Der renommierte Künstler und mehrmalige documenta-Teilnehmer Wolfgang Nestler erwählte in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kunstakademie und der Graphischen Sammlung der Universität Trier die Moselmetropole für ein einmaliges Kunstprojekt, das im Zeitraum vom 21. November 2009 bis zum 21. Januar 2010 verwirklicht wird:

100 Bilder für Trier: Bildwechsel - Blickwechsel

Als Ausgangspunkt des Projektes haben alle Trierer Bürger und Bürgerinnen, egal ob alt oder jung, am 21. November 2009 die Möglichkeit, sich zwischen 11 und 17 Uhr in den Räumen der Europäischen Kunstakademie (Atelier A), Aachener Straße 63, ein Kunstwerk auszusuchen und  auszuleihen. Zur Verfügung stehen ca. 130 Werke von bedeutenden Künstlern der Zeit von 1500 bis heute. Aus diesem Fundus können sodann einhundert gerahmte Bilder entliehen werden. Jeder Leihnehmer darf seinem persönlichen Werk bis Ende Januar 2010 ein neues zu Hause geben. In diesen drei Monaten wird jeder der neuen Kunstbesitzer einmal von Wolfgang Nestler und seinem Team besucht. Der Künstler ist daran interessiert, wie sich das Kunstwerk in seine neue Umgebung einfügt und dokumentiert bei seinem Besuch das Werk in seinem neuen temporären Kontext, u. a. in dem er diesen photographiert. Die Finissage des Projekts am 07. Februar 2010 ist gleichzeitig der Auftakt für die Präsentation der Photographien im Ambiente der Kunsthalle der Europäischen Kunstakademie.

Trier wird durch Kunst zu Kunst

Eine Kunstaktion, die die Aktivität der Trierer fordert! Damit das Projekt realisierbar ist, ist die Mithilfe vieler Trierer, unabhängig von Alter und Wissen, gefragt. Durch die Teilnahme werden Sie selbst und Ihre Wohnräume zu einem Teil der Kunst.

Die Kunst muss zu den Leuten

„Die Kunst muss zu den Leuten“ - Dieses Zitat des Künstlers Wolfgang Nestler enthält seine Philosophie. Er möchte den abstrakten Begriff „Kunst“ für jedermann greifbar machen. Die Verwirklichung dieses Ziels scheint ihm aber in Umgebungen, die nur für Kunst gemacht sind [wie etwa Museen] vielfach unmöglich. Dennoch: Kunst muss gesehen werden, Kunst muss wirken, Kunst braucht Zeit, Kunst muss mit dem Betrachter in Kontakt treten - und dies ist für Wolfgang Nestler vor allem in privater Atmosphäre zu erreichen. Die Hemmschwellen, aber auch die Vorurteile im Umgang mit verschiedenen Kunstwerken sollen dadurch abgebaut werden.

Auch steht die professionelle Betrachtung von Kunst hier nicht im Vordergrund. Die Werke sollen sich individuell jedem einzelnen erschließen, denn erst wenn das Kunstwerk eine Reaktion auslöst, ganz gleich ob diese intendiert war oder nicht, hat das Bild seine Daseinsberechtigung und sein Sinn hat sich erschlossen.

 

© Fotos: Wolfgang Nestler/Manos Meisen [1-3, 5], Andreas Thull [4]

Der Künstler

Wolfgang Nestler wuchs in Witten an der Ruhr auf. Von 1967 bis 1973 studierte er an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf; er war Meisterschüler bei Erwin Heerich. Von 1972 bis 1977 war er als Kunsterzieher am Couven-Gymnasium in Aachen tätig. Von 1987 bis 1989 hatte er eine Professur an der Universität Siegen und seit 1990 ist er Professor für Plastik und Bildhauerei an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken. Er erhielt zahlreiche Preise. Seine Werke befinden sich in wichtigen Sammlungen, zum Beispiel in der Nationalgalerie Berlin, in der Staatsgalerie Stuttgart, in der Kunsthalle Mannheim und im Landesmuseum Mainz. Zahlreiche Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum, unter anderem sechs  Plastiken beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Bonn, eine Stahlplastik in der Bundesgartenschau Stuttgart und eine Steinskulptur als Mahnmal für die Opfer des Naziregimes in Krefeld.

Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein durchgehend farbig illustrierter Katalog, der sämtliche Objekte des Projekts sowie die Photographien von Wolfgang Nestler dokumentiert. 

Kontakt

Tel: 0049 - (0)651 - 99846.0

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