Forschung

Dr. Heidi Köpp-Junk

Forschungsinteressen

Ägyptologie
Reisen im Alten Ägypten, Mobilität, Fortbewegung, Transport, Verkehr, weibliche Mobilität, Fortbewegungs- und Transportmittel (Streitwagen, Wagen, Karren, Sänften, Schlitten), Altstraßenforschung, Entwässerungssysteme, Wassermanagement; Alltagsleben; Musikarchäologie, Altägyptische Liebeslieder; altägyptische Literatur, Innovationen und deren Verbreitung

Ur- und Frühgeschichte/Archäologie
Hallstatt- und Latènezeit (insbesondere Wagen/Streitwagen); Lübsow-Gruppe; Prunkgräber/Fürstengräber von der Steinzeit bis in die Wikingerzeit

Ethnologie
Olmeken; Indianer Nordamerikas (Algonkin)

Forschungsprojekte

Forschungs- und Publikationsprojekt Die Anfänge der Musik im Alten Ägypten (Prädynastik, Frühzeit, frühes Altes Reich)(Habilitationsvorhaben im Fach Ägyptologie): Die Untersuchung basiert auf der Zusammenstellung und Analyse der frühesten ikonographischen, archäologischen und textlichen Belege für Musik, Musiker, die einzelnen Instrumente, Rezitation und Gesang. In Ägypten ist Musik bereits im Alten Reich keineswegs allein als Unterhaltungsfaktor, sondern insbesondere in rituellem Zusammenhang in Tempeln und Gräbern belegt. Schon im Alten Reich sind nicht nur verschiedene Instrumentengruppen, sondern bereits eine diffizile Musikerhierarchie nachzuweisen. Die Untersuchung dient der Herausarbeitung der Grundlagen, die erst ermöglichten, dass sich dieses System im Alten Reich entwickeln konnte.

Forschungs- und Publikationsprojekt „Entwässerungsverfahren im pharaonischen Ägypten“: Das Projekt dient der Untersuchung der ver­schiedenen ägyptischen Entwässe­rungs­ver­fahren, d.h. der Ableitung von Nie­derschlagswasser aus Tempeln und Gräbern sowie von gebrauchtem oder ver­unreinigtem Wasser aus Haushalten und Gewerbe­betrieben.
Die Dokumentation und In­ter­preta­tion der verschiedenen ägyptischen Entwässe­rungs­verfahren im pharao­ni­schen Ägypten von der Frühzeit bis in ptolemäische Zeit wird daher eine For­schungslücke schließen und einen neuen Ein­blick in einen kulturgeschichtlich sehr relevanten, aber bisher nicht beachte­ten Bereich der altägyptischen Alltags­kultur ermöglichen. Die Untersuchung lie­fert wichtige Erkenntnisse zu funda­mentalen Problemen einer anti­ken Hochkultur und lei­stet daher nicht nur in Be­zug auf Kulturge­schichte wie Wohn­kultur und Alltagsleben Grundla­genfor­schung, son­dern zudem in den Berei­chen Bau­kunst, Hy­giene und Was­serwirt­schaft.
Die Untersuchung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Stadtentwässerung Göttingen, der TA Hannover, Dr. Andreas Heege/ Landesarchäologie Liechtenstein sowie Dr. Ulrike Fauerbach, Deutsches Archäologisches Institut Kairo.

Forschungs- und Publikationsprojekt "Wassersysteme im Athribis-Tempel". Im Tempel von Athribis/Ägypten kamen mehrere Wasserleitungen aus griechisch-römischer Zeit bis hin zur byzantinischen Periode zutage. Aufgrund der besonderen Kenntnisse der altägyptischen Wasserwirtschaft in Tempeln, Handwerks- und Wohnbereichen von Dr. Heidi Köpp-Junk führt sie mit dem örtlichen Grabungsleiter Dr. Marcus Müller und Prof. Dr. Christian Leitz ein joint venture durch: In der Frühjahrskampagne 2017 untersuchte Frau Köpp-Junk die verschiedenen Wassersysteme des Tempels, eine weitere Kampagne ist für 2018 geplant. Die Ergebnisse werden in der Gesamtpublikation des Tempels veröffentlicht.

Forschungs- und Publikationsprojekt „Das Grab des Chasechemui – Die Keramik“. Bearbeitung des Materials aus dem Grab des Chasechemui in Abydos, des letzten Königs der 2. Dynastie; Projektleitung und regelmäßige Grabungsteilnahme mit zwei Mitarbeitern seit 2001. Die Ausgrabung Abydos ist eine Grabung des Deutschen Archäologischen Institutes und wird von Prof. Dr. G. Dreyer geleitet. Das Grab zeigt ein beachtliches Spektrum an Formen von Kult-, Opfer- und Gebrauchskeramik. Überraschend ist z.B. die Tatsache, dass auffallend wenige Weinkrüge im Grab des Chasechemui vorhanden sind, im Gegensatz zu allen anderen in Abydos und Sakkara bestatteten Königen der Frühzeit und der prädynastischen Zeit. Weitere Grabungsergebnisse lassen Schlüsse zur politischen Entwicklung innerhalb der 2. Dynastie zu. Die bisher erschienen Vorberichte sind unter den Publikationen aufgeführt.

Forschungs- und Publikationsprojekt „Die Rote Pyramide des Snofru in Dahshur – Die Keramik des Pyramidentempels“. Bearbeitung des Materials aus dem Pyramidentempel der Roten Pyramide des Snofru in Dahshur; Projektleitung und regelmäßige Grabungsteilnahme von 1994-1998 mit bis zu 5 Projektmitarbeitern (Prof. Dr. Claudia Näser u.a.). Die Ausgrabung Dahshur ist eine Grabung des Deutschen Archäologischen Institutes und wurde von Prof. Dr. R. Stadelmann geleitet. Derzeit obliegt die Grabungsleitung  Prof. Dr. Seidlmayer und Dr. Nicole Alexanian (†). Zum Fundinventar gehört nicht nur Material aus der Zeit des Baubeginns der Roten Pyramide, sondern insbesondere Keramik aus der 5./ 6. Dynastie. Die Keramik kommt aus dem Pyramidentempel selbst, der Südwestecke sowie den Pflanzgruben des Gartens des Pyramidentempels.