Dr. Sören Stumpf

Raum A 429

 

Universität Trier
FB II – Germanistik – Germanistische Linguistik

Universitätsring 15

D-54286 TRIER

Tel.: +49-651-201-2328
Fax: +49-651-201-4777

E-Mail: stumpf[at]uni-trier.de / sstumpf[at]princeton.edu

 

Ich forsche von Oktober 2019 bis September 2020 als Feodor Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Princeton University, USA (Gastgeberin: Prof. Dr. Christiane Fellbaum). Erreichbar bin ich unter stumpf[at]uni-trier.de sowie sstumpf[at]princeton.edu.

 

Aktuelles

1. Projekt „Sprachliche Muster in Verschwörungstheorien“

Ausgehend von der These, dass Verschwörungstheorien insbesondere mit den Mitteln der Sprache glaubhaft gemacht werden, möchte das Projekt zum ersten Mal überhaupt einen Beitrag zur Erforschung der sprachlichen Konstruktion von Verschwörungstheorien leisten. Es wird der Frage nachgegangen, mit welchen sprachlichen Mitteln und Strategien verschwörungstheoretisches Wissen als alternative, zu den konsensuellen „Wahrheiten“ in Opposition stehende Deutung der Wirklichkeit legitimiert wird. Im Fokus stehen jene sprachlichen Muster, mit denen Verschwörungstheorien auf gesellschaftlich anerkannte Wirklichkeitsvorstellungen referieren, sie infrage stellen, modifizieren und in ihr eigenes Überzeugungssystem integrieren. Als Materialbasis dient ein umfassendes Korpus verschiedener Verschwörungstheorien, die insbesondere in Textsorten der digitalen Medien im deutschsprachigen Raum verbreitet werden (z. B. Reichsbürgerbewegung, Holocaustleugnung, NSU-Komplex und Der Große Austausch). Methodisch knüpft das Vorhaben an etablierte sowie neuere Verfahren der korpusbasierten und digitalen Diskurslinguistik an.

Publikationen zum Projekt:

Römer, David/Stumpf, Sören (2019): „Der Große Austausch ist kein Mythos, er ist bittere Realität.“ Populismus und Verschwörungstheorien aus linguistischer Perspektive. In: Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie (OBST) 95, 129–158.

Römer, David/Stumpf, Sören (Hrsg.) (2018): Verschwörungstheorien – linguistische Perspektiven. Themenheft der Zeitschrift Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 14.

Römer, David/Stumpf, Sören (2018): Verschwörungstheorien – linguistische Perspektiven. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 14, 193–195.

Breil, Laura/Römer, David/Stumpf, Sören (2018): „Das weltweite Wetter-Projekt Chemtrails ist, und darüber herrschen wohl kaum Zweifel, ein Multimilliarden-Dollar-Unternehmen“. Argumentationsmuster innerhalb der Chemtrail-Verschwörungstheorie. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 14, 239–258.

Stumpf, Sören/Römer, David (2018): Sprachliche Konstruktion von Verschwörungstheorien. Eine Projektskizze. In: Muttersprache 128, 394–402.

Das Projekt in den Medien:

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2. Neue Reihe Formelhafte Sprache / Formulaic Language (Flyer)

(Hrsg. v. Natalia Filatkina, Kathrin Steyer und Sören Stumpf)

Die Reihe bietet ein Forum für gebrauchs- und korpusbasierte Studien, die sprachliche, kognitive und konzeptuelle Vorgeformtheit in den Mittelpunkt der theoretischen und methodischen Betrachtungen im synchronen wie diachronen Schnitt rücken. Die Bände beschäftigten sich mit Vorgeprägtheit, Musterhaftigkeit bzw. Formelhaftigkeit auf sprachlichen und außersprachlichen Ebenen. Untersucht werden die Entstehung, die Dynamik und das Funktionieren von unterschiedlichen Ausprägungen des Formelhaften u.a. bei der Lexikalisierung, Grammatikalisierung und Konstruktionalisierung, in einzelnen Texten und Gesprächen, Textsorten, kommunikativen Gattungen, Diskursen, in der Kognition und im kulturellen Gedächtnis, bei der Organisation des Wissens, im Spracherwerb sowie bei der Sprachvermittlung.

