31.07.2017 - 16:24

NS-Großanlagen und Naturschutz: Westwall und "NS-Ordensburg" Vogelsang

Tagung: NS-Großanlagen und Naturschutz - Beispiele Westwall und ehemalige "NS-Ordenburg" Vogelsang in der Eifel, 6. bis 8. Oktober 2017, Schleiden.

(c) Wikipedia (Höckerlinie bei Winterbach / Saarland; Kai Weber)

Die Zeit von 1933 bis 1945 war auch geprägt durch eine Bau-tätigkeit, die der Absicherung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft diente. Ein Beispiel ist der sogenannte „Westwall“ entlang der ehemaligen deutschen Reichsgrenze Richtung Frankreich, Luxemburg und Belgien, der der Vorberei-tung eines Angriffskrieges diente. Viele seiner teilweise monumentalen Bauwerke sind bis heute erhalten. Heute setzt sich der Naturschutz für die Erhaltung alter Bunkeranlagen ein, da sich hier zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben. Manche Anlagen werden auch durch Wanderwege erschlossen.
In der „NS-Ordensburg“ Vogelsang in der Eifel wurden Füh-rungskader der NSDAP geschult. Die zentral im Nationalpark Eifel gelegene und in großen Teilen erhaltene Anlage dient heute als Lernort und ist zu einem internationalen Informati-ons- und Begegnungszentrum ausgebaut worden, bei dem sowohl die Erinnerung an die Geschichte der NS-Herrschaft also auch die Naturentwicklung im Nationalpark Eifel im Mittelpunkt stehen. Im Forum Vogelsang IP informieren hierzu zwei barrierefreie Ausstellungen: Die Dauerausstellung „Bestimmung: Herrenmensch. NS-Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen“ und die große Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ des Nationalpark-Zentrums Eifel. 

Viele der Bauwerke sind heute aber auch noch, trotz ihrer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz, im Bestand bedroht. In Rheinland-Pfalz gelang es z.B., die Reste des Westwalls unter Kulturdenkmalschutz zu stellen. In NRW gibt es solch einen Schutz noch nicht. Zudem bestehen im Natur- und Denkmalschutz auch Unsicherheiten über die Frage, ob man sich überhaupt für den Erhalt von NS-Bauten einsetzen sollte. Ziel der Tagung in Vogelsang ist es, dieser Frage im Gespräch mit Fachleuten aus Naturschutz, Denkmalschutz, Geschichtswissenschaft, Umweltbildung, politischer Bildung und Touristik nachzugehen und Großanlagen aus der NS-Zeit zugleich als Lernorte in den Fokus zu rücken.

Anmeldeschluss: 22. September 2017

Programm-Flyer inkl. Anmeldeunterlagen

Flyer NS-Dokumentation Vogelsang