großen Formats, hrsg. v. Birgit Ulrike Münch und Zita Pataki, Stuttgart 2012, S. 67-94.
    • Filatkina, Natalia; Münch, Birgit Ulrike; Kleine-Engel, Ane (Hrsg.): Formelhaftigkeit in Text und Bild, Wiesbaden 2012.
    • Münch, Birgit Ulrike: Kunst=Kinder von Murner über Cats bis Harsdörffer. Probleme und Paradigmen eines "neuen" alten Forschungsfeldes zur visualisierten Gnomik aus kunst-historischer Perspektive, in: Formelhaftigkeit in Text und Bild, hrsg. v. Natalia Filatkina, Birgit Ulrike Münch und Ane Kleine-Engel, Wiesbaden 2012, S. 41–59.
    • Filatkina, Natalia; Münch, Birgit Ulrike; Kleine-Engel, Ane: Verbale und non-verbale Formelhaftigkeit: Zwischen Tradition und Innovation, in: Korpora, Web und Datenbanken. Computergestützte Methoden in der modernen Phraseologie und Lexikographie, hrsg. v. Stefaniya Ptashnyk, Erla Halsteinsdóttir und Noah Bubenhofer, Berlin 2010, S. 229-246.

    Bilder auf dieser Seite: ©by Dr. Birgit Ulrike Münch