Förderung nach dem BAföG in den Fällen von Schwangerschaft und Kindererziehung

Der Tatsache, dass Schwangerschaft und die Erziehung von Kindern zu einer Verlängerung der Ausbildung und zu einer späteren Vorlage von Leistungsnachweisen führen können, trägt das BAföG mit einigen Sonderregelungen Rechnung. Auf jeden Fall sollten Sie sich hierzu beim BAföG-Amt beraten lassen. Einige ausgewählte Informationen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Kinderbetreuungszuschlag nach §14b BAföG

Kinderbetreuungszuschlag nach §14b BAföG

Für Auszubildende, die mit mindestens einem eigenen Kind, das das zehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, in einem Haushalt leben, erhöht sich der Bedarfssatz um monatlich 130 Euro für jedes dieser Kinder. Der Zuschlag erfolgt pauschal ohne Nachweis entsprechender Betreuungskosten. Der Kinderbetreuungszuschlag wird durch die Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Bundeselterngeldgesetz oder anderer Sozialleistungen nicht ausgeschlossen.

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Förderung bei Ausbildungsunterbrechung (§15 Abs. 2a BAföG)

Förderung bei Ausbildungsunterbrechung (§15 Abs. 2a BAföG)

Eine Förderung nach dem BAföG erfolgt nur solange die Ausbildung bzw. das Studium fortgesetzt werden. Ausnahme: Sie wird jedoch auch geleistet, solange Auszubildende durch eine Schwangerschaft gehindert sind, ihrer Ausbildung nachzugehen, allerdings nicht über das Ende des dritten Kalendermonats der schwangerschaftsbedingten Ausbildungsunterbrechung hinaus. Der Monat, in den der Beginn der Unterbrechung fällt, wird dabei nicht mitgezählt.

Wird die Ausbildung über den oben genannten Zeitraum hinaus unterbrochen, wird die Förderung eingestellt. Nach dem Ende der Unterbrechung ist später allerdings auch die Wiederaufnahme der Förderung möglich. Bevor Sie Ihre Ausbildung unterbrechen, sollten Sie in jedem Fall Kontakt mit dem Amt für Ausbildungsförderung aufnehmen.

Solange die Ausbildung unterbrochen ist, besteht möglicherweise ein Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem SGB II.

Wird die Ausbildung nicht unterbrochen, kann gegebenenfalls ein Kinderbetreuungszuschlag gewährt werden. Eine mögliche Bedürftigkeit des Kindes kann zusätzlich zu einem eigenen Anspruch des Kindes nach dem SGB XII führen.

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Verlängerung der Förderung (§15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG)

Verlängerung der Förderung (§15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG)

Das BAföG trägt der zeitlichen Belastung, der Sie durch Schwangerschaft und Kindererziehung ausgesetzt sind, Rechnung. Es kann für eine "angemessene Zeit" Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus gewährt werden, wenn diese infolge einer Schwangerschaft oder der Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu zehn Jahren überschritten worden ist.

Als "angemessen" im Sinne des § 15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG werden folgende Verlängerungszeiten für Schwangerschaft und Kindererziehung angesehen:

  • für die Schwangerschaft: 1 Semester
  • bis zu Vollendung des 5. Lebensjahres des Kindes: 1 Semester pro Lebensjahr
  • für das 6. und 7. Lebensjahr des Kindes: insgesamt 1 Semester
  • für das 8. bis 10. Lebensjahr des Kindes: insgesamt 1 Semester.

Die Schwangerschaft und/oder die Pflege oder Erziehung des Kindes müssen ursächlich für die Studienzeitverlängerung sein. Die Frage ob diese Voraussetzung vorliegt, klärt das Amt für Ausbildungsförderung in jedem Einzelfall.

Die Verlängerungszeiten für die Kindererziehung können auf beide studierenden Elternteile verteilt werden. In diesem Fall haben die Eltern eine Erklärung darüber abzugeben, wie die Kinderbetreuung zwischen ihnen aufgeteilt wurde.

Wichtig ist, dass die Förderung, die nach § 15 Abs. 3 Nr. 5 BAföG über die Förderungshöchstdauer hinaus geleistet wird, vollständig als Zuschuss erfolgt. "BAföG-Schulden" werden hierdurch also nicht erhöht.

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Leistungsnachweise (§ 48 Abs. 2 BAföG)

Leistungsnachweise (§ 48 Abs. 2 BAföG)

Das Amt für Ausbildungsförderung kann im Falle einer Studienverzögerung aufgrund von Schwangerschaft sowie Pflege und Erziehung eines Kindes bis zu 10 Jahren, die Vorlage des Leistungsnachweises gem. § 48 Abs. 2 BAföG zu einem späteren Zeitpunkt zulassen.

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Freibeträge beim Nebenverdienst (§23 Abs. 1 Nr. 3 BAföG)

Freibeträge beim Nebenverdienst (§23 Abs. 1 Nr. 3 BAföG)

Sollten Sie neben Ausbildung und Kindererziehung auch noch ein Einkommen erzielen, erhöhen Kinder Ihre Freibeträge, d.h. die Beträge, die Sie ohne eine Kürzung des BAföG verdienen dürfen.

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Altersgrenze (§10 Abs. 3 BAföG)

Altersgrenze (§10 Abs. 3 BAföG)

Grundsätzlich kann nicht gefördert werden, wer zu Beginn des Studiums schon das 30., bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr vollendet hat.Bei Studierenden, die bei Erreichen des 30. bzw. 35. Lebensjahres eigene Kinder unter 10 Jahren ohne Unterbrechung erziehen und dabei nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiten, verschiebt sich die Altersgrenze bis zum 10. Geburtstag des Kindes. Ob bei Ihnen eine Ausnahme von der Altersgrenze möglich ist, können Sie durch einen Antrag auf Vorabentscheidung nach § 46 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 BAföG rechtzeitig vor Aufnahme des Studiums klären lassen.

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Antragstellung

Antragstellung

Ein BAföG-Antrag sollte möglichst früh und vollständig gestellt werden. Im Normalfall dauert die Bearbeitung 3 Monate. Ein Weiterförderungsantrag sollte am besten schon 5 Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraumes (BWZ) gestellt werden. Es empfiehlt sich, den Antrag auch dann schon zu stellen, wenn Sie noch keine Immatrikulationsbescheinigung haben. Diese ist aber nach Erhalt unverzüglich nachzureichen.

Informationen zur Antragstellung an der Universität Trier finden Sie auf den Internetseiten des BAföG-Amtes: www.bafoeg.uni-trier.de

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