Dr. Sören Stumpf

Raum A 429

Universität Trier
FB II – Germanistik – Germanistische Linguistik

Universitätsring 15

D-54286 TRIER

Tel.: +49-651-201-2328
Fax: +49-651-201-4777

E-Mail: stumpfuni-trierde

Sprechstunde im Semester: Freitag 12-13 Uhr (Anmeldung über Stud.IP)

Aktuelles

1. Projekt „Sprachliche Konstruktion von Verschwörungstheorien“

Das Forschungsvorhaben beabsichtigt, sprachliche Konstruktionen von Verschwörungstheorien zu untersuchen. Dem Projekt liegt die übergeordnete Fragestellung zugrunde, wie Verschwörungstheorien im öffentlichen Diskurs sprachlich verhandelt und als soziale Wirklichkeit konstruiert werden. Im Fokus stehen dabei die sprachlichen Mittel und Strategien, mit denen Verschwörungstheorien auf gesellschaftlich anerkannte Wirklichkeitsvorstellungen referieren, sie infrage stellen, modifizieren und in ihr eigenes Überzeugungssystem integrieren. Damit einher geht das Erkenntnisinteresse, wie Verschwörungstheorien als alternative, zu den konsensuellen „Wahrheiten“ in Opposition stehende Deutungen der Wirklichkeit mit den Mitteln der Sprache glaubhaft gemacht werden. Als Materialbasis dient ein umfassendes Korpus aus verschiedenen Textsorten, in denen sich verschwörungstheoretisches Gedankengut manifestiert. Methodisch knüpft das Vorhaben an etablierte Verfahren der Text- und Diskurslinguistik sowie der Korpuslinguistik an.

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2. Neue Reihe Formelhafte Sprache / Formulaic Language (Flyer)

(Hrsg. v. Natalia Filatkina, Kathrin Steyer und Sören Stumpf)

Die Reihe bietet ein Forum für gebrauchs- und korpusbasierte Studien, die sprachliche, kognitive und konzeptuelle Vorgeformtheit in den Mittelpunkt der theoretischen und methodischen Betrachtungen im synchronen wie diachronen Schnitt rücken. Die Bände beschäftigten sich mit Vorgeprägtheit, Musterhaftigkeit bzw. Formelhaftigkeit auf sprachlichen und außersprachlichen Ebenen. Untersucht werden die Entstehung, die Dynamik und das Funktionieren von unterschiedlichen Ausprägungen des Formelhaften u.a. bei der Lexikalisierung, Grammatikalisierung und Konstruktionalisierung, in einzelnen Texten und Gesprächen, Textsorten, kommunikativen Gattungen, Diskursen, in der Kognition und im kulturellen Gedächtnis, bei der Organisation des Wissens, im Spracherwerb sowie bei der Sprachvermittlung.

Wissenschaftlicher Beirat: Harald Burger, Joan L. Bybee, Dmitrij Dobrovol’skij, Stephan Elspaß, Christiane Fellbaum, Raymond Gibbs, Annelies Häcki Buhofer, Claudine Moulin, Jan-Ola Östman, Stephan Stein, Martin Wengeler, Alison Wray

Band 1: Filatkina, Natalia (2018): Historische formelhafte Sprache. Theoretische Grundlagen und methodische Herausforderungen.

Band 2: Stumpf, Sören/Filatkina, Natalia (2018): Formelhafte Sprache in Text und Diskurs.

3. Dissertation [Open Access]

Stumpf, Sören (2015): Formelhafte (Ir-)Regularitäten. Korpuslinguistische Befunde und sprachtheoretische Überlegungen. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 67).

[ausgezeichnet mit dem Förderpreis des Freundeskreises Trierer Universität e.V. für herausragende Dissertationen]

Rezensionen von Vincent Balnat (Zeitschrift für Sprachwissenschaft 36/2017, 317–318) und Jarmo Korhonen (Neuphilologische Mitteilungen 118/2017, 229–232)

Das Buch thematisiert phraseologische Irregularitäten, also Phraseme, die strukturelle oder semantische Abweichungen gegenüber dem freien Sprachgebrauch aufweisen. Der Autor zeigt systematisch deren Vielfalt auf, wertet ihren tatsächlichen Gebrauch mithilfe von Korpusanalysen aus und reflektiert ihre Spezifika aus sprachnorm- und sprachwandeltheoretischer sowie konstruktionsgrammatischer Perspektive. Er kommt zu dem Ergebnis, dass phraseologische Irregularitäten innerhalb der Phraseologie beziehungsweise der formelhaften Sprache keine Randstellung einnehmen. Ihr irregulärer Charakter muss daher aus verschiedenen Blickrichtungen relativiert werden

4. Habilitationsprojekt

Wortbildung in Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Beziehungen zwischen Wort- und Textbildung im geschriebenen und gesprochenen Deutsch

