Hexenjagd: Verfolgt, gefoltert, hingerichtet – weil sie angeblich Hexen sind (Mediathek SWR)

Dieses Schicksal trifft auch im Südwesten Tausende – Frauen, Männer, Kinder. Wie konnte es dazu kommen?

"Brennen, bis die Seele frei ist"

In Ravensburg werden an einem Abend im Oktober 1484 zwei junge Frauen zum Scheiterhaufen gebracht. Sie sollen Hexen sein. Die beiden sind rechtskräftig verurteilt - wegen gefährlicher Hexerei und Buhlschaft mit dem Teufel - "zu brennen, bis ihre Seele frei ist". Unter der Folter haben die Frauen gestanden. Nun erwartet sie ein grauenvoller Tod. Beide Frauen gehören zu den frühen Opfern einer unheilvollen Entwicklung, die bald ganze Landstriche erfasst - der Hexenverfolgung. In den folgenden 200 Jahren werden über 50.000 Menschen in Europa verfolgt, gefoltert und hingerichtet, weil sie angeblich Hexen sind. Im Südwesten gehören Ravensburg und die Bodenseeregion, der Trierer Raum, Ellwangen und Teile Frankens zu den Zentren der Hexenverfolgung.

Flächenbrand Denunziation

Fast alle, die angezeigt und verhört werden, gestehen unter Folter, Hexen zu sein - und denunzieren auch andere mit. So entwickelt die Hexenverfolgung eine unaufhaltsame Dynamik. Im Trierer und Bamberger Raum enden so ganze Familien auf dem Scheiterhaufen. In vielen Gemeinden hört die Verfolgung erst auf, als die Hinrichtungswellen zu schweren wirtschaftlichen und sozialen Problemen führen.

Opfer und Täter

Der Film begibt sich auf die Spuren der Täter wie auch der Opfer und zeigt mit Spielszenen aus dem Wirken und Schicksal unserer Protagonisten, wie aus braven Bürgern Folterer und Mörder wurden. Dazu haben wir die Archive geöffnet und den Lebensweg der vermeintlichen Hexen aus den heute noch verfügbaren Quellen nachgezeichnet. Wir zitieren aus den Urteilen und Protokollen von Hexenprozessen und machen nachvollziehbar, wie es zu dieser Hexenhysterie kommen konnte.

So, 2.9.2018 | 20.15 Uhr | SWR Fernsehen | Ein Film von Roland May | 44:40 min.

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