Informationen zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)

Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) regelt die (sachgrundlose) befristete Beschäftigung des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals während der Qualifizierungsphase. Wenn Sie Ihre wissenschaftliche Qualifizierung mit Familienaufgaben in Einklang bringen müssen, sollten Sie die folgenden Regelungen kennen:

§ 2 Abs. 1 WissZeitGFamilienpolitische Komponente:
  • Die insgesamt zulässige Befristungsdauer verlängert sich bei Betreuung eines oder mehrerer Kinder unter 18 Jahren um zwei Jahre je Kind. Dies gilt nicht nur für leibliche Kinder, sondern auch, wenn Sie sich z.B. um Stief- und Pflegekinder kümmern.
  • Es erfolgt keine automatische Vertragsverlängerung. Es ist das Einverständnis beider Vertragsparteien notwendig.
  • In der Verlängerunszeit selbst muss das Betreuungsverhältnis nicht mehr bestehen. Entscheidend ist, dass es während der Qualifizierungsphase bestand.
  • Befinden sich beide Elternteile in der Qualifizierungsphase, können beide diese Option geltend machen.
  • Die familienpolitische Komponente ist unabhängig von der Verlängerung eines Arbeitsvertrags gem. §2 Abs.5 (Elternzeit, Mutterschutz). Beide Regelungen können kumulativ zur Anwendung kommen.
§ 2 Abs. 5 WissZeitG

Die jeweilige Dauer eines befristeten Arbeitsvertrages verlängert sich im Einverständnis mit der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter um

  • Zeiten einer Beurlaubung oder einer Ermäßigung der Arbeitszeit um mindestens ein Fünftel der regelmäßigen Arbeitszeit, die für die Betreuung oder Pflege eines oder mehrerer Kinder unter 18 Jahren oder pflegebedürftiger sonstiger Angehöriger gewährt worden sind.
  • Zeiten einer Inanspruchnahme von Elternzeit nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz und Zeiten eines Beschäftigungsverbots nach dem Mutterschutzgesetz in dem Umfang, in dem eine Erwerbstätigkeit nicht erfolgt ist.
Diese Regelung findet keine Anwendung bei Verträgen, die wegen Drittmittelfinanzierung befristet wurden.

 Bitte suchen frühzeitig das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten und der Personalabteilung.