Die Fragen, inwiefern Wortbildungen am Aufbau von Texten beteiligt sind und inwieweit sie als textsortenspezifische und -distinktive Charakteristika angesehen werden können, wurden innerhalb der Wortbildungsforschung bislang lediglich anhand von recht eng gesteckten Einzelanalysen aufgezeigt. Die Habilitationsschrift gibt einen Überblick über die bisherigen Ergebnisse, führt verschiedene Richtungen zusammen und liefert mithilfe korpusbasierter Auswertungen sowohl medial schriftlicher und mündlicher als auch konzeptionell geschriebener und gesprochener Texte eine umfassende und geschlossene Gesamtdarstellung der Beziehungen zwischen Wortbildung und Text. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die bislang weitgehend vernachlässigte Analyse von Texten kommunikativer Nähe gelegt.

Curriculum Vitae

02/2018 – 03/2018: Gastdozent an der Universität Valencia

10/2017 – 11/2017: Forschungsaufenthalt an der Universität Mailand

10/2016 – 03/2017: Vertretung der W2-Professur „Deutsche Sprache und ihre Didaktik mit einem Schwerpunkt auf Deutsch als Zweit- und Fremdsprache“ an der Universität Trier

10/2016 – 11/2016: Gastdozent an der Universität Kragujevac (Serbien)

06/2015: Promotion an der Universität Trier

seit 10/2012: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Germanistischen Linguistik an der Universität Trier (Professur Dr. Stephan Stein)

10/2007 – 09/2012: Studium der Germanistik, Geschichtswissenschaft und Bildungswissenschaft an der Universität Trier (Abschlüsse: 1. Staatsexamen und Magister Artium)

03/2007: Abitur

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte

Phraseologie und Formelhaftigkeit/Vorgeformtheit, Konstruktionsgrammatik, Korpuslinguistik, Wortbildung, Text- und Textsortenlinguistik, Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Sprachnorm und Sprachkritik, Sprache in Verschwörungstheorien

Publikationen

Monografien

April 2019: Muster in Sprache und Kommunikation. Eine Einführung in Konzepte sprachlicher Vorgeformtheit. Berlin: Erich Schmidt (Grundlagen der Germanistik 63) (zusammen mit Stephan Stein).

2015: Formelhafte (Ir-)Regularitäten. Korpuslinguistische Befunde und sprachtheoretische Überlegungen. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 67). [Open Access]

Herausgebertätigkeit

i. V.: Verschwörungstheorien im Diskurs. Interdisziplinäre Zugänge. Beiheft der Zeitschrift für Diskursforschung. (zusammen mit David Römer)

i. V.: Formulaic language and new data: theoretical and methodological implications. Berlin/Boston: de Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 3). (zusammen mit Elisabeth Piirainen, Natalia Filatkina und Christian Pfeiffer)

i. V.: Verschwörungstheorien. Themenheft der Zeitschrift Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 14. (zusammen mit David Römer)

2018: Formelhafte Sprache in Text und Diskurs. Berlin/Boston: de Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 2). (zusammen mit Natalia Filatkina)

2018: Konventionalisierung und Variation. Phraseologische und konstruktionsgrammatische Perspektiven. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 71). (zusammen mit Natalia Filatkina)

2016: Formelhafte Sprache und Sprachkritik. Themenheft der Zeitschrift Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 12.

Aufsätze

i. Dr.: Phraseografie und Korpusanalyse. In: Linguistik online.

i. Dr.: Formelhafte (Ir-)Regularitäten. Theoretische Begriffsbestimmung und empirische Beispielanalyse. In: Kauffer, Maurice/Keromnes, Yvon (Hgg.): Approches théoriques et empiriques en phraséologie. Tübingen: Stauffenburg (Eurogermanistik).

2018a: Sprachliche Konstruktion von Verschwörungstheorien. Eine Projektskizze. In: Muttersprache 128, 394–402. (zusammen mit David Römer)

2018b: Textsortenorientierte Wortbildungsforschung. Desiderate, Perspektiven und Beispielanalysen. In: Zeitschrift für Wortbildung / Journal of Word Formation 2, 165–194.

2018c: Formelhafte (Ir-)Regularitäten aus konstruktionsgrammatischer Perspektive. In: Nouveaux Cahiers d‘ Allemand 36, 1–11.

2018d: Phrasem-Bild-Beziehungen im Diskurs. Theoretische Überlegungen und methodische Herangehensweisen zur multimodalen und diskurssemantischen Phrasem-Analyse. In: Stumpf, Sören/Filatkina, Natalia (Hgg.): Formelhafte Sprache in Text und Diskurs. Berlin/Boston: de Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 2), 115–145. (zusammen mit Christian D. Kreuz)

2018e: Einleitung: Formelhafte Sprache in Text und Diskurs. In: Stumpf, Sören/Filatkina, Natalia (Hgg.): Formelhafte Sprache in Text und Diskurs. Berlin/Boston: de Gruyter (Formelhafte Sprache / Formulaic Language 2), 1–11. (zusammen mit Natalia Filatkina)

2018f: Formulaic (Ir-)Regularities in German. Corpus Linguistics and Construction Grammar Approaches. In: Filatkina, Natalia/Stumpf, Sören (Hgg.): Konventionalisierung und Variation. Phraseologische und konstruktionsgrammatische Perspektiven. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 71), 149–178.