Wissenschaftlicher Beirat: Harald Burger (Zürich), Joan L. Bybee (New Mexico), Dmitrij Dobrovol’skij (Moskau), Stephan Elspaß (Salzburg), Christiane Fellbaum (Princeton), Raymond Gibbs (Santa Cruz), Annelies Häcki Buhofer (Basel), Claudine Moulin (Trier), Jan-Ola Östman (Helsinki), Stephan Stein (Trier), Martin Wengeler (Trier), Alison Wray (Cardiff)

Band 3: Piirainen, Elisabeth/Filatkina, Natalia/Stumpf, Sören/Pfeiffer, Christian (Hrsg.): Formulaic Language and New Data. Theoretical and Methodological Implications.

Band 2: Stumpf, Sören/Filatkina, Natalia (Hrsg.) (2018): Formelhafte Sprache in Text und Diskurs.

Band 1: Filatkina, Natalia (2018): Historische formelhafte Sprache. Theoretische Grundlagen und methodische Herausforderungen.

 

3. Dissertation [Open Access]

Stumpf, Sören (2015): Formelhafte (Ir-)Regularitäten. Korpuslinguistische Befunde und sprachtheoretische Überlegungen. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 67).

[ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Freundeskreises Trierer Universität e.V. für herausragende Dissertationen]

Rezensionen von Vincent Balnat (Zeitschrift für Sprachwissenschaft 36/2017, 317–318) und Jarmo Korhonen (Neuphilologische Mitteilungen 118/2017, 229–232)

Das Buch thematisiert phraseologische Irregularitäten, also Phraseme, die strukturelle oder semantische Abweichungen gegenüber dem freien Sprachgebrauch aufweisen. Der Autor zeigt systematisch deren Vielfalt auf, wertet ihren tatsächlichen Gebrauch mithilfe von Korpusanalysen aus und reflektiert ihre Spezifika aus sprachnorm- und sprachwandeltheoretischer sowie konstruktionsgrammatischer Perspektive. Er kommt zu dem Ergebnis, dass phraseologische Irregularitäten innerhalb der Phraseologie beziehungsweise der formelhaften Sprache keine Randstellung einnehmen. Ihr irregulärer Charakter muss daher aus verschiedenen Blickrichtungen relativiert werden

 

4. Habilitationsprojekt

Wortbildungskonstruktionen in Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Text- und interaktionslinguistische Analysen sowie kognitivsemantische Reflexionen

Das Habilitationsprojekt liefert eine geschlossene Gesamtdarstellung über die Beziehungen zwischen Wortbildung und Text im geschriebenen und gesprochenen Deutsch. Computergestützte Korpusanalysen verdeutlichen die Leistungen von Wortbildungen für die Textkonstitution sowie die Gebrauchsweisen und Funktionen von Wortbildungen in Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Textsorte bzw. der kommunikativen Situation. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die bislang weitgehend vernachlässigte Analyse von Texten kommunikativer Nähe gelegt. Im Rahmen der Arbeit werden theoretische Ansätze, Methoden und Erkenntnisse der Kognitiven Semantik, der Interaktionalen Linguistik und der gebrauchsbasierten Konstruktionsgrammatik herangezogen, um die mentalen Prozesse bei der Rezeption von Wortbildungsprodukten in Texten und Gesprächen sowie die Funktionen und Besonderheiten von Wortbildungskonstruktionen in der Interaktion adäquat beschreiben zu können.

 

Curriculum Vitae

02/2018 – 03/2018: Gastdozent an der Universität Valencia

10/2017 – 11/2017: Forschungsaufenthalt an der Universität Mailand

10/2016 – 03/2017: Vertretung der W2-Professur „Deutsche Sprache und ihre Didaktik mit einem Schwerpunkt auf Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“ an der Universität Trier

10/2016 – 11/2016: Gastdozent an der Universität Kragujevac (Serbien)

06/2015: Promotion an der Universität Trier

seit 10/2012: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Germanistischen Linguistik an der Universität Trier (Professur Dr. Stephan Stein)

10/2007 – 09/2012: Studium der Germanistik, Geschichtswissenschaft und Bildungswissenschaft an der Universität Trier (Abschlüsse: 1. Staatsexamen und Magister Artium)

03/2007: Abitur

 

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Phraseologie und sprachliche Musterhaftigkeit, Konstruktionsgrammatik, Korpuslinguistik, Wortbildung, Text- und Textsortenlinguistik, Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Sprachnorm und Sprachkritik, Sprache in Verschwörungstheorien

 

Publikationen

Monografien

2019: Muster in Sprache und Kommunikation. Eine Einführung in Konzepte sprachlicher Vorgeformtheit. Berlin: Erich Schmidt (Grundlagen der Germanistik 63) (zusammen mit Stephan Stein).

