Dr. Andrea Diederichs

Wiss. Mitarbeiterin

E-Mail: diederichsuni-trierde
Telefon: +49 651 201 2145
Raum: A112

Sprechzeiten
donnerstags, 12-13 Uhr

Interessen und Forschungsschwerpunkte

  • Amerikanische Kunst seit 1800
  • Geschichte und Theorie der Fotografie
  • Der Arbeiter als Motiv in der Kunst
  • Präzisionismus
  • Umweltkrisen, Umweltzerstörung und Klimawandel
  • Ecocriticism

Aktuelle Forschungsprojekte

:: 01 Mother Earth as commodity. Pictorial strategies in images depicting the extraction of natural resources in terrestric and aquatic ecosystems
(AT, Habilitationsprojekt)

:: 02 Investigative Aesthetics
Das Meer als Wissensspeicher in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts / The sea as repository of knowledge in 20th and 21st century art

Maritime Räume, die in ihrer Fragilität unberührt von besiedelter Nutzung sind, gleichwohl aber unter den ökologischen Auswirkungen menschlichen Handels leiden, stehen im Zentrum dieses interdisziplinären Forschungsprojekts. Neben dem kommerziellen, seit der Antike beständig professionalisierten Transport von Waren und Gütern lässt sich in maritimen Habitaten zunehmend ein anderes, meist unsichtbares Beförderungssystem beobachten: das Wasser dient zugleich als Transportmedium menschlicher Abfälle und chemischer Stoffe; Es wird zu einer Art ‚flüssigem Gift’. Auch die Erwärmung der Ozeane und die damit einhergehende Veränderung ihres PH-Gehaltes sind Faktoren, die im Wasser gespeichert sind, weitertransportiert werden und andernorts zu dramatischen Verschiebungen im ökologischen Gleichgewicht führen. Meeresbewohner müssen in kältere Regionen migrieren, andere Biotope sind dem Untergang geweiht. Das Wasser ist aber nicht nur ein Archiv menschlicher Abfälle, sondern selbst oft agens der Geschichte, wenn es in Folge der Erderwärmung flache Küstenregionen überspült und auf diese Weise terrestrische und aquatische Migrationsbewegungen auslöst. Im Rahmen des in Trierer Forschungsprojektes sollen Kunstwerke unterschiedlicher Medien untersucht werden, die sich mit der fluiden Verbreitung chemischer oder physikalischer Verunreinigungen auseinandersetzen. Von Interesse sind dabei dokumentarische wie investigative Bildstrategien, die auf ökologische Missstände hinweisen und ihre vielfältigen Auswirkungen in humaner und non-humaner Dimension aufzeigen. Zeitlich beschränkt sich die Auswahl der Werke auf das 19. bis 21. Jh. und damit auf die ökologischen Folgen des (post-)industriellen Zeitalters, die sich vor allem in der Fotografie und seit den 1990er Jahren auch im bewegten Bild mitteilen. Ziel des Projektes ist nicht die moralische Bewertung umweltpolitischer Praktiken, sondern die Analyse von Kunstwerken die im Kontext des global activism auf die Verschmutzung der Meere hinweisen und mit Hilfe moderner Technologien und neuer Bildästhetiken konkrete Lösungsvorschläge unterbreiten. Strebt das Projekt die systematische Erforschung bildbasierter Daten (Karten, Satellitenbildern, Diagrammen etc.) zur Darstellung maritimer Räume und Habitate an, verortet sich das Forschungsvorhaben methodisch im Bereich der Bildwissenschaft. Vor diesem Hintergrund ist auch der Aufbau einer Open Access Datenbank geplant, die das Meer als Archiv und Speicher menschlichen Fehlverhaltens abbildet, einschlägige Werke einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellt und sie als Denkbilder gesellschaftlicher Verantwortung zugleich selbst archiviert.

Projektleitung: Ulrike Gehring, Andrea Diederichs

Dissertation

Broken Myths. Charles Sheeler’s industrial landscapes. Precisionism and the human cost of the machine age

Magisterarbeit

Der naturwissenschaftliche und naturphilosophische Einfluss auf die amerikanische Vormoderne, insbesondere Martin Johnson Heade

Artikel

»Der Präzisionismus: ein Kind seiner Zeit. Zur Synthese von Affirmation und Kritik.«, Ausst.Kat. Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, Barbara Schaefer und Anita Hachmann (Hg.), Es war einmal in Amerika. 300 Jahre US-Amerikanische Kunst, Köln: Wienand, S. 206-211.

»Have your mind blown! Die Licht-Text-Projektion LOREM IPSUM«, Ausst.Kat. generator, Ulrike Gehring und Stephan Brakensiek (Hg.), generator 3, Universität Trier, Trier 2016, S. 19-25.

»trans.formation. Zukunft braucht Erinnerung: Zum städteplanerischen Umgang mit den ehemaligen Kasernenflächen Castelforte, Belvédère (Petrisberg) und Castelnau in Trier,« Ausst.Kat. generator, Ulrike Gehring und Stephan Brakensiek (Hg.), generator 1, Universität Trier, Trier 2015, S. 9-21.

»Precisionism and its involvement with sociological matters during the Machine Age: Charles Sheeler’s American Landscape and Classic Landscape.« kunsttexte.de Nr. 1 (2015): edoc.hu-berlin.de/handle/18452/8133.

Konferenzen/Vorträge

Vortrag zur Ausstellungseröffnung, GENERATOR TRIER (2016)

»Public Protest. Die frühen ›Murals‹ im Kontext der Urban Art«, URBAN ART BIENNALE 2015, RINGVORLESUNG WELTKULTURERBE VÖLKLINGER HÜTTE (11/2015)

»Alike yet different? A comparison of the visual strategies of Luke Swank and Charles Sheeler«, SECAC (SOUTHEASTERN COLLEGE ART CONFERENCE) 2015, PITTSBURGH, USA (10/2015)

»Copy and Paste? Wissenschaftliches Arbeiten in der Kunst-, Kultur- und Designwissenschaft«, HOCHSCHULE TRIER (12/2014)

»The exotic notion of Luminism. Die tropischen Bildwerke Martin Johnson Heades«, Vorlesung im Rahmen der Vorlesungsreihe »Amerikanische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts«, UNIVERSITÄT TRIER (11/2014)

»Broken Myths. Rhetoric of Industrial Landscapes. Precisionism and the Human Cost of the Machine Age«, SAN FRANSISCO STATE UNIVERSITY, SAN FRANCISCO, USA (09/2014)

10th Graduate Student Conference in Canadian Studies: Understanding Canada, Moderation der Sektion: »Re-configuring Identity through Arts and Literature«, ZENTRUM FÜR KANADA-STUDIEN, UNIVERSITÄT TRIER (07/2013)

»Die Rolle des Arbeiters in den Industrielandschaften des Präzisionismus«, VORTRAGSREIHE »AUSSCHNITTE« IM RAHMEN DES ARBEITSKREISES ZUR RETTUNG DER KUNSTGESCHICHTE, UNIVERSITÄT TRIER (04/2013)

»Broken Myths. Rhetoric of industrial landscapes. American Art during the New Deal«, Konferenz »Nature’s Nation revisited. Visual Constructions of the American Landscape from the Civil War until Today«, UNIVERSITÄT TÜBINGEN (11/2011)

»Zu Papier gebracht: Erich Kraemer neu entdeckt«, EUROPÄISCHE KUNSTAKADEMIE TRIER (10/2010)