2018g: Einleitung. In: Filatkina, Natalia/Stumpf, Sören (Hgg.): Konventionalisierung und Variation. Phraseologische und konstruktionsgrammatische Perspektiven. Frankfurt am Main: Peter Lang (Sprache – System und Tätigkeit 71), 7–17. (zusammen mit Natalia Filatkina)

2018h: A Corpus Analysis of German Unique Components. In: Soutet, Olivier/Sfar, Inès/Mejri, Salah (Hgg.): Phraséologie et discours. Paris: Honoré Champion, 381–392.

2018i: Free usage of German unique components. Corpus linguistics, psycholinguistics and lexicographical approaches. In: Arndt-Lappe, Sabine/Braun, Angelika/Moulin, Claudine/Winter-Froemel, Esme (Hgg.): Expanding the Lexicon. Linguistic Innovation, Morphological Productivity, and Ludicity. Berlin/Boston: de Gruyter (The Dynamics of Wordplay 5), 67–89.

2017a: Phraseologie pur – Die Konstruktion X[Nomen] pur als produktive und keineswegs ungrammatische Modellbildung. In: Deutsche Sprache 45, 317–334.

2017b: Battle Rap: Holistische Textsortenanalyse und soziolinguistische Verortung. In: Muttersprache 127, 173–196. (zusammen mit Viola Kämmer)

2017c: Ist das Zentrum-Peripherie-Modell in der heutigen Phraseologieforschung noch haltbar? In: Sprachwissenschaft 42, 59–96.

2016a: Phraseologie und Diskurslinguistik. Schnittstellen, Fallbeispiele und Forschungsperspektiven. In: Zeitschrift für Angewandte Linguistik 65, 1–36. (zusammen mit Christian D. Kreuz)

2016b: Modifikation oder Modellbildung? Das ist hier die Frage – Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen modifizierten und modellartigen Phrasemen am Beispiel formelhafter (Ir-)Regularitäten. In: Linguistische Berichte 247, 317–342.

2016c: Editorial: Formelhafte Sprache und Sprachkritik. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 12, 97–102.

2016d: Eine Frau, ein Wort – Phraseme „als Vehikel von Gedanken“. Der Wechsel maskuliner und femininer Formen in Phrasemen als Mentalitätsindikator. In: Kreuz, Christian/Mroczynski, Robert (Hgg.): Sprache, Kultur, Mentalität. Berlin: LIT (Kriterium – Arbeiten zur Sprachtheorie und Kommunikationspraxis 5), 85–115.

2015a: „Kann Jogi Weltmeister?“ – Phraseologische und konstruktionsgrammatische Überlegungen zu einer aus (laien-)sprachkritischer Sicht „agrammatischen“ Konstruktion. In: Aptum. Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur 11, 1–20.

2015b: Phraseologie und Valenztheorie. Status quo, Forschungsprobleme und (korpusanalytische) Perspektiven. In: Yearbook of Phraseology 6, 3–34.

2014a: Mit Fug und Recht – Korpusbasierte Erkenntnisse zu phraseologisch gebundenen Formativen. In: Sprachwissenschaft 39, 85–114.

2014b: Als gebe es kein Morgen mehr – Zur innerdisziplinären Vernetzung von Phraseologie und Diskurslinguistik. In: Felder, Ekkehard/Müller, Marcus (Hgg.): Diskurszukünfte. 10. Jahrestagung des Forschungsnetzwerks „Sprache und Wissen“. Jubiläums- und Programmzeitschrift. Heidelberg, 48–50. (zusammen mit Christian D. Kreuz) Link

Auszeichnungen

11/2016: Förderpreis des Freundeskreises Trierer Universität e.V. für herausragende Promotionen.

07/2015: Präsentationspreis des Graduiertenzentrums der Universität Trier (GUT) für den Vortrag „Kann Jogi Weltmeister? – Phraseologische und konstruktionsgrammatische Überlegungen zu einer aus (laien-)sprachkritischer Sicht „agrammatischen“ Konstruktion“. (1. Platz fachbereichsübergreifend) Link

07/2015: Publikationspreis des Graduiertenzentrums der Universität Trier (GUT) für den Aufsatz „Kann Jogi Weltmeister? – Phraseologische und konstruktionsgrammatische Überlegungen zu einer aus (laien-)sprachkritischer Sicht „agrammatischen“ Konstruktion“. (1. Platz im Fachbereich II)