2015: Formelhafte (Ir-)Regularitäten. Korpuslinguistische Befunde und sprachtheoretische Überlegungen. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 67). [Open Access]

 

Herausgaben

September 2019: Formulaic Language and New Data. Theoretical and Methodological Implications. Berlin/Boston: de Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 3). (zusammen mit Elisabeth Piirainen, Natalia Filatkina und Christian Pfeiffer)

2018: Verschwörungstheorien – linguistische Perspektiven. Themenheft der Zeitschrift Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 14. (zusammen mit David Römer)

2018: Konventionalisierung und Variation. Phraseologische und konstruktionsgrammatische Perspektiven. Berlin: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 71). (zusammen mit Natalia Filatkina)

2018: Formelhafte Sprache in Text und Diskurs. Berlin/Boston: de Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 2). (zusammen mit Natalia Filatkina)

2016: Formelhafte Sprache und Sprachkritik. Themenheft der Zeitschrift Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 12.

 

Wissenschaftliche Aufsätze

2019: Der Große Austausch ist kein Mythos, er ist bittere Realität.“ Populismus und Verschwörungstheorien aus linguistischer Perspektive. In: Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie 95, 129–158. (zusammen mit David Römer)

2019: Phraseografie und Korpusanalyse. In: Linguistik Online 96, 115–131.

2019: Formelhafte (Ir-)Regularitäten. Theoretische Begriffsbestimmung und empirische Beispielanalyse. In: Kauffer, Maurice/Keromnes, Yvon (Hgg.): Theorie und Empirie in der Phraseologie – Approches théoriques et empiriques en phraséologie. Tübingen: Stauffenburg (Eurogermanistik 37), 51–65.

2018: Textsortenorientierte Wortbildungsforschung. Desiderate, Perspektiven und Beispielanalysen. In: Zeitschrift für Wortbildung / Journal of Word Formation 2, 165–194.

2018: Sprachliche Konstruktion von Verschwörungstheorien. Eine Projektskizze. In: Muttersprache 128, 394–402. (zusammen mit David Römer)

2018: „Das weltweite Wetter-Projekt Chemtrails ist, und darüber herrschen wohl kaum Zweifel, ein Multimilliarden-Dollar-Unternehmen“. Argumentationsmuster innerhalb der Chemtrail-Verschwörungstheorie. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 14, 239–258. (zusammen mit Laura Breil und David Römer)

2018: Verschwörungstheorien – linguistische Perspektiven. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 14, 193–195. (zusammen mit David Römer)

2018: Formelhafte (Ir-)Regularitäten aus konstruktionsgrammatischer Perspektive. In: Nouveaux Cahiers d‘ Allemand 36, 1–11.

2018: Free usage of German unique components. Corpus linguistics, psycholinguistics and lexicographical approaches. In: Arndt-Lappe, Sabine/Braun, Angelika/Moulin, Claudine/Winter-Froemel, Esme (Hgg.): Expanding the Lexicon. Linguistic Innovation, Morphological Productivity, and Ludicity. Berlin/Boston: de Gruyter (The Dynamics of Wordplay 5), 67–89.

2018: Phrasem-Bild-Beziehungen im Diskurs. Theoretische Überlegungen und methodische Herangehensweisen zur multimodalen und diskurssemantischen Phrasem-Analyse. In: Stumpf, Sören/Filatkina, Natalia (Hgg.): Formelhafte Sprache in Text und Diskurs. Berlin/Boston: de Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 2), 115–145. (zusammen mit Christian D. Kreuz)

2018: Einleitung: Formelhafte Sprache in Text und Diskurs. In: Stumpf, Sören/Filatkina, Natalia (Hgg.): Formelhafte Sprache in Text und Diskurs. Berlin/Boston: de Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 2), 1–11. (zusammen mit Natalia Filatkina)

2018: Formulaic (Ir-)Regularities in German. Corpus Linguistics and Construction Grammar Approaches. In: Filatkina, Natalia/Stumpf, Sören (Hgg.): Konventionalisierung und Variation. Phraseologische und konstruktionsgrammatische Perspektiven. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 71), 149–178.

