Kinderpflegekrankengeld und Freistellung von der Arbeit

Wenn Sie wegen der Versorgung eines erkrankten Kindes Ihrer Arbeit fernbleiben müssen, haben Sie nach § 45 Sozialgesetzbuch V unter Umständen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit und auf Bezug von Kinderpflegekrankengeld. Es gelten folgende Voraussetzungen:

Voraussetzungen:

  • Sie sind Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung und haben selbst Anspruch auf Krankengeld.
  • Auch Ihr Kind ist gesetzlich krankenversichert.
  • Das Kind hat das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet.
  • Ein Arzt bescheinigt, dass Ihr Kind krank ist und Betreuung benötigt.
  • Keine andere im Haushalt lebende Person kann die Betreuung des Kindes übernehmen.
  • Sie erhalten kein Arbeitsentgelt für die Zeit, in der Sie Ihr Kind pflegen.
Dauer:
  • Der Anspruch besteht pro Kalenderjahr für zehn Arbeitstage je Kind.
  • Sind beide Elternteile berufstätig und Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung, steht beiden diese Leistung zur Verfügung.
  • Alleinerziehende haben pro Kalenderjahr einen Anspruch auf zwanzig Arbeitstage je Kind.
  • Der maximale Anspruch bei mehreren Kindern ist auf 25 Arbeitstage pro Kalenderjahr, für Alleinerziehende auf 50 Arbeitstage, begrenzt.
Verfahren:
(Ablauf kann je nach Kranken­kasse variieren.)
  1. Einholen eines ärztlichen Attests
  2. Antrag auf Sonderurlaub/Arbeitsbefreiung zusammen mit der ärztlichen Bescheinigung bei der Personalabteilung einreichen.
  3. Die Personalabteilung bescheinigt, dass unter der Voraussetzung, dass die Krankenkasse Kinderpflegekrankengeld zahlt, Sonderurlaub gewährt und das Gehalt entsprechend gekürzt wird. 
  4. Diese Bescheinigung und das ärztliche Attest, auf dessen Rückseite oftmals der Antrag auf Pflegekrankengeld abgedruckt ist, sind an die Krankenkasse weiterzuleiten. Falls das ärztliche Attest den Antrag nicht beinhaltet, ist dieser bei der Krankenkasse erhältlich. 
  5. Der Personalabteilung ist ein Nachweis über die Kinderkrankengeldzahlung vorzulegen (event. Kopie des Bescheids von der Krankenkasse.)
Die Regelungen, die für Beamtinnen und Beamte gelten, erfragen Sie bitte in der Personalabteilung.
Wenn Sie im laufenden Kalenderjahr keinen Anspruch nach § 45 SGB V haben, können Sie sich als Eltern eines Kindes, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, gegebenenfalls nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder § 29 Abs. 1 e)bb) bis zu 4 Arbeitstage im Kalenderjahr unter Fortzahlung der Vergütung von der Arbeit freistellen lassen.

Weitere Informationen und Unterstützung zum Thema Kinderpflegekrankengeld erhalten Sie in der Personalabteilung und bei Ihrer Krankenkasse.

Härtefälle:

Gesetzlich versicherte Eltern haben Anspruch auf Pflegekrankengeld, wenn sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, sofern das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist und nach ärztlichem Zeugnis an einer Erkrankung leidet, 

  • die fortschreitend verläuft und bereits ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, 
  • bei der eine Heilung ausgeschlossen und eine lindernde (palliativmedizinische) Behandlung notwendig oder von einem Elternteil erwünscht ist und 
  • die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.