Wallenborn

Touristisches Entwicklungskonzept für die Ortsgemeinde Wallenborn

Wallenborn hat mit dem Kaltwassergeysir „Wallender Born“ eine touristische Attraktion zu bieten, die jährlich bis zu 40.000 Besucher anlockt. Darüber hinaus existieren in der Gemeinde auch noch weitere touristisch interessante Angebote, wie eine Imkerei, Wanderwege (z.B. der Brubbelpfad), Gastronomie und nicht zuletzt ein eifeltypisches Ortsbild mit denkmalgeschützten Gebäuden. Derzeit übt jedoch der sogenannte „Brubbel“ als einziger Standort in Wallenborn eine signifikante Anziehungskraft auf die Besucher aus. Dies bedeutet, dass bis auf das Eintrittsgeld in Höhe von einem Euro kaum Wertschöpfung erfolgt. Daher gilt es, die vorhandenen Potenziale inwertzusetzen und besser auszuschöpfen, um das touristische Angebot insgesamt aufzufächern und attraktiver zu gestalten. Auf diesem Wege kann die Verweildauer der Gäste verlängert und dadurch die Wertschöpfung erhöht werden.

Die Optimierung des touristischen Angebotes in Wallenborn ist jedoch nur als ein Baustein innerhalb eines umfangreichen Dorfentwicklungsprozesses zu betrachten. Seit Mitte der 1980er Jahre werden in der Gemeinde Dorferneuerungsmaßnahmen durchgeführt, und seit September 2009 ist Wallenborn sogar Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung. In diesem Kontext werden in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Lenz & Partner aus Winterspelt eine umfangreiche Dorfmoderation sowie mehrere Dorfwerkstätten zur Dorfinnenentwicklung durchgeführt. Zusätzlich wurde Ende 2009 durch das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum ein Dorfflurbereinigungsverfahren initiiert.

Die touristische Entwicklung und die Dorfinnenentwicklung müssen Hand in Hand gehen und sollten eng miteinander verzahnt werden. Zudem sollten der jeweiligen Nutzen und die Auswirkungen konkreter Maßnahmen in einem Bereich für den jeweils anderen Bereich klar herausgestellt und diskutiert werden, um Interessenskonflikte zu vermeiden. Zugleich sind bestehende Konzepte und Leitlinien zu berücksichtigen. Hierzu zählen zum einen die Tourismusstrategie 2015 des Landes Rheinland-Pfalz sowie die Handlungsfelder und Entwicklungsziele der Lokalen Aktionsgruppe Vulkaneifel (LEADER). Daher werden diese als „Strategische Vorüberlegungen“ (Kapitel 2) dem eigentlichem Konzept vorangestellt.

Ziel des touristischen Entwicklungskonzeptes für den Ortskern von Wallenborn ist es, die gegenwärtige touristische Erschließung zu analysieren, zu bewerten und weiterzuentwickeln. Unter Berücksichtigung der Maßnahmen im Bereich der Dorfinnenentwicklung werden Vorschläge zur optimierten Ausschöpfung für das vorhandene touristische Potenzial unterbreitet.

Das Projekt „Erstellung eines Tourismuskonzeptes für die Ortsgemeinde Wallenborn“ wurde im Zeitraum vom 15. Juni bis zum 15. November 2010 bearbeitet. Die Arbeiten begannen mit einer örtlichen Begehung in Wallenborn, bei der sich die Gutachter einen ersten Eindruck über die Gegebenheiten verschafften. Die am Beginn stehende Situations- und Potenzialanalyse wurde durch weitere Bestandsaufnahmen und Bewertungen des endogenen Entwicklungspotenzials vervollständigt. Eine Bewertung des Internetauftritts von Wallenborn, des Brubbelumfeldes, des gastgewerblichen Angebotes, der verkehrlichen Erschließung, der Werbemaßnahmen und Kooperationen sowie des Konkurrenz-Standortes in Andernach/Namedy waren Bestandteile der Untersuchung.

Das Hauptaugenmerk während der Situations- und Potenzialanalyse richtete sich methodisch auf die Gäste- und die Akteursbefragungen. Nachdem der Fragebogen für die Gästeinterviews konzipiert wurde, erfolgte an vier Tagen im Juli, August und September die eigentliche Befragung vor Ort. Die Experteninterviews wurden im August, September und Oktober geführt. Hierfür konnten elf Personen aus folgenden Bereichen gewonnen werden: Kommunale Politik, regionale Verwaltung, touristische Leistungsträger und Anbieter sowie Planungswesen. Die Untersuchung der aktuellen Situation und der touristischen Potenziale mündete in eine SWOT-Analyse, die dazu dient, die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken aufzubereiten. Aus der SWOT-Analyse wurden schließlich Handlungsfelder mit Handlungsempfehlungen und konkreten Maßnahmen abgeleitet.