2018: Einleitung. In: Filatkina, Natalia/Stumpf, Sören (Hgg.): Konventionalisierung und Variation. Phraseologische und konstruktionsgrammatische Perspektiven. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 71), 7–17. (zusammen mit Natalia Filatkina)

2018: A Corpus Analysis of German Unique Components. In: Soutet, Olivier/Sfar, Inès/Mejri, Salah (Hgg.): Phraséologie et discours. Paris: Honoré Champion, 381–392.

2017: Phraseologie pur – Die Konstruktion X[Nomen] pur als produktive und keineswegs ungrammatische Modellbildung. In: Deutsche Sprache 45, 317–334.

2017: Battle Rap: Holistische Textsortenanalyse und soziolinguistische Verortung. In: Muttersprache 127, 173–196. (zusammen mit Viola Kämmer)

2017: Ist das Zentrum-Peripherie-Modell in der heutigen Phraseologieforschung noch haltbar? In: Sprachwissenschaft 42, 59–96.

2016: Modifikation oder Modellbildung? Das ist hier die Frage – Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen modifizierten und modellartigen Phrasemen am Beispiel formelhafter (Ir-)Regularitäten. In: Linguistische Berichte 247, 317–342.

2016: Phraseologie und Diskurslinguistik. Schnittstellen, Fallbeispiele und Forschungsperspektiven. In: Zeitschrift für Angewandte Linguistik 65, 1–36. (zusammen mit Christian D. Kreuz)

2016: Editorial: Formelhafte Sprache und Sprachkritik. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 12, 97–102.

2016: Eine Frau, ein Wort – Phraseme „als Vehikel von Gedanken“. Der Wechsel maskuliner und femininer Formen in Phrasemen als Mentalitätsindikator. In: Kreuz, Christian/Mroczynski, Robert (Hgg.): Sprache, Kultur, Mentalität. Berlin: LIT (Kriterium – Arbeiten zur Sprachtheorie und Kommunikationspraxis 5), 85–115.

2015: Kann Jogi Weltmeister?“ – Phraseologische und konstruktionsgrammatische Überlegungen zu einer aus (laien-)sprachkritischer Sicht „agrammatischen“ Konstruktion. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 11, 1–20.

2015: Phraseologie und Valenztheorie. Status quo, Forschungsprobleme und (korpusanalytische) Perspektiven. In: Yearbook of Phraseology 6, 3–34.

2014: Mit Fug und Recht – Korpusbasierte Erkenntnisse zu phraseologisch gebundenen Formativen. In: Sprachwissenschaft 39, 85–114.

2014: Als gebe es kein Morgen mehr – Zur innerdisziplinären Vernetzung von Phraseologie und Diskurslinguistik. In: Felder, Ekkehard/Müller, Marcus (Hgg.): Diskurszukünfte. 10. Jahrestagung des Forschungsnetzwerks „Sprache und Wissen“. Jubiläums- und Programmzeitschrift. Heidelberg, 48–50. (zusammen mit Christian D. Kreuz) Link

 

Auszeichnungen

11/2018: Nominierung des Fachbereichs II der Universität Trier für den Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz 2020.

11/2016: Förderpreis des Freundeskreises Trierer Universität e.V. für herausragende Promotionen.

07/2015: Präsentationspreis des Graduiertenzentrums der Universität Trier (GUT) für den Vortrag „Kann Jogi Weltmeister? – Phraseologische und konstruktionsgrammatische Überlegungen zu einer aus (laien-)sprachkritischer Sicht „agrammatischen“ Konstruktion“. (1. Platz fachbereichsübergreifend) Link

07/2015: Publikationspreis des Graduiertenzentrums der Universität Trier (GUT) für den Aufsatz „Kann Jogi Weltmeister? – Phraseologische und konstruktionsgrammatische Überlegungen zu einer aus (laien-)sprachkritischer Sicht „agrammatischen“ Konstruktion“. (1. Platz im Fachbereich II)